Gespräche sind noch viele nötig

Mittwoch, 27. Dezember 2017 geschrieben von:
Axel Arlt

Was bringt das neue Jahr? Mit Blick auf die Europäische Bürgerinitiative Minority SafePack heißt es in der zweisprachigen Lausitz, 2018 dort nahtlos fortzufahren, wo die Bemühungen um recht viele Unterschriften im alten Jahr endeten. Dass die Domowina und die ihr angehörigen Vereine und Regionalverbände erklecklich dazu beitragen wollen, die für die Dänen, Friesen, Sinti und Roma sowie Sorben in Deutschland von der Föderalistischen Union europäischer Nationalitäten (FUEN) vorgesehene Zahl von 72 000 Unterstützerunterschriften zu erreichen, ist bekannt.

Zur ungefähren Halbzeit der Aktion jedoch droht für den sorbischen Bereich ein etwas ernüchterndes Zwischenfazit. Eine konkrete Zahl aller zumindest auf Listen erfassten bisherigen Unterschriften liegt bei der Domowina noch nicht vor. Die digitale Form erlaubt nur schwerlich zuzuordnen, ob der Unterstützer bzw. die Unterstützerin einer in Deutschland lebenden nationalen Minderheit angehören oder ob sie aus ihrem staatsbürgerlichen Verständnis her­aus unterschrieben haben.

Alle Lubinas für Polen

Mittwoch, 29. November 2017 geschrieben von:

Neuer Rekord auf dem Cottbuser Filmfestival: über 21 000 Besucher

Zu einem der kulturellen Höhepunkte in Cottbus und in Brandenburg gestaltete sich erneut das Festival des osteuropäischen Films, das zum 27. Mal stattfand. An sechs Tagen – vom 7. bis zum 12. November – sahen über 21 000 Besucher die über 200 Filme aus 42 Ländern der ganzen Welt. Somit zählte das Festival über tausend Besucher mehr als in den vergangenen Jahren.

Die Bürgerinitiative der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten FUEN Minority SafePack zur Stärkung der Minderheitenrechte in der Europäischen­ Union haben im vergangenen halben Jahr nur etwas mehr als 100 000 Menschen unterzeichnet. Nun heißt es Gas geben und die restlichen 900 000 Unterschriften einsammeln.

Lesend über Grenzen schauen

Mittwoch, 29. November 2017 geschrieben von:

Mit Hilfe der Literatur zwischenmenschliche Brücken bauen

Anlässlich der 19. Tschechisch-Deutschen Kulturtage lasen im Dresdener Stadtmuseum der tschechische Dichter Milan Hrabal aus Varnsdorf gemeinsam mit dem aus Dresden stammenden Lyriker Peter Gehrisch. Sie bereiteten dem illustren Publikum einen nachdenklichen und unterhaltsamen Abend. Eingeladen hatte der Verein Literatur Arena mit Unterstützung der Stiftung Brücke/Most.

„Ein Röslein ist mir erblüht“

Mittwoch, 29. November 2017 geschrieben von:

Die im Herbst dieses Jahres erschienene, von der Stiftung für das sorbische Volk herausgegebene CD „Mi róžička je za­kćě­ła“ (Ein Röslein ist mir erblüht) des einzigen professionellen sorbischen Countertenors Stephan Noack bietet Liebhabern des höchsten männlichen Registers einen interessanten Überblick über hiesige Volks- wie Kunstmusik. Insgesamt sind 26 Lieder in obersorbischer Sprache vertreten, wobei es sich größtenteils um spezielle Bearbeitungen handelt. Dem Sänger standen während der Aufnahmen, die im Zeitraum vom 23. Februar bis zum 17. Mai 2017 in Dresden unter der Leitung von Johannes Gerstengarbe stattfanden, die Sopranistin Daniela Haase, die Flötistin Marie-Luise Fritzsche, die Pianistin Gina Hentsch sowie der Cellist Helfried Knopsmeier zur Seite. Die Letztgenannten zeichnen zudem für den Hauptteil der Neuarrangements verantwortlich, weitere stammen von Jan Bulank und Jan Cyž.

Telegramm (29.11.17)

Mittwoch, 29. November 2017 geschrieben von:

Reformation und Ethnizität

Bautzen. Eine internationale Konferenz des Sorbischen Instituts und der Baltischen Historischen Kommission widmete sich vom 23. bis 25. November in Bautzen den Sorben, Letten und Esten im 16. und 17. Jahrhundert. Beleuchtet wurden langfristige Auswirkungen der Reformation auf die Glaubens- und Lebenswelten der kleinen Völker Ostmitteleuropas mithilfe neuer Aspekte aus den Geschichts-,­ Kultur-, Literatur- und Sprach­wissenschaften sowie aus Theologie und Kunstgeschichte.

Mobil nach Worten suchen

Bautzen. Der Sorbische Schulverein erarbeitet mit Unterstützung der Stiftung für das sorbische Volk ein neues Internetangebot. Die Seite soll im Februar 2018 online gehen. Sie soll auf mobilen Geräten abrufbar sein. Unter dem Namen „Dyrdomdej“ (Abenteuer) vereint das Angebot Lehr-, Lern- und Beschäftigungsmaterialien für Erzieher, Eltern und Kinder zum Erlernen und zum Anwenden der sorbischen Sprache.

Verordnung überprüfen

Der amerikanische Präsident Donald Trump auf „Heimatbesuch“ in der Lausitz – dieser Beitrag der Dresdner Studentengruppe „Bjarnat Krawc“ trug wie viele andere zu einer gelungenen und wie immer abwechslungsreichen Schadźowanka bei. Das traditionelle obersorbische Studententreffen fand am 25. November in der Bautzener „Krone“ statt. Foto: SN/Matthias Bulang

Wunsch nach Verjüngung

Mittwoch, 29. November 2017 geschrieben von:

Sorbischer Schulverein agiert weiter mit erfahrener Vorsitzenden

Crostwitz (SN/MiR). Ludmila Budar wurde als Vorsitzende des Sorbischen Schulvereins (SSV) in ihrem Amt bestätigt. Am 18. November gaben ihr 47 der 51 anwesenden wahlberechtigten Mitglieder in der Crostwitzer Mehrzweckhalle „Jednota“ das Votum zum „Weitermachen“. Im Vorstand arbeitet neben Margot Haschke, Stefan Rehde, René Jatzwauck, Jadwiga Zschieschang und Nicole Rehor nun auch Beno Hoyer mit, Lehrer an der Oberschule „Michał Hórnik“ Räckelwitz. Michael Walde, Lehrer in Ralbitz und langjähriges Vorstandsmitglied, war zur Wahl nicht mehr angetreten. Beno Hoyer sagte den SN nach der Wahl: „Eine meiner Aufgaben wird es sein, Lehrer zu gewinnen, die wieder aktiv im SSV mitarbeiten, der sich als einziger Fachverein für sorbische Bildungsaufgaben und so auch für die Lehrerschaft einsetzt.“ Zur Wahlveranstaltung waren nur wenige Lehrer erschienen, obwohl sie den Großteil der Mitgliedschaft des SSV ausmachen.

Dreikretscham (AB/SN/CoR). Wie soll man Weihnachten feiern? Und wie gehen wir mit unseren Mitmenschen um? Darum geht es in der Weihnachtsgeschichte „A Christmas Carol“ des englischen Schriftstellers Charles Dickens (1812–1870), in der der menschenfeindliche reiche Geizhals Scrooge sich durch den Besuch dreier Geister zum Menschenfreund wandelt. Das Stück für nur einen Schauspieler erlebte am 19. November in Dreikretscham seine obersorbische Premiere als „Hodowna stawizna“.

Unterstützung auch für 2018

Mittwoch, 29. November 2017 geschrieben von:

Die Lausitzer Energie Bergbau und Kraftwerke (LEAG) bekennen sich weiterhin zu ihrer Verantwortung für die sorbischen Menschen in der Lausitz. Auch im Jahr 2018 wird die Zusammenarbeit auf Grundlage der Kooperationserklärung der Domowina mit dem LEAG-Vorgänger Vattenfall fortgeführt.

Dissen (SN/at). Der Domowina-Vorsitzende David Statnik ist froh darüber, dass sich die LEAG zu ihrer Verantwortung für die sorbischen Menschen bekennt, äußerte er nach dem gemeinsamen Arbeitstreffen am 15. November im Heimatmuseum Dissen bei Cottbus. Mit Sorge jedoch erfüllt die Domowina-Vertreter „die gegenwärtige Unsicherheit in der Energiepolitik. Die Menschen in der Lausitz, nicht nur die Sorben, müssen wissen, woran sie sind. Sie brauchen eine Lebens- und Zukunftsperspektive“, so der Domowina-Vorsitzende. Die LEAG hat sich zu dieser Kooperationserklärung bekannt. Um sie weiterhin zu verwirklichen, erwarte die Domowina „Zuverlässigkeit und sichere Rahmenbedingungen“.

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