Aufgabe, die bestehen bleibt

srjeda, 27. junija 2018 spisane wot:
Robert Lorenz„An drei Tischen diskutierten insgesamt etwa 30 Bürgerinnen und Bürger, Kommunalpolitiker und Sorben über Gegenwart und Zukunft.“ Manchmal genügt ein Satz, um ein Problem deutlich zu umreißen. Wie diese bemerkenswerte Aufteilung der Bautzener Bürgerschaft aus der Pressemeldung der Stadt Bautzen zur Veranstaltung „Kultur und Sorben“ am 4. Juni. Hier ging es um das künftige Leitbild von Bautzen. Wäre das Sorbische tatsächlich in dem Maße selbstverständlich für die „Hauptstadt der Sorben“, wie es immer wieder gern von verschiedener Seite betont wird, müsste man es wohl nicht zum Sonderpunkt beim Austausch über die „weichen Standortfaktoren“ erklären. Dann wäre es ein normales Element jeder der insgesamt acht Leitbild-Themenrunden von Wirtschaft bis Vereinsleben. Doch leider sind wir von einem solchen Zustand in Bautzen noch immer weit entfernt und das Sorbische fand sich einmal mehr in zunächst sicherlich guter Absicht exotisiert und zum Sonderthema stilisiert.

Öffnen sich Onlinemedien

srjeda, 30. meje 2018 spisane wot:

MIDAS hat sich der Entwicklung der Zeit angepasst

Ostrava (SN/JaW). Die Europäische Vereinigung von Tageszeitungen in Minderheiten- und Regionalsprachen MIDAS hat sich der Zeit angepasst und nimmt nun auch Onlinemedien auf. Das beschloss die MIDAS-Hauptversammlung am 25. Mai in Ostrava. „Sich Internetmedien zu öffnen war nötig. Auch viele unserer Mitgliedszeitungen publizieren mehr und mehr im Internet“, sagte der Mitbegründer von ­MIDAS und ehemalige Chefredakteur der slowenischen Tageszeitung in Italien „Primorski Dnevnik“ Bojan Brezigar.

Sehr begrenzter Einblick

srjeda, 30. meje 2018 spisane wot:

Kolloquium befasste sich mit dem Leben und Wirken von Bogumił Šwjela

Bogumił Šwjela (Gotthold Schwela, 1873–1948) war Pfarrer, Sprachwissenschaftler, Publizist und Mitbegründer der Domowina als Bund sorbischer Vereine. Am 20. Mai jährte sich sein Todestag zum 70. Mal. Für die Stadt Cottbus ein würdiger Anlass, um im Rahmen eines Kolloquiums ausgewählte Aspekte aus dem Leben und Wirken dieses bedeutenden Niedersorben genauer zu beleuchten. Zur Veranstaltung am 17. Mai waren rund 80 Interessenten gekommen: Angehörige der Familie, Mitarbeiter niedersorbischer/wendischer Institutionen und Vereine, aber auch Vertreter aus den Dörfern, die für Bogumił Šwjela wichtige Lebensstationen waren, so aus seinem Geburtsort Schorbus, aus Nochten oder Dissen, wo er als Pfarrer wirkte.

„Bogumił Šwjela war ein weiser, gutmütiger Mensch, eine starke Persönlichkeit, die mich als kleines Kind ernst nahm“, stellte sein Enkel Dr. Dieter Schwela eine unvergessliche Erinnerung an die einzige Begegnung mit seinem Großvater im Jahr 1947 seinem Prolog ähnlich den Vorträgen voran.

Vereine haben Vorschlagsrecht

srjeda, 30. meje 2018 spisane wot:

Der Aufruf zur Urwahl eines demokratisch legitimierten sorbischen/wendischen Parlaments Serbski Sejm wurde am 1. Mai in Schwarzkollm veröffentlicht. Die 24 Mitglieder sollen per Briefwahl ermittelt werden. Sorben/Wenden, die mit abstimmen wollen, müssen sich in die Wählerliste einschreiben lassen. Das geschieht auf Antrag.

Nun treten die Bestrebungen für eine legitimierte demokratische sorbische Volksvertretung in die entscheidende Phase. Mit dem veröffentlichten Wahlaufruf ist die Urwahl eines Parlaments Serbski Sejm eingeleitet. Alle Sorben/Wenden, die Staatsbürger der Bundesrepublik Deutschland sind und am letzten Tag der Briefwahl (3. November 2018) das 16. Lebensjahr vollendet haben, sind wahlberechtigt.

Trauer um Detlef Kobjela

srjeda, 30. meje 2018 spisane wot:

Im Alter von 74 Jahren ist der sorbische Komponist Detlef Kobjela am 18. Mai in Bautzen verstorben. Um den aus Willmersdorf (Rogozno) bei Cottbus stammenden Künstler trauert die ganze Lausitz, seine Kollegen ebenso wie die vielen, die Kobjela mit seinem kompositorischen Schaffen begeistert und denen er Freude an der sorbischen Musik vermittelt hat. Einige ihrer in den Serbske Nowiny veröffentlichten Gedanken fassen wir hier in deutscher Sprache zusammen.

Die Stadt Bautzen muss mehr für das Sorbische tun. Das fordert der sorbische Arbeitskreis des Stadtrats. Gefragt sind Kreativität und Gestaltungswille.

In Bautzen ist das Zusammenleben von Deutschen und Sorben selbstverständlich. So bewertet es der Arbeitskreis für sorbische Angelegenheiten des Stadtrats. Und dennoch treibt es dessen Sprecherin Dr. Susanne Hose nach eigener Aussage „die Schamröte ins Gesicht“. So jedenfalls kommentierte sie in dem jährlich fälligen Bericht des Gremiums an den Stadtrat die Tatsache, dass ihre Heimatstadt 2017 nicht am Wettbewerb „Sprachenfreundliche Kommune“ teilnahm. Ausgerechnet Bautzen und damit die Stadt, in der seit Beginn der 1950er-Jahre viele sorbische Einrichtungen ihren Sitz haben, weshalb auch nicht wenige deutsche Einwohner „Bautzen als Hauptstadt der Sorben“ betrachten.

Vom Lachen der Brigadiere

srjeda, 30. meje 2018 spisane wot:

„Kunst und Kohle“ in der Energiefabrik Knappenrode wirft einen faszinierenden Blick auf DDR-Auftragskunst.

Derzeit erlebt die Erinnerungskultur zur alltäglichen Lebenswelt der DDR sowie zur radikalen Transformation der ostdeutschen Gesellschaft nach 1989 einen Paradigmenwechsel. Politikerinnen wie die Staatsministerin für Gleichstellung und Integration Petra Köpping (SPD) in Sachsen stellen erstmals offen die Frage nach den Verlusterfahrungen und emotionalen Verletzungen der arbeitenden Bevölkerung Ostdeutschlands im Zuge der deutschen Wiedervereinigung und nach deren unaufgearbeiteten Nachwirkungen bis heute. Zuletzt hat die Migrationsforscherin Naika Foroutan mit der These aufhorchen lassen, Ostdeutsche und Migranten teilten im heutigen Deutschland sehr ähnliche strukturelle Marginalisierungserfahrungen.

Telegramm (30.05.18)

srjeda, 30. meje 2018 spisane wot:

Online-Sprachkurs

Cottbus. Die Stiftung für das sorbische Volk setzt mit zusätzlicher Unterstützung des Freistaates Sachsen, des Landes Brandenburg sowie des Bundes auf neue Medien beim Sorbischlernen. Nun ist es auch möglich, sich mithilfe des Programms Sorbisch Online Lernen (SOL) das Niedersorbische zu erschließen. Angeboten werden die Sprachstufe A1 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER), sowie die Stufe A2 für Obersorbisch und Informationen zur Anwendung in Englisch.

Filmfestival im Dreiländereck

Zgorzelec. Auf dem 15. Neiße Film Festival (NFF) wurde die tschechisch-slowakische Koproduktion „Nina“ mit dem Hauptpreis ausgezeichnet. Barbara Auer erhielt für ihren Auftritt im Film „Vakuum“ die Auszeichnung für die beste schauspielerische Leistung. Im Rahmen des NFF wurden 120 Werke an 20 Spielstätten im Dreiländereck gezeigt. Unter anderem erlebte Maja Nagels und Julius Günzels Kurzfilm „friedenkriegen“ in Zittau seine Lausitzer Uraufführung.

Mehr sorbische Trauungen

Ein großes Projekt zum Naturschutz, Hochwasserschutz und zur Gewässerentwicklung wurde am 29. Mai im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft gestartet. Die Spree wird zwischen Lömischau und Neudorf, Gemeinde Malsch­witz, renaturiert, 1,5 Kilomter bestehende Altarme wieder in den Flusslauf integriert. Daniel Steinmüller (links) von der Landestal­sperrenverwaltung Sachsen und Dr. Jan Peper vom Biosphärenreservat zeigen die Projektkarte. Foto: SN/Matthias Bulang

Neuer Leiter am Sorbischen Institut

srjeda, 30. meje 2018 spisane wot:

Das Kuratorium des Sorbischen Instituts hat den Slawisten und Germanisten Dr. Hauke Bartels zum neuen Leiter der Institution bestellt, der diese Funktion zuletzt kommissarisch ausgeübt hatte.

Dresden/Bautzen (SN/bn). Das Sorbische Institut (SI) hat einen neuen Leiter. Dr. Hauke Bartels wurde am 18. Mai vom Kuratorium berufen. Der Sprachwissenschaftler hatte in den vergangenen drei Jahren dieses Amt kommissarisch als Nachfolger von Prof. Dr. Dietrich Scholze inne. In den kommenden fünf Jahren soll er die erfolgreiche Umstrukturierung des Instituts fortführen, heißt es in einer Pressemitteilung des Sächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst (SMWK).

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