Die Gefahr ist nicht gebannt

srjeda, 30. oktobera 2019 spisane wot:
Axel Arlt

Die neue Sorben/Wenden-Schulverordnung des Landes Brandenburg kann getrost als „Never Ending Story“ bezeichnet werden. Es ist der Landesregierung von SPD und Die Linke in der vergangenen Wahlperiode nicht gelungen, diese für den Sorbischunterricht in der Niederlausitz so wichtige Rechtsgrundlage zu beschließen. Sorbische/Wendische Forderungen, auch die seitens der Elterninitiative von Kathleen Komolka und ihren MitstreiterInnen, konnten bisher nicht mit den Vorstellungen im zuständigen Ministerium für Bildung, Jugend und Sport in Übereinstimmung gebracht werden. Selbst Gespräche mit Minister Günter Baaske und seiner Nachfolgerin Britta Ernst führten nicht zum notwendigen Durchbruch.

Lebendige Zweisprachigkeit

srjeda, 25. septembera 2019 spisane wot:
Axel Arlt

Der Ralbitzer Gemeinderat Thomas Bensch brachte seinen Ärger nach einer Gemeinderatssitzung unlängst in den Serbske Nowiny zum Ausdruck: „Warum ist es oft nicht möglich, eine lebendige Zweisprachigkeit auch so zu verstehen, dass es nicht ständig notwendig ist, sobald ein Deutscher oder ein des Sorbischen nicht Mächtiger anwesend ist, automatisch in die deutsche Sprache zu wechseln?“

Ist diese Erscheinung, die Thomas Bensch hier berechtigt kritisiert, eine Spätfolge der jahrhundertelangen Unterdrückung alles Sorbischen? Drückt sich darin falsche Rücksichtnahme aus, das Gegenüber nicht verletzen zu wollen, da es sich ja „unserer“ Sprache nicht bedient? Das Sorbische aber darunter leidet, zurückgedrängt wird?

Dunkle Wolken am Himmel

srjeda, 28. awgusta 2019 spisane wot:
Marko Wenke

Angesichts der Wahlen der Landtage von Sachsen und Brandenburg am 1. September komme ich mir vor wie vor einem Gewitter. Noch scheint die Sonne, doch am Horizont nähern sich dunkle Wolken mit Blitz und Donner. Auch wenn die neuesten Meinungsumfragen etwas besser aussehen als noch vor einer Woche, so ist es noch lange nicht sicher, dass die sächsische CDU stärkste politische Kraft im Freistaat bleibt. Denkbar ist auch, dass so etwas wie ein politisches Chaos ausbricht, sollte die AfD die Wahlen gewinnen. Und selbst wenn Ministerpräsident Michael Kretschmer mit einigen Stimmen Vorsprung als Sieger aus den Wahlen hervorgeht, wird er es sehr schwer haben, eine Regierung bilden zu können. In Brandenburg sieht es nicht besser aus. Dort liefern sich die SPD von Ministerpräsident Dietmar Woidke und die AfD ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit völlig ungewissem Ausgang.

Eine vertane Chance

srjeda, 31. julija 2019 spisane wot:
Janek Schäfer

Ist alles in Ordnung in Sachsen und bei den Sorben? Diese Frage habe ich mir bereits oft gestellt, besonders aber in den letzten Tagen. Bekanntlich geht es auf die Landtagswahlen am 1. September in Sachsen zu.

Man könnte meinen, dass alles Bestens sei. Am 3. Juli hat der Sächsische Landtag in Dresden den 2. Maßnahmenplan der Sächsischen Staatsregierung zur Ermutigung und zur Belebung des Gebrauchs der sorbischen Sprache beschlossen, das XIII. Internationale Folkorefestival „Lausitz 2019“, auf dem sich auch manch einer der sächsischer Politprominenz zeigte, war besonders erfolgreich, die Krabatfestspiele in Schwarzkollm haben in ihrer achten Inszenierung nochmals verstärkt auf das Sorbische gesetzt – dafür noch ein riesengroßes Lob auch aus unserer Redaktion! – , und der Sorbische Rundfunk wird ab dem 6. Januar sein Frühprogramm im MDR um eine Stunde erweitern. Lauter gute Nachrichten für die Sorben in Sachsen. Ein Schelm, der zu denken wagt, es sei nicht alles in Ordnung. Und doch! Ich denke genau das. Es ist nämlich nicht alles „in Butter“.

Impulse und Beharren

srjeda, 26. junija 2019 spisane wot:
Axel Arlt

Eine Sitzungswoche noch haben die Abgeordneten des Sächsischen Landtages zu absolvieren. Danach endet für sie de facto die Wahlperiode, denn am 1. September wird ein neuer Landtag gewählt.

Mit Blick auf die sorbische Sprache kam mit den Verhandlungen zum Doppelhaushalt 2019/2020 im Herbst 2018 noch einmal Schwung in die aktuelle Wahlperiode. Unlängst wurde das erneut deutlich. Der Kabinettsbeschluss über den Zweiten Maßnahmeplan der Staatsregierung zur Ermutigung und zur Belebung des Gebrauchs der sorbischen Sprache baut auf Bemühungen auf und knüpft an Vorhaben an, die 2012 mit dem ersten Plan angestoßen wurden.

Ernüchterung und Trendwende?

srjeda, 29. meje 2019 spisane wot:
Julian Nyča

Die Kommunalwahlen 2019 sind ebenso wie die Europawahl Geschichte. Wie schon vor zwei Jahren unterscheiden sich die Ergebnisse insbesondere in Sachsen und Brandenburg signifikant vom Rest des Landes. Konnte die deutschnationale AfD im gesamten Land nur ein eher mäßiges, gerade so zweistelliges Ergebnis einfahren, so ist sie in den beiden Bundesländern am östlichen Rand erneut knapp zur stärksten Kraft geworden. Federn lassen mussten dabei vor allem die jeweiligen Regierungsparteien, CDU in Sachsen und SPD in Brandenburg. Sollten die Wahlen im Mai ein Stimmungstest für die Landtagswahlen im Herbst gewesen sein, müssen sich die Landesregierungen unter Kretschmer und Woidke nun ordentlich ins Zeug legen, um noch eine Chance zu haben.

Landtagswahl 2019 eine Zäsur?

srjeda, 24. apryla 2019 spisane wot:
Axel Arlt

Die Verfassung des Freistaates Sachsen ist gewiss keine Alltagslektüre in dem Sinne, dass man täglich darin liest. Dennoch ist es interessant, sich den Inhalt einzelner Artikel hin und wieder zu vergegenwärtigen und dabei sogar einen Schritt weiterzugehen. Nachzulesen etwa, was der Kommentar zur sächsischen Verfassung an Hintergründen preisgibt.

Was die Autoren Bernd Kunzmann, Michael Hass, Uwe Bartlitz und Harald Baumann-Hasske zum „sorbischen“ Artikel 6 festgehalten haben, zeugt von einem hohen Anspruch, den sich die im ersten sächsischen Nachwende-Landtag vertretenen Parteien CDU, Linke Liste/PDS, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen auferlegten. Diese erklärten, „dass die Sorben in den bestehenden Parteien und Vereinigungen besser vertreten werden als durch eigene nationale Bewerber“. Eine von der Fünfprozentklausel befreite sorbische Minderheitenpartei, von der im ersten Verfassungsentwurf noch die Rede war, sei nicht nötig. Die genannten Parteien würden selbst immer sorbische Bewerber auf „aussichtsreichen“ Plätzen nominieren.

Mit welcher Idee sind Sie dabei?

srjeda, 27. měrca 2019 spisane wot:
Axel Arlt

Die Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung hat ihre Arbeit getan. Nun ist der Blick auch aus der Lausitz nach Berlin gerichtet, wo die Bundesregierung recht bald die gesetzliche Grundlage für den Braunkohle-Ausstieg vorlegen will.

Miteinander – zwei Beispiele

srjeda, 27. februara 2019 spisane wot:
Axel Arlt

Wenn an dieser Stelle ein Rückblick auf den zurückliegenden Monat gestattet ist, so sind aus dem sorbischen Leben zwei Ereignisse zu nennen, die besonders erwähnenswert sind. Beide hat es in dieser Form noch nicht gegeben. Deshalb können sie für die Zukunft des sorbischen Miteinanders beispielhaft sein.

In Sorge um das Haus der Sorben

srjeda, 30. januara 2019 spisane wot:
Axel Arlt

Die Sorbische Kulturinformation im Haus der Sorben am Bautzener Postplatz soll wieder einmal umziehen. Dem zumindest haben die sorbischen/wendischen Mitglieder des Rates der Stiftung für das sorbische Volk im November 2018 zugestimmt. Wenn für das Sorbische Institut und das Sorbische Kultur­archiv ein neues Domizil am Lauengraben entsteht, könnte diese Lage ebenso der Sorbischen Kulturinformation einen größeren Publikumsverkehr bescheren.

Wieder einmal, so könnte man sagen, halten es die Verantwortlichen der sorbischen Stiftung für geboten, der Sorbischen Kulturinformation einen Umzug zu empfehlen. Das letzte Ansinnen benannte die Röhrscheidtbastei des Sorbischen National-Ensembles als neuen Standort. Und wie in diesem, von einigen längst vergessenen Fall, bleibt eine Frage derzeit erneut unbeantwortet: Was geschieht mit dem Haus der Sorben?

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