Kurz vor Ostern werden auch die Pferde in der Oberlausitz langsam unruhig. Plötzlich tauchen ihre Besitzer öfter im Stall auf, die Rösser werden gestriegelt und vom Hufschmied begutachtet. Am Ostersonnabend geht es ans Waschfass, Männer rubbeln die langen Mähnen und drehen Strohwickel hinein. Am nächsten Morgen kommen die Wickel wieder heraus, die Mähnen werden toupiert, manchmal auch geflochten und mit Blüten versehen. Über den Kopf gibt es oft noch einen Kettenschmuck, an den Schweif eine bestickte Schleife, blütenweiß und frisch gebügelt, es sei denn, jemand ist gestorben, dann wird eine schwarze Schleife angebunden. Das Geschirr ist längst gewienert und rund um den Reiter steht oft eine ganze Familie bereit. Die Mutter schließt den letzten Knopf am Hemdkragen ihres Jungen und rückt die Fliege zurecht. Was alles zum Osterreiten in der Oberlausitz dazugehört, das ganze Gewimmel rund um Ross und Reiter, zeigt eindrucksvoll der neue Bildband aus dem Domowina-Verlag in Bautzen: „Jutry doma. Osterreiten“.

Telegramm (25.03.20)

srjeda, 25. měrca 2020 spisane wot:

Das Osterreiten ist untersagt

Bautzen/Ostritz. Das traditionelle Osterreiten in den vorwiegend sorbisch-katholischen Kirchgemeinden findet nicht statt. Wie das Landratsamt Bautzen gestern bekannt gab, hat es die Landesdirektion Sachsen informiert, dass es „in diesem Jahr untersagt ist“. Grund ist die Coronapandemie. Abgesagt ist auch das diesjährige 392. Saatreiten in Ostritz. Damit folgt die Ostritzer Kirchgemeinde den Allgemeinverfügungen des Freistaates Sachsen zum Schutz vor dem Coronavirus.

Dieses Jahr keine Osterstadt

Bautzen. Die Stadt Bautzen ist dieses Jahr keine Osterstadt. Alle geplanten Veranstaltungen der Spreestadt zu dem hohen kirchlichen Fest sind wegen der Coronapandemie abgesagt. Das teilte die Stadtverwaltung mit. Damit findet auch das Osterblasen am Karsamstag, das 1945 ins Leben gerufen wurde, nicht statt. Ebenfalls abgesagt ist der vom Tourismusverein Bautzen organisierte mehr als vier Jahrhunderte alte Osterbrauch des Eierschiebens am Ostersonntag auf dem Bautzener Protschenberg.

Digitale Gottesdienste

Mit einer Modenschau ist am 2. März im Sorbischen Museum Bautzen die überaus erfolgreiche Ausstellung SORBIAN STREET STYLE zu Ende gegangen. Etwa 140 Zuschauer durften erleben, wie Jugendliche Designermodelle aus der Schau zu Leben erweckten, rhythmisch begleitet von sorbischer Popmusik. Foto: Sorbisches Museum Bautzen

Peter Ziesch wird neuer Verlagschef

srjeda, 25. měrca 2020 spisane wot:

Bautzen (SN/JaW). Simon Peter Ziesch wird neuer Geschäftsführer des Domowina-Verlags Bautzen. Das gab der Direktor der Stiftung für das sorbische Volk Jan Budar am 2. März in der Bautzener Smoler’schen Buchhandlung bekannt. Zugleich stellte Direktor Budar den neuen Verlagschef öffentlich vor und beide unterschrieben den Anstellungsvertrag. Simon Peter Ziesch tritt das Amt am 1. Juni an. Er übernimmt die Geschäftsführung von Maria Matschie, die sich Ende Mai in den Ruhestand verabschiedet.

Bereits vor der öffentlichen Vorstellung hatte der Stiftungsdirektor den neuen Verlagsleiter den Mitarbeitern des Hauses vorgestellt. „Der Verlag ist die größte Quelle sorbischer Texte auf hohem qualitativen Niveau. Deshalb ist er auch ein Kleinod“, sagte Budar und verwies zugleich darauf, dass „der Weg in die digitale Welt schon beschritten wird“.

Eltern fordern zwei Klassen

srjeda, 25. měrca 2020 spisane wot:

Gemeinden unterstützen Bemühungen in Ralbitz und Räckelwitz

Ralbitz (SN/MiR/JaW). An allen sorbischen Oberschulen und am Sorbischen Gymnasium in Bautzen (SGB) können im neuen Schuljahr eine oder zwei 5. Klassen gebildet werden. Das geht aus den Anmeldezahlen hervor, die das Bautzener Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) veröffentlicht hat. Gemeldet sind in Räckelwitz 37, in Radibor 36, und in Ralbitz 33 Kinder. In Bautzener wollen 13 und am SGB 42 Kinder lernen. In Wittichenau haben Eltern 59 Schülerinnen und Schüler angemeldet und in Schleife 44.

Dennoch ist nicht sicher, ob in Ralbitz und Räckelwitz zwei 5. Klassen gebildet werden. Darüber soll laut LaSuB endgültig im Mai entschieden werden. Eltern der Ralbitzer Kinder kündigten an, um die Einrichtung zweier Klassen zu kämpfen. Unter anderem haben sie Briefe, in denen sie ihre Situation schildern und zwei 5. Klassen fordern, Kultusminister Christian Piwarz, Kulturministerin Barbara Klepsch und dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (alle drei CDU) geschrieben. Bisher blieben diese jedoch unbeantwortet.

Bautzen (SN/JaW). Das Coronavirus hat das sorbische Kulturleben fest in der Hand. Nach der Weisung der Bundesregierung, dass nur noch für die Versorgung der Bevölkerung wichtige Läden offen bleiben, wurden am 17. März auch alle sorbischen Kultureinrichtungen geschlossen.

Bereits einige Tage zuvor hatte der Domowina-Verlag Bautzen alle Buchpräsentationen und Lesungen wegen der Coronapandemie bis zum 19. April abgesagt. Ab dem 18. März ist auch die Bautzener Smoler’sche Buchhandlung geschlossen. „Unsere Kunden können aber Bücher unseres Hauses weiterhin via Internet unter www.domowina-verlag.de telefonisch oder per Fax bestellen. Wir garantieren bis zum 19. April kostenlose Lieferung“, erklärte die LND-Geschäftsführerin Maria Matschie.

Klares Signal in die Öffentlichkeit

srjeda, 25. měrca 2020 spisane wot:

Seidewinkel (SN/JaW). Zwei aktuellen Themen hat sich der Domowina-Bundesvorstand auf seiner Sitzung am 28. Februar in Seidewinkel gewidmet. Die Beratung war kurz, da das Gremium wegen sehr vieler Krankmeldungen nicht beschlussfähig war. Deshalb konnte auch der freie Platz im Domowina-Präsidium nicht neu besetzt und Marlies Müller nicht zur Vorsitzenden des Bildungsausschusses berufen werden.

Eine klare Aussage traf das Gremium in Hinsicht auf die Bildung neuer 5. Klassen am Schulstandort Ralbitz. Der Bundesvorstand fordert, dass „alle Kinder dort in die Schule gehen dürfen, wo sie die Eltern angemeldet haben“. Zugleich fordert das Gremium, in Ralbitz zwei 5. Klassen einzurichten, und sendet so ein klares Signal in die Öffentlichkeit. Zugleich wurde den Eltern Hilfe angeboten.

Evangelische Sprechweise einbeziehen

srjeda, 25. měrca 2020 spisane wot:

Hochkirch (lm/SN). Groß war das Interesse am Workshop der sorbischen Basisvereine – der sogenannten Bjesadas – zu dem der Sorbische evangelische Verein am 7. März nach Hochkirch geladen hatte. Neben Mitgliedern der Bjesadas aus Königswartha, Göda und Bergen waren auch viele Interessierte aus der näheren Umgebung gekommen.

Ein Drittel mehr Bewerbungen

srjeda, 25. měrca 2020 spisane wot:

Dresden (SN/bn). Das Sächsische Staatsministerium für Regionalentwicklung lobte dieses Jahr zum zweiten Mal den Ideenwettbewerb „Sächsischer Mitmach-Fonds“ aus. Bis zum Stichtag am 15. März wurden insgesamt 2 074 Bewerbungen eingereicht. Dies sei „nach den rund 1 500 Einsendungen 2019 eine Steigerung um ein Drittel“, heißt es in einer Pressemitteilung des Ministeriums.

Cunnewitz (SN/bn/JaW). Die Laientheatergruppe Schönau-Cunnewitz hat die aktuelle Theatersaison erfolgreich beendet. Ihre Inszenierung „Ludźo, njedźiwaj­će so“ (Leute, wundert euch nicht) haben die Laiendarsteller insgesamt zehn Mal vorgestellt. Am 16. Februar spielte die Gruppe zum Saisonabschluss in Lehndorf.

Insgesamt haben sich die Komödie mehr als 1 000 Theaterfreunde angeschaut, was etwas weniger ist als in den vergangenen Jahren. „Das Veranstaltungsangebot in der Lausitz hat zugenommen, was uns weniger Publikum bescherte. Dennoch sind wir zufrieden. Der Anklang war überall, wo wir gespielt haben, groß“, bilanzierte der Vorsitzende Daniel Wenk die diesjährige Saison.

Zum bevorstehenden Jubiläum, dem 30-jährigen Bestehen der Theatergruppe, planen die Laiendarsteller um Daniel Wenk und Regina Scholze die nächste Produktion. Die Premiere soll Anfang November sein. Derzeit werden die sorbischen Texte vorbereitet. „Unsere Fans dürfen sich auf eine neue Komödie freuen“, kündigte Wenk bereits an.

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