Am letzten Maiwochenende wurde an vielen Orten der zweisprachigen Lausitz das Maibaumwerfen gefeiert. Am 26. Mai tanzten in Nebelschütz 14 jugendliche Paare um den Maibaum. Alle Mädchen waren in sorbische Festtagstracht gekleidet. Die Ehre des Maikönigs errang Philipp Paschke, der Lea Schäfrig zur Maikönigin erwählte (Mitte). Foto: Christina Wuschansky

Erzählung und Geschichte

Mittwoch, 30. Mai 2018 geschrieben von:

Die Neuauflage der Erzählung „Das Grab in der Heide“ von Maria Kubasch enthält neben Übersetzungen auch eine Abhandlung, welche die Geschichte hinter der Geschichte beleuchtet.

Bautzen (SN/bn). Die wohl bekannteste und eindrücklichste Erzählung der bedeutenden Lausitzer Schriftstellerin und Biografin Maria Kubasch „Das Grab in der Heide“ ist Anfang Mai erneut im Domowina-Verlag erschienen. Eine Besonderheit dieser Auflage ist, dass neben dem sorbischen Originaltext auch zwei Übersetzungen desselben enthalten sind. Eleonore Schmidt zeichnete für die Übertragung ins Deutsche verantwortlich, die polnische Fassung stammt von Aleksander Widera.

Musikalischer Vormittag

Mittwoch, 30. Mai 2018 geschrieben von:
Jedes Jahr Ende Mai wird auf dem Trebendorfer Schusterhof an die Schlüsselübergabe im Jahr 2010 erinnert. Am 27. Mai fand dort ein musikalischer Sonntagvormittag statt. Nach dem deutsch-sorbischen Gottesdienst sorgten das Posaunenorchester und die Rohner Stimmen für Unterhaltung. Das Programm bereicherten Kinder der Trebendorfer Kita „Lutki“ in ihrer sorbischen Tracht. Foto: Jost Schmidtchen

Die Arbeit könnte beginnen

Mittwoch, 30. Mai 2018 geschrieben von:
Axel Arlt

Es war mein erstes Wörterbuch, das mir helfen sollte, den niedersorbischen Wortschatz zu ergründen. Bogumił Šwjelas kleines Deutsch-Niedersorbisches Taschenwörterbuch von 1953, wie auch seine 1961 und 1963 erschienene Edition Dolnoserbski-Němski słownik (Niedersorbisch-Deutsches Wörterbuch), waren bis in die 1980er-Jahre beliebte handliche Nachschlagewerke. Šwjela blieb es zu Lebzeiten verwehrt, diese Wörterbücher gedruckt als praktisches Ergebnis akribischer Wortsammlungen zu sehen.

Sein umfangreich zusammengetragenes Material zum niedersorbischen/wendischen Wortschatz, zur Rechtschreibung, Grammatik und den Flurnamen im damaligen Kreis Cottbus hat er der Nachwelt in Büchern und anderen Beiträgen hinterlassen. Welch ein Reichtum! Davon profitieren heute auch all jene in der Niederlausitz, die sich in ihren Gemeinden wieder für die historischen niedersorbischen Flurnamen interessieren. Das ist gewiss ein Aspekt im Leben und Schaffen dieses Patrioten.

Jeder Beitrag wurde prämiert

Mittwoch, 25. April 2018 geschrieben von:

18 Teilnehmer bewarben sich als „Sprachenfreundliche Kommune“

Lübben (SN/at). Dissen und Drebkau heißen die Gewinner im brandenburgischen Landeswettbewerb „Sprachenfreundliche Kommune – Die sorbische Sprache lebt 2018“. Insgesamt haben sich 17 Städte und ein Amt am dritten Ausscheid beteiligt. Fünf von ihnen gehören erst kurze Zeit zum angestammten Siedlungsgebiet der Sorben oder Wenden. Das ist das beste Ergebnis aller bisherigen Wettbewerbe in Brandenburg und Sachsen. Für den Vizepräsidenten des Landtages Brandenburg Dieter Dombrowski (CDU) ist „Mehrsprachigkeit ein Geschenk für die Identität einer Region“. Das unterstrich er auf der Auszeichnungsveranstaltung am 13. April in Lübben, wo er die Preise überreichte.

Sprache digital erlernen

Mittwoch, 25. April 2018 geschrieben von:

Sorbische Rechtschreibung und Grammatik via Internet erleben

Dresden (SN/MiR). Dr. Beate Brězan, Leiterin des WITAJ-Sprachzentrums Bautzen, hatte nicht damit gerechnet, dass sich mehr als 80 Interessenten zur Präsentation des ersten sorbischen digitalen Lehrbuchs anmelden. „Das große Interesse hat uns mehr als überrascht. Gleichzeitig beweist es, wie wichtig es heute ist, Schülern neue digitale Lehr- und Lernmittel anzubieten.“ Eine weitere, unerwartete Überraschung bereitete der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Bereits im Vorfeld der Präsentation am Nachmittag des 29. März war ihm ein persönliches Gespräch mit Vertretern der Agentur für junge Medien KIDS interactive sowie des WITAJ-Sprachzentrums wichtig. Zugleich ließ er sich in kurzer Zeit über die Perspektiven des Projekts „Sorbisch Schritt für Schritt lernen – Rechtschreibung und Grammatik“ informieren.

52 Wettbewerbe der Olympiade der sorbischen Sprache gab es bereits. Und jedes Jahr gibt es Neues und Unerwartetes. 2018 waren es bisher selten hohe Zahlen muttersprachlicher Teilnehmer, nämlich 31. Aus der Niederlausitz ­kamen 19 Grundschüler und Gymnasiasten.

Seifhennersdorf (SN/MiR). An der Olympiade der sorbischen Sprache 2018 beteiligten sich Schüler von sechs Oberschulen aus Bautzen, Ralbitz, Radibor, Schleife, Räckelwitz und Wittichenau sowie vom Sorbischen Gymnasium Bautzen und dem Lessing-Gymnasium Hoyerswerda. Träger des Wettbewerbs ist der Sorbische Schulverein (SSV). 13 Lehramtsstudenten kümmerten sich vom 9. bis 11. April um 71 Schüler verschiedener 6. Klassen. Diese Schüler traten in sechs Gruppen zum Ausscheid an. Aus der Niederlausitz waren 19 Schüler aus den Grundschulen Briesen, Straupitz und Sielow sowie dem Niedersorbischen Gymnasium Cottbus nach Seifhennersdorf gereist. Die Niedersorbisch Lernenden bildeten zwei Wettbewerbsgruppen, unterteilt nach Gym­nasiasten und Grundschülern.

Ausstellung zum 25. Jubiläum

Mittwoch, 25. April 2018 geschrieben von:

Die sorbische wissenschaftliche Vereinigung in der Niederlausitz Maśica Serbska besteht 25 Jahre. Axel Arlt sprach darüber mit ihrem Vorsitzenden Dr. Peter Schurmann.

Welche Bedeutung hat die Maśica Serbska für das niedersorbische Leben heute?

P. Schurmann: Die 1880 in Cottbus als „wendischer Buchverein“ gegründete wissenschaftliche Gesellschaft bemüht sich seit ihrer Neugründung vor 25 Jahren vor allem darum, das Kulturleben in der Niederlausitz mit sorbischsprachigen Veranstaltungen und sorabistischen Schriften zu bereichern. Sie pflegt die Erinnerung an verdienstvolle Personen.

Was verbindet Sie mit dem Gründungsvorsitzenden Měto Pernak?

P. Schurmann: Měto Pernak hat sich in seiner Amtszeit (1993–2006) mit der Etablierung und Profilierung der Maśica bleibende Verdienste erworben. Er gehört noch heute zu unseren aktivsten Mitgliedern. Sein Engagement ist mir persönlich Ansporn, dass die Gesellschaft auch weiterhin die Kulturlandschaft nicht nur für uns Sorben/Wenden bereichert.

Keine einfachen Antworten

Mittwoch, 25. April 2018 geschrieben von:

Von der Protestwanderung des Initiativbündnisses „Strukturwandel jetzt“

„Leider ist in den letzten zehn Jahren viel zu wenig passiert, um einen Braunkohle-Ausstieg auch sozialverträglich und konstruktiv gestalten zu können“, unterstrich Hans-Georg Baaske im Rahmen der vom Initiativbündnis „Strukturwandel jetzt – kein Nochten II“ organisierten 5. Protestwanderung am 8. April vor der Roten Linie an der Straße Schleife-Mühlrose. „Um unsere Klimaschutz-Ziele zu erreichen, um eine weitere Energiesicherheit zu gewährleisten, um die Lausitz als Heimat zu erhalten und um zukunftsweisende Industriearbeitsplätze in der Lausitz anbieten zu können, ist es nicht notwendig, den Tagebau Nochten I auszukohlen“, unterstrich der Leiter des Umweltbüros der Evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz. „Durch den Ausbau der Erneuerbaren Energie ist es zu keinen Stromausfällen gekommen, sondern Deutschland exportiert sogar Kohlestrom. 2016 sind rund 80 Terawattstunden Braunkohle-Strom exportiert worden.“

13. Fest des slawischen Mittelalters

Mittwoch, 25. April 2018 geschrieben von:

Gleich hinter dem Heimatmuseum Dissen beginnt sie – die Zeitreise ins slawische Mittelalter: Familien in schlichten Leinen- und Wollkleidern, Krieger in voller Kampfrüstung, aber auch Edelleute in feinen Gewändern haben hier ihr Lager aufgeschlagen. Im Schatten der Zelte, Sonnensegel und Grubenhäuser herrscht geschäftiges Treiben. Nur wenige Schritte bringen die Besucher am letzten Mai-Wochenende mehr als 1000 Jahre zurück – in eine Zeit, in der das Feuer noch mit Feuerstahl und Stein entzündet wurde, wo die Spindel tanzte und der Stoff am Gewichtswebstuhl aufwendig hergestellt werden musste sowie auf dem Speiseplan oft ganz andere Gerichte zu finden waren als in der heutigen heimischen Küche.

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