Ein ganz wichtiges Signal

srjeda, 31. měrca 2021 spisane wot:
Barbara Klepsch

Die sorbische Sprache und Kultur sind ein wichtiger Teil sächsischer Identität. Seit dem 23. März gibt es von Seiten des Freistaates Sachsen erneut eine feste Zusage zur finanziellen Absicherung. Ich freue mich sehr darüber, dass die Förderung der sorbischen Sprache, Kultur und Identität mit dem Beschluss zum Vierten Abkommen über die gemeinsame Finanzierung der Stiftung für das sorbische Volk für die nächsten fünf Jahre gesichert ist. Das ist von enormer Bedeutung für die Stiftung. Es ist aber auch wichtig für uns als Freistaat – und für den Umgang mit Minderheiten in Europa. Der nächste Schritt ist die Unterzeichnung durch die Ministerpräsidenten von Sachsen und Brandenburg und durch den Bundesinnenminister.

Zusätzliche Motivation

srjeda, 24. februara 2021 spisane wot:
Axel Arlt

Der Internationale Tag der Muttersprache am 21. Februar war der sächsischen Kulturministerin Barbara Klepsch Anlass, erneut auf die Imagekampagne „Sorbisch? Na klar.“ zu verweisen. Diese läuft seit gut einem Jahr und kann sich in der Öffentlichkeit inzwischen auf drei gut erkennbare Werbesäulen stützen. Sie sind abgesehen von den Aktivitäten im Online­Magazin gleichen Namens wichtig, um deutsche Mitbürger zu erreichen, die bisher wenig oder überhaupt noch nichts von der Sprache ihrer slawischen Nachbarn in der Oberlausitz wissen. Aber auch Menschen, die sich zwar als Sorben bekennen, der Sprache aber nicht mächtig sind, sind wichtige Adressaten der beiden „mobilen Botschafter“ – eines Busses der Regionalbus Oberlausitz GmbH und eines Trilex-Triebwagens der Länderbahn – sowie des „stationären“ am Giebel eines Hauses am Lauengraben in Bautzen.

EU-Kommission im Rückspiegel?

srjeda, 27. januara 2021 spisane wot:
Susann Schenk

Die Bürgerinitiative Minority SafePack prägt eine enorme Anziehungskraft. Getragen von der Föderalistischen Union europäischer Nationalitäten, gelang es in einer einzigartigen Aktion, die politische Idee zu besetzen, um die Minderheitenfrage im europäischen Tableau zu verankern. Im Juli 2013 zur Registrierung eingereicht, im September 2013 von der EU-Kommission abgelehnt mit der schmerzlichen Begründung: Fällt manifest nicht in unseren Kompetenzrahmen. Mit zwei Urteilen des Europäischen Gerichtshofs wurde sie dennoch auf den Weg gebracht, Unterschriften erfolgreich gesammelt und 2021 mit einer Liste Folgemaßnahmen beantwortet. Es gehört zur politischen Wahrheit, dass die Luxemburger Urteile und das Votum des EU-Parlaments signi­fikanter ausfallen als die Antwort der EU-Kommission selbst. Die Jahre haben die Minderheiten nicht abgewartet, sie haben sie geprägt. Eine selbstbewusste, vernetzte Gemeinschaft, die auf dem politischen Mehr-Ebenen-Parkett angekommen ist und ein Zeichen für das europäische Haus ablegt.

Im Schatten von Corona gereift

srjeda, 30. decembera 2020 spisane wot:
Axel Arlt

Der Schatten der Corona-Pandemie überdeckte im Jahr 2020 auch das sorbische Leben. Viele traditionelle Veranstaltungen mussten abgesagt oder, wie die Europeada, terminlich verschoben werden, da sie dem Virus wohl eine zu schnelle Weiterverbreitung ermöglicht hätten.

Corona hat es aber nicht geschafft, das sorbische Leben zum Erliegen zu bringen. Der Sprung vom Analogen ins Digitale gelang in vieler Hinsicht recht eindrucksvoll. Noch vor Jahresfrist war es kaum vorstellbar, das jährliche Treffen der sorbischen Intelligenz, die Schadźowanka, im Netz zu feiern. Ob dieses Ereignis, Chorproben oder ungezählte Webinare – das alles sind Beispiele für eine tatkräftige und richtungsweisende Unterstützung aus dem Studio Bautzen des Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanals SAEK. Dabei ist eines gewiss: Der SAEK Bautzen wird weiterhin dringend benötigt, egal wie lange die Pandemie noch andauert.

Leider mit Einschränkungen

srjeda, 25. nowembera 2020 spisane wot:
Axel Arlt

Funktionierende sorbische soziale Beziehungen sind ein hohes Gut. Gerade unter den Bedingungen der Corona-Pandemie jedoch sind sie stark eingeschränkt. Dass die Infektionen im Landkreis Bautzen immer noch zu den höchsten der ganzen Bundesrepublik zählen, ist gewiss keine beruhigende Nachricht.

Vor diesem Hintergrund ist eine Statistik ernüchternd, die der sorbische Dachverband Domowina erstellt hat. Erstmalig übermittelte das Landratsamt den Bürgermeistern und Kreisräten am ersten Novemberwochenende eine Liste aktueller Zahlen zu den Corona-Infizierten je Gemeinde. Dawid Statnik, Kreisrat der CDU und Vorsitzender der Domowina, stellte diese Zahl der jeweiligen Einwohnerschaft gegenüber und fand heraus, dass mehrere sorbische Kommunen prozentual die meisten infizierten Bewohner aufweisen.

Endlich deutlich Stellung beziehen

srjeda, 28. oktobera 2020 spisane wot:
Jan Diedrichsen

Europas Minderheiten können und sollten­ sich mit Recht selbst feiern. Im Europäischen Parlament fand am 15. Oktober eine Anhörung zur Stärkung des Minderheitenschutzes statt. Mit einem Bürgerbegehren ist es den Minderheiten gelungen, 1 Million Unterschriften zu sammeln, um für mehr Minderheitenschutz einzutreten! Dies allein ist schon ein imposanter Erfolg. Die Dachorganisation der Minderheiten, die Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten (FUEN), hat es geschafft, eine Solidar­gemeinschaft von Südtirol bis zu den Szeklern in Rumänien, von den Katalanen in Spanien bis zu den Westfriesen in den Niederlanden zu schmieden.

Geschichte schreiben

srjeda, 30. septembera 2020 spisane wot:
Axel Arlt

Das in der Niederlausitz gewachsene sorbische/wendische Siedlungsgebiet erfordert sehr wohl eine größere kommunale Aufmerksamkeit. Doch dass der Landkreis Dahme-Spreewald nun der Domowina, dem Dachverband sorbischer Vereine und Regionalverbände, als förderndes Mitglied beitreten möchte, ist eine Entwicklung, die selbst zu Beginn dieses von der Corona-Pandemie geprägten Jahres nicht absehbar war.

Austausch auch geschichtlich

srjeda, 26. awgusta 2020 spisane wot:
Axel Arlt

„Unsere sorbische Welt ist viel größer, als wir uns dessen oftmals bewusst sind.“ Diesem Satz von Dawid Statnik, Vorsitzender der Domowina, wird das geplante „Jahr der Regionalverbände“ (Lěto župow) des Dachverbands sorbischer Ver­eine eine besondere Aufmerksamkeit abver­langen. Mit dem in den letzten Wochen konstituierten Vorbereitungsausschuss ist die Grundlage geschaffen, um mit zielgerichtetem Handeln interessante Veranstaltungen zu organisieren.

Beginnen soll das Jahr der Regionalverbände am 24. Juli 2021 und bis 2022 andauern. An diesem Tag vor einhundert Jahren beschloss die Delegierten­ver­sammlung sorbischer Vereine in Hoyerswerda, sogenannte Unterverbände, sorbisch župy, zu bilden, um die Tätigkeit der nationalen Organisation besser zu strukturieren. Damals entstanden die heutigen Regionalverbände „Jan Arnošt Smoler“ Bautzen, „Handrij Zejler“ Hoyerswerda und „Michał Hórnik“ Kamenz. In der Niederlausitz war mit diesem Beschluss­ ein Unterverband „Hendrich Jordan“ Cottbus vorgesehen.

So viel gab’s noch nie

srjeda, 29. julija 2020 spisane wot:
Janek Schäfer

Gleich zweimal steht das Sorbische zur Zeit im Mittelpunkt von Kampagnen der sächsischen Staatsregierung. Zum einen ist es die des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus „Sorbisch? Na klar.“, die im Februar an­gelaufen ist; zum anderen die Ende des Schuljahres ins Leben gerufene Kampagne „Čakamy na tebje! – Wir warten auf dich!“ des sächsischen Kultusministeriums. Ich finde es toll, denn in beiden Fällen ist das Sorbische auf großen Werbeflächen und sogar auf Bussen in der Region klar sichtbar. Deshalb auch der Staatsregierung und dem Ministerpräsidenten Sachsens Michael Kretschmer ein dickes Lob!

Wiedergeburt statt Rückzug

srjeda, 24. junija 2020 spisane wot:
Julian Nyča

2020 ist ein seltsames Jahr. Seltsam, weil wir auf viele Gewohnheiten verzichten müssen. Seltsam aber auch, weil das eingespielte Verhältnis zwischen Sorbisch und Deutsch in der Lausitz ins Rutschen gerät – in die richtige Richtung.

Ob es die sächsische Imagekampagne ist, die Wegweiser und Ortstafeln, an denen plötzlich sorbische Namen gleichberechtigt stehen, ein geplanter zweisprachiger Rundweg auf den sagenumwobenen Lubin (Drohmberg) am äußersten Rand des Sorbenlandes oder die – komplett zweisprachige – Neugestaltung sämtlicher Bushaltestellen im Siedlungsgebiet. Und sowohl die „Kulturstrategie Lausitz“ als auch die Hochglanzbroschüre der Zukunftswerkstatt Lausitz über die Sorben, beide kürzlich erschienen, betonen nicht mehr das „Exotische“ oder „Fremde“ im Sorbischen, sondern dessen Rolle als Scharnier, das die Lausitz zusammenhält. In all dem lässt sich ein neuer Umgang mit der kleineren einheimischen Sprache erkennen.

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