Telegramm (27.06.18)

Mittwoch, 27. Juni 2018 geschrieben von:

Ausgleich für Mehrausgaben

Dresden. Sächsische Kommunen im zweisprachigen Siedlungsgebiet erhalten für ihre Aufwendungen für zweisprachige Beschriftungen oder Übersetzungen ab 2019 jährlich 5 000 Euro zusätzlich. Die Landesregierung hat die Mittel im neuen Haushalt eingeplant, wie die Vorsitzende des Rates für sorbische Angelegenheiten Sachsens Maria Michalk unter Berufung auf Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) mitteilt.

Bericht im Kreistag

Bautzen. Der Kreistag Bautzen behandelte in seiner Sitzung am 25. Juni den Bericht des Landrates zur Umsetzung der Satzung für die Wahrung, Förderung und Entwicklung der sorbischen Sprache und Kultur im Landkreis Bautzen im Jahr 2017. Der Bericht beinhaltet überwiegend Leistungen der Landkreisverwaltung sowie in deren Trägerschaft stehender sorbischer Einrichtungen und trifft weniger wertende Aussagen. Ein Schwerpunkt ist die zweisprachige Beschilderung.

Mit Minister Piwarz beraten

Neue zweisprachige Wahlformulare

Mittwoch, 27. Juni 2018 geschrieben von:

Mit der Novelle der Kommunalwahlordnung im Freistaat Sachsen wurden für die Briefwahlen weitere deutsch-sorbische Formulare eingeführt. Damit entspricht das Sächsische Staatsministerium des Innern nicht nur dem sächsischen Sorbengesetz, sondern gleicht die Zweisprachigkeit im Kommunalwahlrecht derjenigen im Landeswahlrecht an.

Bautzen/Dresden (SN/at). Immer wieder kam es bei den Bürgermeister- oder Gemeinderatswahlen in den vergangenen Jahren in der zweisprachigen Lausitz zu Be­schwerden, dass die zugesandten Wahlunterlagen nicht in deutscher und sorbischer Sprache ausgefertigt waren. Mit diesen Eingaben hatten sich sowohl der Rat für sorbische Angelegenheiten wie auch die Domowina als Dachverband sorbischer Vereine zu befassen. Zudem liegen im Landeswahlrecht, das die Wahl des Sächsischen Landtages regelt, bereits mehr Formulare zweisprachig vor, als es bisher im Kommunalwahlrecht verankert war. Eine Angleichung sah auch das Ministerium als geboten an und informierte den Sorbenrat bereits im Juni 2017 über das Vorhaben.

Ljouwert (SN/bn). Ljouwert, niederländisch Leeuwarden, eine der beiden europäischen Kulturhauptstädte 2018, war vom 20. bis zum 24. Juni Gastgeber des 63. Kongresses der Föderalistischen Union europäischer Nationalitäten (FUEN). Das wichtigste Thema war die Initiative Minority SafePack (MSPI). „Unsere größte Herausforderung ist zu unserem größten Erfolg geworden“, sagte Loránt Vincze, Präsident der FUEN, „nun müssen wir entscheiden, wann wir an die Kommission der Europäischen Union herantreten, um die Anliegen von über 1,3 Millionen Bürgern vorzubringen. Es ist an der Zeit, dass Minderheitenschutz zu einer Angelegenheit der EU wird.“

Diskussion bleibt aktuell

Mittwoch, 27. Juni 2018 geschrieben von:

Crostwitz (SN/mwe/JaW). Der Domowina-Regionalverband Kamenz sollte seinen Namen „Michał Hórnik“ behalten. Darüber waren sich die Mitglieder des Vorstandes auf ihrer Beratung am 6. Juni in Crostwitz einig. Bis zur nächsten Hauptversammlung des Verbandes sollten sich dazu aber auch die Mitglieder der einzelnen Domowina-Ortsgruppen äußern. Die Diskussion über eine mögliche Namensänderung in „Serbski kraj“ (Sorbisches Land), die ein einzelnes Mitglied auf der Jahreshauptversammlung am 9. März ins Rollen brachte und damit für Zündstoff auch in anderen Regio­nalverbänden sorgte, bleibt weiterhin aktuell.

Der Regionalverband will auch künftig die Gemeinde Panschwitz-Kuckau tatkräftig bei der Neueinrichtung des Ćišinski-Museums unterstützen. Das hat der Vorstand einstimmig beschlossen. Neben neuen Räumen müssen auch die Bewirtschaftung sowie die Besetzung mit Personal geregelt werden. Zur Klärung der Sachverhalte will sich Domowina-Vorsitzender David Statnik bald mit Bürgermeister Markus Kreuz (CDU) treffen.

Bereits zum 13. Mal lud der Sorbische Schulverein (SSV) zum Familienfest ein. Etwa 200 Kinder, Eltern und Großeltern waren am 10. Juni nach Horka geeilt, um gemeinsam zu feiern.

Horka (SN/MiR). Am Sportplatz in Horka staunten Gäste des dortigen Sportlerheims nicht schlecht, als sich Wiese und Zelt mit fröhlichem Kinderlachen füllten. Einige Gäste nutzten die Gelegenheit, um sich auf dem Festgelände umzusehen und sich mit Bekannten zu unterhalten. Die ehemalige Inhaberin der Sportlergaststätte Käthe Müller saß mitten im Festzelt und sagte: „Für uns ist dieses Fest jedes Jahr etwas Besonderes. Hier feiern nämlich alle Generationen miteinander, so wie es bei uns Brauch ist.“ Und der Horkaer Benno Domaschke versicherte: „Unsere Enkel sind jedes Jahr dabei. Dieses Fest hat für uns Tradition.“

Zum Tag der offenen Tür gewandert

Mittwoch, 27. Juni 2018 geschrieben von:
Auf eine etwas andere Weise hat ein Grüppchen Interessenten am 9. Juni den Tag der­ offenen Tür im Martin-Nowak-Neumann-Haus in Nechern bei Weißenberg ­begangen. Auf Einladung des Bautzener Regionalverbandes der Domowina „Jan ­Arnošt Smoler“ versammelten sich die Teilnehmer am Grab Martin Nowak­Neumanns in Gröditz. Von dort wanderte die Gruppe nach Nechern, wo zum Tag der offenen Tür weitere Gäste begrüßt wurden. Foto: SN/Matthias Bulang

Ein Schaufenster zum Bestaunen

Mittwoch, 27. Juni 2018 geschrieben von:

Das ortsansässige Handwerk wirbt mit dem „Schaufenster Handwerk“ um die Gunst Jugendlicher. Ziel ist es, attraktive Berufe in den Fokus zu rücken und modern zu präsentieren.

Hoyerswerda (SN/BŠe). Handwerksinnungen gibt es schon seit dem Mittelalter. Damals hatten sich die Handwerker in Zünften organisiert. Bis heute sind die Vereinigungen erhalten geblieben, welchen eine wichtige Bedeutung zuteil wird. Immer wichtiger wird es, das Handwerk in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Mit einem Schaufenster zum Thema Handwerk werben ortsansässige Unternehmen für besondere Aufmerksamkeit. Hier werden Gesellen- und Meisterstücke ausgestellt. Anfang Juni wurde die Ausstellung eröffnet. Der Ort inmitten in der Altstadt von Hoyerswerda ist passend, denn die Stadt feiert gerade ihr 750. Jubiläum. Zahlreiche Veranstaltungen sind also geplant. Mit dem „Schaufenster Handwerk“ leistet die Kreishandwerkerschaft Bautzen einen wichtigen Beitrag.

Integration spielend verwirklichen

Mittwoch, 27. Juni 2018 geschrieben von:
Am 18. Juni wurde das Bautzener Tespis-Zentrum in der Goschwitzstraße eröffnet. Dort sollen unterschiedliche Theaterprojekte koordiniert und realisiert werden. Der Schwerpunkt liegt in der transkulturellen Integration durch das gemeinsame Spiel. Unter anderem steht eine Bürgerbühne allen Interessierten offen. Sieben Pädagogen betreuen das Projekt, das das Deutsch-Sorbische Volkstheater als Reaktion auf die Ereignisse auf dem Kornmarkt ins Leben gerufen hat. Foto: SN/Matthias Bulang

Auf neue Inschrift geeinigt

Mittwoch, 27. Juni 2018 geschrieben von:

Es bleibt selbst in Bautzen noch viel zu tun­, stellte der Sorbische Arbeitskreis des Stadtrates auf seiner letzten ­Sitzung zum wiederholten Mal fest. Aber es gibt auch einen Lichtblick.

Bautzen (CK/SN). Seit dem Bautzener Frühling hat die Stadt Bautzen einen Platz der Partnerstädte. Im Beisein von Vertretern aus Worms, Heidelberg, Jelenia Góra (PL), Jablonec nad Nisou (CZ) und Dreux (Frankreich) war der Platz unterhalb der Alten Wasserkunst zum Stadtfest umbenannt worden. An einer Mauer sind Schilder mit Informationen und Fotos zu der jeweiligen Stadt befestigt – aber ohne sorbische Übersetzung.

Panschwitz-Kuckau (SN/MWj). Die Zeit der langen Umleitungen in und um Panschwitz-Kuckau wegen des Neubaus der Brücke über das Klosterwasser neigt sich wohl ihrem Ende entgegen. Offensichtlich wird das Bauwerk einen halben Monat eher fertig als ursprünglich geplant. Auf der vergangenen Sitzung des Gemeinderates am 7. Juni gab Bürgermeister Markus Kreuz (CDU) als Übergabe­termin den 13. Juli um 17 Uhr bekannt. Auf Nachfrage beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) bestätigte Pressesprecherin Isabell Siebert diesen Termin.

Bis dahin soll die kleine Brücke über das Klosterwasser abgerissen sein. Deshalb können Fußgänger die neue Brücke schon eher benutzen, und zwar auf einem Gehweg, welcher vor der Schmiede Hausch teilweise über die fast fertige Baustelle führen wird. Ebenfalls bis zum Übergabetermin wird noch das letzte Stück der Staatsstraße S 100 von der Baustelle bis zum Ortsausgang Richtung Bautzen erneuert. Dort erhält die Straße eine neue Asphaltschicht.

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