Wichtiges Unterpfand

Mittwoch, 31. August 2016 geschrieben von:
Axel Arlt

Um sorbische und wendische Interessen in Brandenburg und Sachsen sowie in den dortigen zum sorbischen Siedlungsgebiet zählenden Landkreisen zu verwirklichen, ist ein guter Draht zu den verantwortlichen Landes- und Kommunalpolitikern ein wichtiges Unterpfand.

Beim Festival der sorbischen/wendischen Kultur im August in Jänschwalde war das hautnah zu erleben. Mit dem brandenburgischen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) und dem Landrat des Landkreises Spree-Neiße Harald Altekrüger (CDU) waren zwei Politiker unter den Ehrengästen, die das Sorbische/Wendische aus eigenem Erleben kennen. Dass der Landrat es sich auch nicht nehmen ließ, die Gewinner des Wettbewerbs um den schönsten Maibaum persönlich zu ehren, spricht ebenso für seine Verbundenheit mit unserem kleinen Volk, seiner Kultur und seinen Bräuchen.

Interessante Entwicklung

Mittwoch, 27. Juli 2016 geschrieben von:
Axel Arlt

Von einem „historischen“ Ereignis für die Sorben sprach der Domowina-Vorsitzende David Statnik nach dem Treffen mit dem tschechischen Ministerpräsidenten Bohuslav Sobotka in Prag. Ja, es ist nicht alltäglich, dass der Regierungschef eines Landes Vertreter einer ethnischen Minderheit aus dem Nachbarland zu einem Gespräch empfängt.

Unverkennbar ist, dass die über Jahrhunderte bestehenden sorbisch-tschechischen Beziehungen nach der Jahrtausendwende besonders im politischen Bereich eine interessante Entwicklung genommen haben. Und immer kam es zu Höhepunkten, wenn im Nachbarland ein Sozialdemokrat die höchste Regierungsverantwortung trug. Nach Miloš Zeman und Jiří Paroubek reiht sich nun Bohu­slav Sobotka in die Reihe derer ein, die Vertreter der Domowina zu einem Arbeitsgespräch empfingen.

Bitte nicht übertreiben

Mittwoch, 29. Juni 2016 geschrieben von:
Janek Schäfer

Die Fußballmeisterschaft der nationalen Minderheiten von Europa, die Europeada 2016, ist Geschichte. Was bleibt, sind Erinnerungen. Was waren das für tolle Tage, vor allem für die sorbischen Fans, die nach Südtirol mitgereist waren. Die Stimmung war einfach genial! Auch wenn beide­ sorbische Auswahlen – die Wu­brankas – nicht in die Finalrunden gekommen waren, standen die Gemeinsamkeit und der Spaß im Mittelpunkt. Es war einfach schön zu sehen, wie die Sorbinnen nach der Niederlage gegen die Südtirolerinnen mit ihnen und allen sorbischen Schlachtenbummlern gemeinsam auf dem Platz feierten und tanzten. So funktioniert der europäische Gedanke.

Nach Smoler nun Brězan

Mittwoch, 25. Mai 2016 geschrieben von:
Axel Arlt

Die Höhepunkte des Smoler-Jahres im sorbischen Leben 2016 liegen bereits hinter uns. Das Augenmerk richtet sich nun zielstrebig auf den 100. Geburtstag von Jurij Brězan, dem bedeutendsten sorbischen Schriftsteller nach dem Zweiten Weltkrieg, am 9. Juni. Auf einige Veranstaltungen, die aus unterschiedlicher Sicht auf Leben und Schaffen Brězans eingehen, verweisen wir im Innenteil.

Es scheint, als sei für jeden etwas dabei: Die klassischen Formen – wie beispielsweise die Lesung in der Smoler’schen Verlagsbuchhandlung oder die vom Sorbischen Künstlerbund mit viel Akribie vorbereitete Nacht der Poesie im Rahmen des traditionsreichen Festes der sorbischen Poesie in der Alten Wasserkunst – werden ergänzt durch neue Formate. Ein solches ist die Offene Schreibwerkstatt in Horni Hajnk/Dreihäuser, zu der die Familie Brězan einlädt. Dieser Sonntagnachmittag auf Brě­zan’­schem Grund hat den Charakter eines Tages der offenen Tür am Lebensmittelpunkt des Schriftstellers. Und es ist eine Premiere.

Gutes Gelingen, Herr Direktor!

Mittwoch, 27. April 2016 geschrieben von:
Janek Schäfer

Lange hat es gedauert, nun ist sie da, die befreiende Nachricht: Die Stiftung für das sorbische Volk hat einen neuen Direktor. Mit der Berufung im Frühjahr dieses Jahres hatte so mancher nicht mehr gerechnet. Besonders nicht, da bereits zwei Versuche gescheitert waren, einen Nachfolger für Marko Suchy zu finden, der Ende 2015 in den Ruhestand gegangen war. Es überraschte zugleich, dass sich der bisherige Vorsitzende des Rates der Stiftung für das sorbische Volk Jan Budar nun selbst um diese Funktion beworben und der Stiftungsrat sich für ihn entschieden hat.

Es steht außer Frage, eine Entscheidung musste her. Jeder weitere Versuch, einen neuen Stiftungsdirektor zu finden, hätte einen peinlichen Beigeschmack gehabt. Die Berufung Jan Budars auf diese verantwortungsvolle Stelle begrüße ich. Die Mitglieder des Stiftungsrates haben es sich mit dieser Personalie sicherlich nicht leicht gemacht, ebenso wenig wie der Bewerber selbst. Nicht jeder ist für diesen Stuhl geeignet, der sich auch schnell als Schleudersitz erweisen kann.

Die Arbeit fängt nun erst an

Mittwoch, 30. März 2016 geschrieben von:
Axel Arlt

Not macht erfinderisch. So lautet ein altes Sprichwort, das mir im Zusammenhang mit der Berufung von sachkundigen sorbischen Einwohnern in vier beschließende Ausschüsse des Kreistages Bautzen in den Sinn kommt.

Die Forderung, dass sorbische Bürger an der Arbeit des Kreistages nachhaltig beteiligt werden, erreichte Anfang 2016 eine bisher nie gekannte Deutlichkeit und kulminierte auf der Beratung des Arbeitskreises für sorbische Angelegenheiten. Das Modell eines Sorbischen Ausschusses, wie es im Landkreis Spree-Neiße erfolgreich praktiziert wird, überzeugte Landrat Michael Harig (CDU) nicht. Jedoch konnte er sich nicht länger den Argumenten der Beauftragten für sorbische Angelegenheiten und des Arbeitskreises verschließen. So schlug der Landrat nach Prüfung der Sächsischen Landkreisordnung einen Kompromiss vor, sachkundige sorbische Einwohner in die Ausschüsse zu berufen.

Vorerst alles gesichert

Mittwoch, 24. Februar 2016 geschrieben von:
Janek Schäfer

Die Finanzierug der Stiftung für das sorbische Volk ist gesichert. Das ist die positive Nachricht der vergangenen Tage. Vor allem unser Volk freut sich, und die sorbischen Instuitutionen können endlich wieder arbeiten, wie sie es sich vorgenommen haben. Und die Chancen, von der Stiftung Projektförderungen zu bekommen, haben zugenommen.

Die Crux mit der Religion

Mittwoch, 27. Januar 2016 geschrieben von:
Cordula Ratajczak

„Ihr habt heute mutig das vollbracht, worüber wir schon lange nachgedacht haben“, rief die Beauftragte des Intendanten für das sorbische Theater des DSVTh Madleńka Scholze nach der gelungenen sorbischen Premiere des Stückes „Crux abo Zbóžnik pod łožom/Crux oder Der Heiland unterm Bett“ den jungen Darstellerinnen des sorbischen Jugendtheaters zu. Warum? Ein Sakrileg, die Schändung eines Andachtskreuzes, steht im Mittelpunkt. Tatsächlich erleben wir, wie unterschiedlich vier Heranwachsende sich zu Glaube und Tradition positionieren. Wie mutig muss man in der sorbischen Lausitz des 21. Jahrhunderts immer noch sein, um Religion und Glaube oder besser, den unterschiedlichen Umgang damit, zu thematisieren?

Smoler‘sche Wurzeln

Mittwoch, 30. Dezember 2015 geschrieben von:
Axel Arlt

Zwei Jubiläen nehmen unter den Vorhaben der sorbischen Vereine für das Jahr 2016 einen besonderen Platz ein: Der 200. Geburtstag von Jan Arnošt Smoler (Johann Ernst Schmaler) am 3. März sowie der 100. Geburtstag von Jurij Brězan am 9. Juni.

Dem Mitbegründer und späteren Vorsitzenden der sorbischen wissenschaftlichen Vereinigung Maćica Serbska Jan Arnošt Smoler war das Wirken für sein Volk eine Verpflichtung auf Lebenszeit. Als Student sammelte er in der Ober- und Niederlausitz sorbische Volkslieder. Später, als Redakteur und Verleger, kümmerte er sich um das gedruckte sorbische Wort. Und schließlich warb er unermüdlich – ebenso im slawischen Ausland – für die Vision eines sorbischen geistigen Zentrums in Bautzen. Das Haus der Maćica Serbska, auch Wendisches Haus genannt, konnte zwanzig Jahre nach seinem Tod 1884 endlich Realität werden. Diese Aufzählung entbehrt jeder Vollständigkeit. Dennoch hilft sie, Smolers Engagement für sein Volk etwas zu veranschaulichen.

Erneuerung ins Stocken geraten

Mittwoch, 25. November 2015 geschrieben von:
Janek Schäfer

Damit hatte nun wirklich keiner gerechnet: Auch nach der zweiten Bewerbungsrunde, die sehr aussichtsreich war, gibt es immer noch keinen neuen Chef für die Stiftung für das sorbische Volk. Wie bereits in der ersten Runde hatten auch diesmal die aussichtsreichsten Kandidaten ihre Bewerbung „aus persönlichen“ Gründen kurzfristig zurückgezogen.

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