Neue Chance für die Bautzener

Mittwoch, 24. Juni 2015
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Axel Arlt

Die zweisprachige Lausitz steht in wenigen Tagen wieder im Mittelpunkt der Öffentlichkeit. In den beiden Orten Drachhausen in der Niederlausitz und Crostwitz in der Oberlausitz läuft der Countdown für das bereits 11. Internationale Folklorefestival „Łužica–Lausitz–Lusatia“ vom 9. bis 12. Juli 2015. Nun sorgen sich die Veranstalter weniger um den Besuch der Veranstaltungen am Freitag, Sonnabend und Sonntag. Hier gibt es eine bunte Palette und die Abende auf den Höfen, Freitag in Drachhausen und Sonnabend in Crostwitz, haben für viele Gäste aus nah und fern ihren besonderen Reiz.

Einen Urknall würden sich die Organisatoren jedoch in Bautzen wünschen. Dort wird am Donnerstag Abend, 9. Juli, in der Kulisse des Sommertheaters auf der Ortenburg das Folkorefestival eröffnet. Zuvor ziehen die Teilnehmer aus zehn Ländern singend und auf ihren Instrumenten spielend durch die Altstadt, um möglichst viele Menschen auf dieses kulturelle Ereignis hinzuweisen. Wie oft in den vergangenen Festivaljahren konnte ich meine Enttäuschung darüber nicht verwinden, dass viele Bautzener mit diesem Umzug der Lebensfreude nur wenig anzufangen wussten. Teilweise irritiert, vielleicht auch desinteressiert gingen sie ihrer Wege ohne auch nur eines Augenblicks der Aufmerksamkeit für das Unerwartete. Und wie mag das auf die internationalen Gäste gewirkt haben?

In rund zwei Wochen haben die Bautzener nun erneut die Chance, sich ebenfalls als herzliche Gastgeber zu erweisen. Mögen sie sich an den Drachhausenern, den Crostwitzern, den deutschen und sorbischen Helfern ein Beispiel nehmen, um sich allen Festivalgästen aus zehn Ländern in der inoffiziellen sorbischen Hauptstadt als weltoffen zu präsentieren. Dazu sind keine großen Vorbereitungen notwendig. Es genügt einfach, für einige Minuten den Umzug vom Reichenturm zur Ortenburg zu erleben oder in reicher Zahl zur Freilichtbühne auf der Ortenburg zu kommen.

Eine sorbische-deutsche Parallelgesellschaft hilft keinem von beiden. Öffnen wir uns den Reichtümern beider Kulturen und lassen wir uns von ihnen verführen!

Veröffentlicht in Blickpunkt
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