Konzerte bieten, und das vollkommen unabhängig vom Genre, viele Möglichkeiten, Musik zu genießen. Der Kunst in diesem Kontext tatsächlich zu lauschen, ist jedoch ein eher seltener Genuss – viel zu oft verleiten Auftritte vor Publikum dazu, sich vom Geschehen auf der Bühne ablenken zu lassen. Im Fall der Virtuosin Carolina Eyck kommt noch hinzu, dass das Theremin, welches sie wie nur wenige andere Musiker weltweit beherrscht, nach wie vor zu den exotischsten Instrumenten gezählt werden darf. Den meisten ihr zusehenden Zuhörer ist es­ schlicht unbegreiflich, wie sie Töne scheinbar aus der Luft erzeugt. Und selbst nachdem sie die grundlegende Funktionsweise erklärt hat, was gewissermaßen ein selbstständiges Element beinahe aller ihrer Programme darstellt, stehen hernach vor allem die in der Tat außergewöhnlichen handwerklichen Fähigkeiten der Künstlerin eher im Mittelpunkt als die Musik.

Wie haben Oma und Opa vor mehr als 100 Jahren im Kirchspiel Schleife geheiratet? Antwort darauf gibt jetzt eine Ausstellung im Sorbischen Kulturzentrum Schleife. Sorbischer können die Erinnerungen gar nicht mehr sein. Das Projekt geht bis in das Jahr 2013 zurück. Damals hatte die Domowina-Ortsgruppe Schleife eine Idee von Wolfgang Kotissek aufgegriffen, dass es sich doch lohnen würde, einmal das Fest der sorbischen Hochzeit im Kirchspiel Schleife über Jahrzehnte zurück zu verfolgen und zu dokumentieren. Sorbische Hochzeiten gab es viele, sie waren eine schöne Tradition im sorbischen Leben.

Im Bautzener Norden ...

srjeda, 25. septembera 2019 spisane wot:

... ging Marko Greulich dieses Mal auf Spurensuche zu historischen Details und Geschichten des einst noch vorwiegend sorbisch geprägten täglichen Lebens im städtischen Umland. Nach den heimischen Dörfern um Hochkirch (2012) und der Gegend zwischen Gröditz und Malsch­witz (2015) konzentrierten sich Autor und Verlag im vorliegenden dritten Buch „A srjedźa Kaponica – Mittendrin der Hahneberg“ auf die Kirchspiele Königswartha, Milkel und Neschwitz.

Wiederum hat Greulich aus sorbischen Zeitungen zwischen 1843 und 1937 originäre Berichte und Informationen ausgewählt und sie mit literarischen Exkursen ergänzt. Etwa ein Viertel des 400 Seiten füllenden Bandes nehmen die chronologischen Beiträge aus den drei Kirchspielen ein. Der sich hierin widerspiegelnde Alltag der ländlichen Bevölkerung macht das Besondere in Greulichs Büchern aus; mit Sicherheit trifft mancher Leser dabei auf einen Namen seiner eigenen Vorfahren oder Nachbarn.

Pünktlich zum 400-jährigen Gemeindejubiläum legt der Domowina-Verlag eine gewichtige Festschrift in deutscher Sprache vor: „St. Michael Bautzen: Kirche – Gemeinde – Dörfer“. Auf 274 Seiten berichten zehn Autorinnen und Autoren vielschichtig über das Schicksal einer kirchlichen Gemeinschaft, die seit jeher von den Sorben geprägt war. Die Michaeliskirche mit ihrem viereckigen steinernen Turm an der südlichen Stadtmauer ist seit vier Jahrhunderten der geistliche Mittelpunkt für die evangelischen Christen aus den Dörfern um Bautzen und aus der Spreestadt selbst. Mit seinen anschaulich erklärenden Kapiteln samt zwei Dutzend historischen „Bausteinen“, also prägnanten Zitaten aus früheren Arbeiten, tendiert das großzügig bebilderte Buch geradezu zum Nachschlagewerk.

Ein ungewöhnliches, ambitioniertes Pro­jekt­ ist die aktuelle CD „poezija lubosće – die Jahreszeiten der Liebe“. Das Leip­ziger Duo mlokawka – eine mögliche Übersetzung wäre „Milchdohle“ – , bestehend aus der Jazzsängerin Walburga Walde und dem Gitarristen Max Löb, vereint auf dem Tonträger Lyrik und Musik.­ Insgesamt enthält er 19 Gedichte von Róža Domašcyna, Tomasz Nawka und Kito Lorenc. Hinzu kommen zwei Bearbeitungen traditioneller sorbischer Volkslieder sowie eine Eigenkomposition. Teilweise rezitieren Walde und Löb die Texte in deutscher, ober- und niedersorbischer Sprache abwechselnd ohne musikalische Begleitung, teilweise ergänzen sie sie mit instrumentalen und/oder stimmlichen Improvisationen.

Der Dialog des Widersprüchlichen

srjeda, 26. junija 2019 spisane wot:

Derzeit haben Kunstliebhaber die Möglichkeit, gleich zwei außergewöhnliche Sonderausstellungen in Bautzen zu besichtigen. Im Gegensatz zur im vergangenen Monat an dieser Stelle präsentierten Exposition „Übergang 03“ im Sorbischen Museum, die unter der Überschrift „Bilder einer Landschaft“ einem homogenen Konzept folgt, deutet die im Juni im Museum Bautzen eröffnete Schau „Kontext & Kontroverse“ bereits im Titel an, dass hier der Dialog des Widersprüchlichen im Mittelpunkt steht.

„Wobrazy krajiny – Podobe pokrajine – Bilder einer Landschaft – Wobraze krajiny. Přechod – Prehod – Übergang – Pśechod 03“ lautet der Titel einer Ausstellung, die unlängst im Bautzener Sorbischen Museum eröffnet wurde und dort noch bis zum 25. August zu sehen sein wird. Anschließend hat das Publikum unter anderem in Ljubljana und Klagenfurt die Möglichkeit, die den jeweiligen räumlichen Gegebenheiten angepasste Exposition zu besuchen. Im Sommer nächsten Jahres soll die Finissage in Cottbus stattfinden. Die Ausstellung ist das Ergebnis eines trinationalen Projekts, das Künstlern verschiedener Gattungen aus der Lausitz, Kärnten und Slowenien ein gemeinsames Forum bietet. Die Schirmherrschaft üben die sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Dr. Eva-Maria Stange, die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg Dr. Martina Münch, der Minister für Kultur der Republik Slowenien Magister Zoran Poznič und der Kärntner Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser aus.

Nach zahllosen Veröffentlichungen im Bereich der Fachliteratur hat der 1936 in Bautzen geborene, viele Jahre als Dozent an der Universität Leipzig lehrende Historiker Hartmut Zwahr die Belletristik für sich entdeckt. „Leipzig – Studentenroman“ ist der zweite von insgesamt vier geplanten Bänden, die die autobiografisch geprägte Lebensgeschichte des Protagonisten Johannes von der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen bis in die Gegenwart wiedergeben. Obwohl es sich um die direkte Fortsetzung des im vergangenen Jahr erschienenen Debüts „Abschiednehmen – Lausitzroman“ handelt, erschließt sich dem Leser das Geschehen auch ohne dessen Lektüre.

Einmal Schlesien – und zurück?

srjeda, 27. měrca 2019 spisane wot:

Mit „Schlesische Metamorphosen“ – einem Buch über Görlitz! – wagt sich der Domowina-Verlag ins Hinterland jenseits der Berge des Limas, die die Ostgrenze des Milzenerlandes bilden. Dennoch bewegt sich die ethnologische Dissertationsschrift von Robert Lorenz in vertrauten Gefilden. Weder die Stadt an der Landeskrone, wo der Autor mehrere Monate als Stadtseelenforscher verbrachte, ist angesichts ihrer (scheinbaren?) Nähe eine Unbekannte, noch die Suche nach – und das Basteln an – der eigenen Identität.

Die Angst als Unwille sich festzulegen

srjeda, 27. februara 2019 spisane wot:

Oftmals führt das Aufzählen diverser Refe­renzen im Zusammenhang mit neu erscheinenden Tonträgern bei bemusterten Rezensenten zu erhöhter Wachsamkeit. Stets steht der Verdacht im Raum, mittels des neudeutsch so genannten Namedroppings soll vom eigentlichen Inhalt abgelenkt werden. Ob also Maik Krahl tatsächlich der „talentierteste Trompeter seiner Generation“ ist, kann der Autor dieser Zeilen weder bestätigen noch dementieren. Dennoch besteht angesichts dieses Zitats von Till Brönner, möglicherweise der Kapazität des deutschen Jazz, kein Grund zur Besorgnis. Zweifelsohne ist Maik Krahl ein Meister seines Fachs, der nun das überzeugende Debüt des nach ihm benannten Quartetts vorgelegt hat.

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