Entwurf mit neuen Hindernissen

Mittwoch, 25. Oktober 2017 geschrieben von:

Eine Mindestzahl für Schülersprachgruppen im Fach Niedersorbisch/Wendisch gibt es nicht mehr. Dafür überraschende Bedingungen für die Teilnahme an diesem Unterricht.

Potsdam/Cottbus (SN/at). Ein neuer Entwurf der Sorbischen Schulverordnung (SWSchulV) im Land Brandenburg liegt seit Anfang Oktober den sorbischen Gremien in der Niederlausitz vor. Und mit ihm ein neues Problem, mit dem sich deren Vertreter nun auseinanderzusetzen haben.

Zukünftig soll Niedersorbisch/Wendisch als eigenes Fach oder als Fremdsprache unterrichtet werden. Als problematisch erweist dabei die Absicht des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport, nur noch Schülerinnen und Schüler zum Sorbischunterricht zuzulassen, die entsprechend ihrem Alter Niedersorbisch auf einem hohen Niveau sprechen. Das heißt, sie müssen in der Regel eine Witaj-Kindertagesstätte besucht haben. Wer diese Kenntnisse aus der Vorschulzeit nicht nachweisen kann, dem bleibt als Alternative nur, Niedersorbisch/Wendisch als Fremd­sprache zu erlernen.

Fast ein Wunder

Mittwoch, 25. Oktober 2017 geschrieben von:

Das Sorbische Institut begeht in diesem Jahr den 25. Jahrestag seiner Neugründung. Cordula Ratajczak hat sich mit Interimsdirektor Dr. Hauke Bartels unterhalten.

25 Jahre Sorbisches Institut und zuvor rund 40 Jahre Institut für sorbische Volksforschung – wie fällt die Bilanz aus?

H. Bartels: Wesentlich ist, dass in dieser Zeit eine überwältigende – von den Sorben manchmal unterschätzte – Kumulation von Wissen entstanden ist. 58 Bände in der alten und 62 in der neuen Schriftenreihe, plus „Lětopis“, plus Neben­reihen, plus Sonderpublikationen, plus Publikationen in anderen Verlagen, plus Online-Publikationen – wenn man sich das alles wegdenkt, dann kann man ermessen, welche unglaubliche Bedeutung das Institut hat, wenn es um das Wissen über die Sorben geht. Menge und Qualität der Ergebnisse sind für eine Min­derheit­ dieser Größe fast ein Wunder.

Welche Online-Dienste bieten Sie an?

Alle Möglichkeiten ausschöpfen

Mittwoch, 25. Oktober 2017 geschrieben von:

Potsdam (SN/JaW). Brandenburg will die Ausbildung sorbischer/wendischer Lehrer, die nicht das Fach Sorbisch/Wendisch studieren, besser fördern. Das erfuhren die Mitglieder der Räte für sorbische Angelegenheiten in Sachsen und Brandenburg auf ihrer gemeinsamen Sitzung am 17. Oktober in Potsdam. Grundlage dafür soll das Sächsische Berufsakademiegesetz sein, in dem geregelt ist, dass muttersprachliche Sorben, die zum Beispiel Mathematik auf Lehramt studieren, in ihrer Beurteilung einen Pluspunkt erhalten. „Brandenburg hat dies vorgesehen, beschlossen ist aber noch nichts“, bestätigte der Vorsitzende des dortigen Sorben-/Wendenrates Torsten Mack.

Steinmeier zu Besuch bei der FUEN

Mittwoch, 25. Oktober 2017 geschrieben von:

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besuchte Anfang Oktober die Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) im Haus der Minderheiten in Flensburg.

Flensburg (SN). Im Rahmen seines Amtsantritts bereist Frank-Walter Steinmeier die Bundesländer Deutschlands. Die FUEN war eines seiner Ziele in Schleswig-Holstein. Hier lernte Steinmeier mehr über das Projekt Haus der Minderheiten und dessen Rolle als „Ort der Demokratie“, ein Titel, der als Leitmotto über der Reise des Bundespräsidenten steht.

Frank-Walter Steinmeier unterstrich den steten Kurs Deutschlands, Minderheitenpolitik zu fördern und die Arbeit der FUEN weiter zu unterstützen. Minderheitenpolitik sei angesichts der aktuellen Entwicklungen in Europa wichtiger denn je, betonte der Bundespräsident. Er würdigte das schleswig-holsteinische Minderheitenmodell als Muster­ beispiel für erfolgreiche Minderheitenpolitik und lobte die Menschen in der deutsch-dänischen Grenzregion dafür, aus der Geschichte und den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben.

Per Briefwahl zum Sorbischen Vorparlament

Mittwoch, 25. Oktober 2017 geschrieben von:

Schleife (SN/at). Der Zeitraum von der Veröffentlichung der Wahlordnung und Berufung des Wahlausschusses bis hin zur Konstituierung eines Sorbischen Vorparlaments soll rund 300 Tage be­tra­gen. Etappen dahin sind unter anderem der Aufruf, sich in das Wählerverzeichnis einzutragen und Wahlvorschläge zu unterbreiten, das Schließen der ­Bewerber­- liste, Bekanntgabe der Wahlvorschläge und Beginn, die Unterlagen für die Briefwahl zu versenden. Am letzten Briefwahltag sollen die Stimmen dann ausgezählt und das Wahlergebnis veröffentlicht werden. Darüber informierte Martin Zerna, Mitglied der niedersorbischen Koordinierungsgruppe des Ältestenrates (Rada starostow), am 19. Oktober auf der Pressekonferenz der Initiative für eine demokratisch legitimierte sorbische Volksvertretung Serb­ski Sejm und des Ältestenrates in Schleife.

Priester im Visier der Stasi

Mittwoch, 25. Oktober 2017 geschrieben von:

Auch 28 Jahre nach der gesellschaftlichen Wende ist das Interesse an der Stasi-Aufarbeitung immer noch groß. Beim Schmochtitzer Forum am 12. Oktober war die Scheunenkirche im Bischof-Benno-Haus voll besetzt. Allerdings hauptsächlich mit Menschen, die die DDR-Zeit selbst miterlebt hatten.

Der Wissenschaftler und Theologe Dr. Gregor Buß stellte sein Buch „Katholische Priester und Staatssicherheit“ vor. Drei Jahre hatte er dieser Arbeit, mit der er promovierte, gewidmet. Dabei hatte er über 1 000 Seiten Akten gewälzt. Kaum eine Berufsgruppe sei so gut untersucht wie die der katholischen Priester. Bereits 1998 erschien die Publikation „Kirche im Visier“, auf die Gregor Buß aufbauen konnte. Der Anteil der katho­lischen Geistlichen, die als Informelle Mitarbeiter (IM) tätig waren, sei höher gewesen als der durchschnittliche Anteil anderer Berufsgruppen, bezogen auf die Gesamtzahl­ der Bevölkerung. Das sei wohl darauf zurückzuführen, dass Priester von der Stasi als relevante Persönlichkeiten eingestuft wurden.

Zweisprachigkeit faszinierte Sieger

Mittwoch, 25. Oktober 2017 geschrieben von:
Die Fußballer der SG Crostwitz empfingen in der 3. Runde des Sachsenpokals am 8. Oktober den Drittligisten FSV Zwickau. Zwar unterlagen die Gastgeber mit 0:5, doch von Zwickauer Seite wussten viele von der hiesigen Zweisprachigkeit. Zuschauer wie auch Spieler waren vom lebendigen Sorbisch fasziniert. Foto: Jörg Stephan

Oberbürgermeister sichert Hilfe zu

Mittwoch, 25. Oktober 2017 geschrieben von:

Cottbus (SN/JaW). Sorbische/Wendische Bildungsfragen in Brandenburg standen unter anderem im Mittelpunkt eines Arbeitstreffens­ von Domowina-Vertretern mit Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) am 10. Oktober in Cottbus. Neben dem stellvertretenden Domo­wina-Geschäftsführer Marcus Koin­zer nahmen zwölf weitere Vertreter sorbischer/wendischer Institutionen und Vereine an dem Arbeitsgespräch teil, darunter die Vorsitzende des Sorbischen Schulvereins Ludmila Budar, der Vorsitzende des Rates für sorbische/wendische Angelegenheiten in Brandenburg Torsten Mack, die stellvertretende Direktorin der Stiftung für das sorbische Volk Sabine Sieg, der kommissarische Leiter des Sorbischen Instituts Dr. Hauke Bartels und der Vorsitzende des Domowina-Regionalverbandes Niederlausitz William Janhoefer.

Fotografien im Abstand eines Vierteljahrhunderts

Mittwoch, 25. Oktober 2017 geschrieben von:

Bautzen/Frankfurt a. M. (SN/bn). Der damals in Berlin wirkende Fotojournalist Andreas Varnhorn kam 1992 zufällig in die Lausitz. Landschaft und Bewohner haben den Künstler – der sich indes selbst nicht als solchen bezeichnet – sofort fasziniert. Seinem Auge folgend, begann er ohne konkrete Absicht zu fotografieren. Dabei verbrauchte er mehr als 100 Filme, die zu nahezu 4 000 Schwarzweißbildern wurden. Überaus offene Sorben vor allem aus Crostwitz, Prautitz, Panschwitz-Kuckau und Lehndorf erlaubten ihm nicht nur tiefe Einblicke in ihr Familienleben und das Einfangen selbst persönlichster Augenblicke, sondern begleiteten ihn außerdem auch zu Festen und Bräuchen.

Die Liebhaber des sorbischen Liedes waren beim ersten der von der Stiftung für das sorbische Volk organisierten diesjährigen Herbstkonzerte am 8. Oktober in Nebelschütz von den Darbietungen des ältesten sorbischen Chores, Meja aus Radibor, äußerst angetan. Unter Leitung von Peter Ziesch erklang ein abwechslungsreiches und thematisch sehr gut aufgebautes Programm, durch das Lydia Soppa und Benno Bilk das Publikum routiniert begleiteten. Foto: Janek Schäfer

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