Vielschichtig

srjeda, 29. junija 2022 spisane wot:

Im Jahr 2004 schuf der Bautzener Fotograf Jürgen Matschie die Farbfotografie „Kraftwerk Boxberg“. Auf den ersten Blick wirkt dieses Bild wie eine Architektenzeichnung oder eine Computer-Animation. So klinisch rein, ohne Staub und Dreck. Das Kraftwerk gehört zu den modernsten seiner Art. Und doch soll es nach dem Willen interessierter Kreise 2030 oder spätestens 2038 Geschichte sein. Die gesellschaftlichen Entwicklungen werden zeigen, ob es tatsächlich so weit kommt. Das gemeinsame Interesse an der gesellschaftlichen Realität verbindet vier Fotografen, die sich zu der losen Gruppierung ASA zusammengeschlossen haben. Neben Jürgen Matschie sind das Thomas Kläber, Georg Krause und Frank Höhler. Unter dem Titel „Schicht – Umbrüche im Revier“ zeigen die vier Fotokünstler zurzeit eine Ausstellung in der Energiefabrik Knappenrode.

„Party im 21. Jahrhundert“

srjeda, 25. meje 2022 spisane wot:

Derzeit erzeugt eine Sonderausstellung im Sorbischen Museum in Bautzen ­wiederum viel Aufmerksamkeit: „Party im 21. Jahrhundert“. Dieser Titel ist ­zweideutig. Denn Party ist der Plural von Parta, dem Kopfschmuck, den früher die slowakischen Bräute und Brautführerinnen trugen. Bei der sorbischen Braut ist es ja die Borta, an der sie erkannt wird.

Vorlesen ist etwas Wunderbares. Die Nähe, die sich beim gemeinsamen Eintauchen in literarische Welten herstellt, tut in jedem Alter gut. Besonders schön ist es jedoch, wenn wir Kinder auf dieser Reise an die Hand nehmen und ihnen die Schätze der Phantasie zeigen. Die Bücher der Reihe „Das Tal am Fluss“ von Lubina Hajduk-Veljkovićowa ermöglichen genau das.

Ein Dachs, zwei Mäuse, ein Hase und eine Eule – das sind die fünf Freunde Dorian, Kiki, Mirka, Ferdi und Luna, die in den Geschichten gemeinsam so manches Abenteuer erleben. Wie der Titel schon verrät, ist eine idyllische Flussaue der Schauplatz ihrer Erlebnisse, und gemächlich wie der breite Strom ist das Erzähltempo der Autorin. Nun ist der zweite Band, „Lauter Überraschungen“, erschienen. Ganzseitig illustriert, leuchtet das Buch in warmen Farben.

Mehr als nur ein Denkmalführer

srjeda, 30. měrca 2022 spisane wot:

Ein Denkmal fordert seinen Betrachter auf: „Denk mal!“ Es ist eine Aufforderung zum Innehalten. Zum Darüber-Nachdenken, was die Person, für die das Denkmal errichtet wurde, denen bedeutet hat, die es aufstellten. Die 250 Persönlichkeiten, denen die Neuerscheinung „Sorbische Denkmale“ gewidmet ist, haben Außergewöhnliches nicht nur für ihr sorbisches Volk geleistet, sondern auch für ihr deutsches Umfeld und sogar weit darüber hinaus. Deshalb ist es gut, dass die Publikation der Autorin Trudla Malinkowa jetzt auch auf Deutsch erschienen ist. Denn so kann ein breites Publikum für die Leistungen sorbischer Persönlich­keiten sensibilisiert werden. Insgesamt enthält die Neuerscheinung 268 Erinnerungsstätten, das heißt, einige der Beiträge widmen sich auch geschichtlichen Ereignissen oder dem Sitz von Institutionen oder Vereinen.

Der Saurierpark in Kleinwelka zählt heute zu den bedeutendsten und beliebtesten touristischen Attraktionen der Oberlausitz. Unzählige Gäste haben die dort maßstabsgetreu nachgebildeten Urtiere bewundert; vielen von ihnen war der Besuch ein Erlebnis mit bleibenden Erinnerungen. Zu Letzteren müssen wohl auch die beiden Wissenschaftlerinnen und Publizistinnen Janne Gärtner und Anne Waak zählen, schließlich sind sie die Autorinnen des im Dezember letzten Jahres im Verlag Berlinartbooks erschienenen Buches „Aus einem Land vor unserer Zeit – Die Kinder von Kleinwelka“. Der den berühmten Film zitierende Titel wurde bewusst gewählt und darf als Verweis auf den Inhalt des als Festeinband herausgegebenen Druckerzeugnisses verstanden werden, da sich Gärtner und Waak weniger der Erzählkunst mittels Worten als vielmehr durch Bilder verschrieben haben.

Eine Fundgrube der Geschichte

srjeda, 26. januara 2022 spisane wot:

Obwohl das zweibändige Werk „Die Oberlausitz im Zweiten Weltkrieg“ bis auf die Titel keine einzige Abbildung enthält, hilft es den nachfolgenden Generationen, sich ein Bild von der Region vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg zu machen. Autor Michael Richter hat eine Überfülle Fakten zusammengetragen, die er auf 1 350 Seiten vor dem Leser ausbreitet. Eine wahre Fleißarbeit! Doch Unterhaltungsliteratur ist das nicht. Es ist eine wissenschaftliche Arbeit, die dennoch für den Laien über weite Strecken gut lesbar ist. Mit einer Einschränkung: Fast seitenlange Aufzählungen von Namen, Zahlen, Orten, Dienstgraden etc. wirken ermüdend. Spannend wird es immer dann, wenn Zeitzeugen zu Wort kommen.

Debüt gelungen

srjeda, 29. decembera 2021 spisane wot:

Der aus dem sorbischen Rundfunk bekannte Redakteur Milan Greulich nennt sich zwar als Musiker rokotak (Drosselrohrsänger), doch seine Musik ist alles andere als der mit dem sorbischen Vogelnamen assoziierte Lärm. Nein, sein Debütalbum „Riech an Blumen (und merk dir ihre Namen)“ ist eine Sammlung zwölf ruhiger und melodischer Lieder, deren Atmosphäre sich in den Texten widerspiegelt.

Die Lieder strahlen verschiedenste Nuancen von Melancholie aus. Sie bergen Müdigkeit und Enttäuschung, doch auch Leichtigkeit und Fröhlichkeit. Der Blick zurück richtet sich gleichzeitig auf die Gegenwart: „Kannst du denn auch die alten Lieder nicht mehr hören / Ohne zu denken – ich weiß nicht, ob wir hier noch dazugehören“. Nie erwächst daraus aber die Klage „Früher war alles besser“. So heißt es: „Kannst du denn auch die alten Fotos nicht mehr sehen? / Weil du ja weißt, in Wirklichkeit war es nur etwa halb so schön“, oder auch: „Denn auch die guten alten Zeiten sind nur alt / Auch wer den Wald trotz all der Bäume sieht, sieht eben doch nur Wald.“

Ich habe es bereits gesehen: Das Magazin „Carpe noctem – Njeskónčna nóc“ – jedoch bisher nur in digitaler Form. Am 3. Dezember erscheint es gedruckt, als Einleger in der Jugendbeilage der Tageszeitung Serbske Nowiny (SN). Dann können Sie, und Sie – und auch ich es in der Hand halten und lesen, was es auf sich hat mit der unendlichen Nacht „Carpe noctem“. Dieses Medienprojekt der SN ist einmalig, ebenso wie das Mitte September in der Crostwitzer Mehrzweckhalle „Jednota“ aufgeführte Bühnenwerk, die Pop-Oper „Carpe noctem – Njeskónčna nóc“. Dort waren es vor allem junge Leute, die mit großem Engagement auf, vor und hinter der Bühne agierten. Das Magazin haben ebenfalls junge Sorben erarbeitet – Schüler, Auszubildende und Studenten. Das überaus ansprechende Titelbild des Magazins verspricht einen interessanten Inhalt. Und den gibt es! Neben Meinungsumfragen und Interviews schätzen junge Autoren ein, mit welchen Akzenten die Macher der Pop-Oper besonderen Anklang beim Publikum fanden. Es gibt kommentierende Hinweise für kommende junge Bühnenprojekte.

Die Ostsächsische Kunsthalle Pulsnitz existiert nun schon seit fast zehn Jahren, doch eine Fotoausstellung gab es dort bislang noch nie. Deshalb freute sich Sabine­ Schubert, die Leiterin des Ernst-Rietschel-Kulturringes umso mehr, dass es nun endlich gelungen ist, die Fotografie als eigenständige Kunstrichtung zu präsentieren. Zu verdanken ist dies in erster Linie dem Bautzener Fotografiker Jürgen Matschie, der die Schau kuratierte. Wer, wenn nicht er, wäre dafür auch so prädestiniert? Denn Jürgen Matschie kennt die Lausitzer Fotografenszene wie kaum ein Zweiter, ist mit vielen von ihnen­ bekannt oder befreundet und hat über einige bereits Bildbände heraus­ge­bracht. Die Ausstellung „So gesehen“ vereint insgesamt 21 Fotografen, die durch ihre Herkunft oder ihren Arbeitsort mit der Lausitz verbunden sind.

Nichts ist schöner als Singen

srjeda, 29. septembera 2021 spisane wot:

Lehrjahre sind keine Herrenjahre! Was allerdings früher in Bautzen üblich war, ist dann doch erstaunlich. Jürgen Njek, 1947 geboren, kam aus Crostwitz und war Lehrling beim Uhrmachermeister Ernst Scholze auf der Reichenstraße. Kaum war er aus dem Bus raus, da hatte er quer durch Bautzen Semmeln zu holen und sie dem Chef in die Wohnung auf der Seminarstraße zu bringen. „Ernst Scholze, für mich immer der Meister, hing zu dieser Zeit schon in seinen Ringen und machte Morgensport“, berichtet Jürgen Njek. Als Lehrling musste er danach den knapp halben Kilometer rennen, um auf der Reichenstraße pünktlich die Werkstatt und den Laden anzuheizen. Denn wenn der Meister und seine Gesellen kamen, sollte es warm sein. Davon erzählt er nun im Buch „Was wir in uns tragen“ von Christian Schneider aus dem Domowina-Verlag. 13 Porträts hat der freischaffende Autor aus Grubschütz bei Bautzen geschrieben und darin die Lausitzer im Alter von 20 bis 90 selbst zu Wort kommen lassen.

nawěšk

  • SERBSKE NOWINY – Wědźeć, što so stawa! –

Ze swjedźenskim kóncom tydźenja su njedawno w Slepom 9. mjezynarodny festiwal dudakow a zdobom 750. róčnicu wobstaća wsy hódnje woswjećili. Jako mały přikusk k rozprawnistwu podawamy zajimowanym čitarjam SN-o

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