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Geschichte und Anspruch unserer Abendzeitung
Informationsvermittler und Meinungsforum
Im Jahre 1842
erschien in Budissin erstmals die Tydźenska nowina abo serbske Powěsće za
hornich Łužičanow. 1854 wurde das politische Wochenjournal in Serbske Nowiny
umbenannt. Seit 1921 erscheinen Serbske Nowiny als Tageszeitung.
Mit der
Herausgabe von Presseerzeugnissen in sorbischer Sprache in der Zeit des Vormärz
im 19. Jahrhundert reihten sich auch die Sorben in die breite Bewegung
europäischer Völker für nationale Selbstbestimmung, hohes Kultur-und
Bildungsniveau sowie Pressefreiheit ein. Dabei war diese Bewegung, die zu den
demokratischsten in der Geschichte des 1000-jährigen Bautzen und des sorbischen
Volkes gehört, von Anfang an Restriktionen unterworfen. So belegte zum Beispiel
der Rat der Stadt Bautzen die Tydźenske nowiny mit der Konzessionsvergabe
ausdrücklich mit der Vorschrift, keine außenpolitischen Nachrichten zu
verbreiten. Die strikte Einhaltung dieser Vorschrift überwachte ein Zensor.
Das Diktat der jeweils herrschenden Politik begleitete Herausgeber und Autoren unserer Tageszeitung bis zum Ausklang des 20. Jahrhunderts. Die Nationalsozialisten, die leider auch Bautzen und die zweisprachige Lausitz bis zur Befreiung in ihren Fesseln hielten, verboten gar 1937 die Serbske Nowiny, weil sich ihre Redakteure diesen nicht unterwarfen.
Zur Zeit der DDR waren die Journalisten der sorbischen Tageszeitung - nunmehr Nowa doba (Neue Zeit) genannt - angehalten, mittels "roter Brille" zu schreiben. Die Mehrheit der sorbischen Zeitungsmacher war jedoch stets bestrebt, die Leserschaft über wichtige Geshcehnisse in der Lausitz und der Welt möglichst umfassend und unabhängig zu informieren - und das aus dem Blickwinkel der Sorben und ihrer Interessen. Natürlich wollte die sorbische Zeitung auch jederzeit bildend und unterhaltend wirken sowie das Selbstbewusstsein der Sorben befördern.
Mit der Wende
zur Demokratie 1989/1990 hielt auch für die sorbischen Journalisten die
Pressefreiheit umfassend Einzug. Die Verfassung des Freistaates Sachsen
garantiert ihnen, wonach sich solch bedeutende sorbische Zeitungsleute wie
Handrij Zejler, Jan Arnošt Smoler, Marko Smoler, Jan Skala und andere zu ihrer
Zeit nur sehnen konnten. Im Artikel 20 heißt es unter anderem: "Die
Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film
werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt."
Diese
Freiheit legt den Zeitungsredakteuren - ob angestellt oder freiberuflich tätig -
eine hohe Verantwortung auf.
Vor diesem
ideellen Bedingungen sind die sorbischen Zeitungsmacher bemüht, ihre Leser
tagtäglich mit interessanten Informationen, Berichten, Reportagen, Interviews
und Ratschlägen zu versorgen. Die Serbske Nowiny sind dabei für
Meinungsäußerungen unterschiedlichster Art offen. Sie sind ein Forum der
zustimmenden, aber auch kritischen Betrachtung sämtlicher Angelegenheiten,
Erfolge, Sorgen und Befürchtungen des sorbischen Volkes in unserer Zeit.
Benedikt Dyrlich
Adresse der Redaktion:
Sukelnska 27/Tuchmacherstraße 27
D-02625 Budy¹in/Bautzen
Deutschland
tel.: (03591) 577-232
fax: (03591) 577-202
e-mail: redaktion@serbske-nowiny.de
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