Abschreckung: Keine Spur!

Mittwoch, 26. Februar 2020 geschrieben von:
Janek Schäfer

Die Gewalt gegenüber dem Unbekannten und vermeintlich Fremden nimmt zu. Dies zeigen die jüngsten Ereignisse von Hanau und zuvor in Halle sowie auch im sorbischen Siedlungsgebiet. Erst unlängst gab es erneut Übergriffe von mutmaßlich Rechtsradikalen auf sorbische Jugendliche. Wohin soll dies alles noch führen, frage ich mich öfter denn je und bin nicht der Einzige. Laut werden auch Stimmen, dass die Politik eine Mitverantwortung trägt, weil einige gewählte Vertreter, die sich selbst als Alternative in unserem Land sehen, alles Unbekannte – kurz alles Fremde –, als Bedrohung darstellen und Hass aussäen.

Weg vom „Feigenblatt“

Mittwoch, 29. Januar 2020 geschrieben von:
Axel Arlt

Sowohl beim Kreistag Bautzen wie auch beim Stadtrat der Spreestadt gibt es einen Arbeitskreis für sorbische Angelegenheiten. Beider Wirken leidet darunter, zwar da zu sein, aber wenig bewirken zu können. Dieser unbefriedigende Status wird auch als „Feigenblatt“ beschrieben, mit dem man sich gegenüber anderen Kommunen oder Landkreisen schmücken kann: „Schaut her, so unterstützen wir unsere sorbischen Mitbürger!“

Die aktuelle Konstellation beider sorbischer Arbeitskreise generiert keinen nachhaltigen Einfluss. Alles, was dort bearbeitet, analysiert, kritisiert oder für positiv befunden wird, wo konkrete Verbesserungen des deutsch-sorbischen Mit­einanders angestoßen werden sollen, ist weder für den Kreistag noch für den Stadtrat verbindlich. Beide Gremien haben dafür keine rechtliche Grundlage. Diese aber hätte ein – nennen wir ihn „Sorbischer“ – Ausschuss. So, wie er in Brandenburg im Landkreis Spree-Neiße arbeitet. So, wie er dort fest eingebunden ist in die Arbeitsweise des Kreistages.

Der lange Weg in die Zukunft

Montag, 30. Dezember 2019 geschrieben von:
Julian Nyča

„Eine Sprache, die das digitale Zeitalter erreicht hat, stirbt nicht aus.“ So fasste der Linguist David Crystal die positiven Auswirkungen der digitalen Revolution für kleine Sprachen zusammen.

In der sorbischen digitalen Welt hat sich einiges getan. Anwendungen wie Soblex oder Rechtschreibprüfung sind aus dem Alltag vieler kaum mehr wegzudenken. Andere, wie Sorbisch Online Lernen oder „Krok po kroku“, erleichtern das Erlernen unserer Sprache. Der Browser Firefox, das Mailprogramm Thunderbird oder die Navi-App OsmAnd sind, oft dank dem Engagement Einzelner, auch auf Sorbisch verfügbar. Die Sprache in Betriebssysteme von Rechnern und Mobilgeräten zu integrieren, ist dagegen bisher nicht geglückt.

Hand in Hand – Gewinn für beide

Mittwoch, 27. November 2019 geschrieben von:
Axel Arlt

Für Kittlitz bei Löbau war es schon ein bewegendes Ereignis. Ein Musikwerk kehrt an den Ort zurück, in dem es vor 125 Jahren entstand. Gleichzeitig wird damit ein Kantor in Erinnerung gerufen, der 36 Jahre in der Kirchgemeinde wirkte und dort auch seinen Lebensabend verbrachte.

Korla Awgust Kocor, oder deutsch Karl August Katzer, ist allgemein gesagt der sorbische Nationalkomponist. Er lebte und wirkte zur Zeit der Romantik. Seine Werke bezaubern bis heute. Das bestätigten nicht zuletzt Musikerinnen des erweiterten Collegium musicum Zittau, das die orchestrale Begleitung zur Aufführung von Kocors geistlichem Oratorium „Sorbisches Requiem“ am 10. November in der Kirche zu Kittlitz und am 24. November in der Zittauer Johanniskirche übernommen hatte.

Die Gefahr ist nicht gebannt

Mittwoch, 30. Oktober 2019 geschrieben von:
Axel Arlt

Die neue Sorben/Wenden-Schulverordnung des Landes Brandenburg kann getrost als „Never Ending Story“ bezeichnet werden. Es ist der Landesregierung von SPD und Die Linke in der vergangenen Wahlperiode nicht gelungen, diese für den Sorbischunterricht in der Niederlausitz so wichtige Rechtsgrundlage zu beschließen. Sorbische/Wendische Forderungen, auch die seitens der Elterninitiative von Kathleen Komolka und ihren MitstreiterInnen, konnten bisher nicht mit den Vorstellungen im zuständigen Ministerium für Bildung, Jugend und Sport in Übereinstimmung gebracht werden. Selbst Gespräche mit Minister Günter Baaske und seiner Nachfolgerin Britta Ernst führten nicht zum notwendigen Durchbruch.

Lebendige Zweisprachigkeit

Mittwoch, 25. September 2019 geschrieben von:
Axel Arlt

Der Ralbitzer Gemeinderat Thomas Bensch brachte seinen Ärger nach einer Gemeinderatssitzung unlängst in den Serbske Nowiny zum Ausdruck: „Warum ist es oft nicht möglich, eine lebendige Zweisprachigkeit auch so zu verstehen, dass es nicht ständig notwendig ist, sobald ein Deutscher oder ein des Sorbischen nicht Mächtiger anwesend ist, automatisch in die deutsche Sprache zu wechseln?“

Ist diese Erscheinung, die Thomas Bensch hier berechtigt kritisiert, eine Spätfolge der jahrhundertelangen Unterdrückung alles Sorbischen? Drückt sich darin falsche Rücksichtnahme aus, das Gegenüber nicht verletzen zu wollen, da es sich ja „unserer“ Sprache nicht bedient? Das Sorbische aber darunter leidet, zurückgedrängt wird?

Dunkle Wolken am Himmel

Mittwoch, 28. August 2019 geschrieben von:
Marko Wenke

Angesichts der Wahlen der Landtage von Sachsen und Brandenburg am 1. September komme ich mir vor wie vor einem Gewitter. Noch scheint die Sonne, doch am Horizont nähern sich dunkle Wolken mit Blitz und Donner. Auch wenn die neuesten Meinungsumfragen etwas besser aussehen als noch vor einer Woche, so ist es noch lange nicht sicher, dass die sächsische CDU stärkste politische Kraft im Freistaat bleibt. Denkbar ist auch, dass so etwas wie ein politisches Chaos ausbricht, sollte die AfD die Wahlen gewinnen. Und selbst wenn Ministerpräsident Michael Kretschmer mit einigen Stimmen Vorsprung als Sieger aus den Wahlen hervorgeht, wird er es sehr schwer haben, eine Regierung bilden zu können. In Brandenburg sieht es nicht besser aus. Dort liefern sich die SPD von Ministerpräsident Dietmar Woidke und die AfD ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit völlig ungewissem Ausgang.

Eine vertane Chance

Mittwoch, 31. Juli 2019 geschrieben von:
Janek Schäfer

Ist alles in Ordnung in Sachsen und bei den Sorben? Diese Frage habe ich mir bereits oft gestellt, besonders aber in den letzten Tagen. Bekanntlich geht es auf die Landtagswahlen am 1. September in Sachsen zu.

Man könnte meinen, dass alles Bestens sei. Am 3. Juli hat der Sächsische Landtag in Dresden den 2. Maßnahmenplan der Sächsischen Staatsregierung zur Ermutigung und zur Belebung des Gebrauchs der sorbischen Sprache beschlossen, das XIII. Internationale Folkorefestival „Lausitz 2019“, auf dem sich auch manch einer der sächsischer Politprominenz zeigte, war besonders erfolgreich, die Krabatfestspiele in Schwarzkollm haben in ihrer achten Inszenierung nochmals verstärkt auf das Sorbische gesetzt – dafür noch ein riesengroßes Lob auch aus unserer Redaktion! – , und der Sorbische Rundfunk wird ab dem 6. Januar sein Frühprogramm im MDR um eine Stunde erweitern. Lauter gute Nachrichten für die Sorben in Sachsen. Ein Schelm, der zu denken wagt, es sei nicht alles in Ordnung. Und doch! Ich denke genau das. Es ist nämlich nicht alles „in Butter“.

Impulse und Beharren

Mittwoch, 26. Juni 2019 geschrieben von:
Axel Arlt

Eine Sitzungswoche noch haben die Abgeordneten des Sächsischen Landtages zu absolvieren. Danach endet für sie de facto die Wahlperiode, denn am 1. September wird ein neuer Landtag gewählt.

Mit Blick auf die sorbische Sprache kam mit den Verhandlungen zum Doppelhaushalt 2019/2020 im Herbst 2018 noch einmal Schwung in die aktuelle Wahlperiode. Unlängst wurde das erneut deutlich. Der Kabinettsbeschluss über den Zweiten Maßnahmeplan der Staatsregierung zur Ermutigung und zur Belebung des Gebrauchs der sorbischen Sprache baut auf Bemühungen auf und knüpft an Vorhaben an, die 2012 mit dem ersten Plan angestoßen wurden.

Ernüchterung und Trendwende?

Mittwoch, 29. Mai 2019 geschrieben von:
Julian Nyča

Die Kommunalwahlen 2019 sind ebenso wie die Europawahl Geschichte. Wie schon vor zwei Jahren unterscheiden sich die Ergebnisse insbesondere in Sachsen und Brandenburg signifikant vom Rest des Landes. Konnte die deutschnationale AfD im gesamten Land nur ein eher mäßiges, gerade so zweistelliges Ergebnis einfahren, so ist sie in den beiden Bundesländern am östlichen Rand erneut knapp zur stärksten Kraft geworden. Federn lassen mussten dabei vor allem die jeweiligen Regierungsparteien, CDU in Sachsen und SPD in Brandenburg. Sollten die Wahlen im Mai ein Stimmungstest für die Landtagswahlen im Herbst gewesen sein, müssen sich die Landesregierungen unter Kretschmer und Woidke nun ordentlich ins Zeug legen, um noch eine Chance zu haben.

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