„Ein Röslein ist mir erblüht“

srjeda, 29. nowembera 2017 spisane wot:

Die im Herbst dieses Jahres erschienene, von der Stiftung für das sorbische Volk herausgegebene CD „Mi róžička je za­kćě­ła“ (Ein Röslein ist mir erblüht) des einzigen professionellen sorbischen Countertenors Stephan Noack bietet Liebhabern des höchsten männlichen Registers einen interessanten Überblick über hiesige Volks- wie Kunstmusik. Insgesamt sind 26 Lieder in obersorbischer Sprache vertreten, wobei es sich größtenteils um spezielle Bearbeitungen handelt. Dem Sänger standen während der Aufnahmen, die im Zeitraum vom 23. Februar bis zum 17. Mai 2017 in Dresden unter der Leitung von Johannes Gerstengarbe stattfanden, die Sopranistin Daniela Haase, die Flötistin Marie-Luise Fritzsche, die Pianistin Gina Hentsch sowie der Cellist Helfried Knopsmeier zur Seite. Die Letztgenannten zeichnen zudem für den Hauptteil der Neuarrangements verantwortlich, weitere stammen von Jan Bulank und Jan Cyž.

Wenn es so etwas wie eine sorbische Nationalerzählung gibt, ein Leitmotiv des eigenen Selbstverständnisses, quasi die Muttermilch sorbischer Sozialisation, dann ist es die Rede vom drohenden eigenen Aussterben – der Sprache, des Volkes, der Kultur. Dieses – von deutscher Seite jahrhundertelang prophezeite – vermeintliche Schicksal abzuwenden gilt alles Handeln.

Krabat: Realität und Mythos

srjeda, 27. septembera 2017 spisane wot:

Die neue Sonderausstellung des Bautzener Sorbischen Museums, welche am 17. September feierlich in Anwesenheit unter anderem des tschechischen Generalkonsuls Jiří Kuděla, der Botschaftssekretärin der Republik Kroatien Petra Radić sowie der sächsischen Landtagsabge­ordneten Marko Schiemann (CDU) und Heiko Kosel (Linke) eröffnet wurde, ist unter der Überschrift „Krabat – Mensch. Mythos. Marke.“ dem kroatischen Gar­disten Janko Šajatović gewidmet, der im Laufe der Jahre zur wohl bekanntesten sorbischen Sagengestalt wurde. Die dreigliedrige Exposition beleuchtet die historischen Hintergründe sowie das zeitgenössische Umfeld des in Sachsen als Johann von Schadowitz zunächst in der kurfürstlich-sächsischen „Leibgarde Kroaten zu Ross“ wirkenden späteren Generaladjutanten am Hofe König August II. des Starken. Anhand von Dokumenten, Porträts, Waffen sowie eines Standbildes eines Reiters in originalgetreu replizierter Uniform der damals „Crabaten“ genannten Mitglieder der frühneuzeitlichen Kavallerie nähert sich die Ausstellung der Person Šajatovićs.

Das Buch „Unter Sachsen“ aus dem Berliner Christoph Links Verlag mag zu kontroversen Diskussionen anregen. Der gebürtige Bautzener Arndt Ginzel jedoch dokumentiert, wie in Bautzen Hass gegen die sorbische Minderheit und Gewalt gegen Flüchtlinge entstand, ein schmerzliches Kapitel aus der jüngeren Geschichte. Eine Leseprobe:

Später am Abend auf der Schäfferstraße: Der rechte Aufmarsch setzt sich wieder in Bewegung. Entlang der Strecke stehen Gegendemonstranten, die Plakate mit „Bautzen bleibt bunt“ oder „Kein Mensch ist illegal“ in den Abendhimmel strecken. Ein junger Mann – Typ Student – schwenkt eine sorbische Nationalfahne. Im Stadtzentrum von Bautzen waren Graffitis aufgetaucht: „Hooligans gegen Sorben“. Die rechte Szene orientiert sich offenbar am Motto westdeutscher „Hooligans gegen Salafisten“.

Präsentation zeugt vom großen Talent

srjeda, 26. julija 2017 spisane wot:

Für Liebhaber der bildenden Kunst bietet seit dem 30. Juni die Carl-Lohse-Galerie in Bischofswerda eine interessante Ausstellung. Sie zeigt Werke des 2001 verstorbenen Grafikers, Typografen und Malers Joachim Bethmann. 1942 wurde der Künstler in Berlin geboren. Er war verantwortlicher Grafiker bei der bekannten Zeitung „Forum“, die wegen ihrer politisch-kritischen Haltung verboten wurde. Ab 1988 bis zu seinem Tod arbeitete Bethmann als künstlerischer Leiter im Domowina-Verlag in Bautzen.

Bethmanns Kunstwerke – Malerei, Grafik, Buchgestaltung und Plakate – können nun in drei Räumen in Bischofswerda bewundert werden. Die Exposition hat seine Gattin aus dem Nachlass zusammengestellt.

„Derjenige aber, der dieses Märchen erzählt, hat noch einen warmen Mund.“ So endet das Märchen vom Schneider und den zwölf Riesen. Aber es könnte noch weiter oder anders erzählt werden, wie es auf der Ofenbank früher üblich war. Hana Chěžcyna, eine bekannte sorbische Märchenerzählerin, hat ihre Enkelin schon früh in die fantasievoll-schaurige Wunderwelt mitgenommen. Nun hat Róža Domašcyna für den Domowina-Verlag sorbische Märchen der Großmutter und anderer Erzähler ins Deutsche übertragen und sie mit frischer Sprachfarbe bemalt. „Märchen sind grenzenlos und sie kennen keine Grenzen.“ Nicht einmal sprachliche, so scheint es, wenn Krasnodej, Kienpeter und Pan Hibschik ihr Wesen entfalten oder die alte Wjera und Zyketaruschk ihr Unwesen treiben.

Das Sorbische Museum in Bautzen widmet sich in seiner aktuellen Sonderausstellung „Fünf Jahrhunderte – Die Sorben und die Reformation“ den sorbischen Protestanten in der Lausitz. Dabei wird direkt zu Beginn das Stereotyp, dass alle Sorben katholisch seien, ausgeräumt. Rund 90 Prozent der Sorben wandten sich im Laufe des ersten Jahrhunderts nach Luthers Thesenanschlag dem evangelisch-lutherischen Glauben zu. Noch heute sind Protestanten deutlich in der Mehrheit.

Hoyerswerda. „Die jetzige Generation sorbischer Eltern nutzt verstärkt ursorbische, traditionelle Vornamen“, meint Sprachwissenschaftler und Historiker Dr. Timo Meškank, Privatdozent am Institut für Sorabistik der Universität Leipzig. Nach einem Jahr Recherchen erstellte er jetzt das obersorbisch-niedersorbisch-deutsche Lexikon „Serbske předmjena. Serbske pśedmjenja. Sorbische/Wendische Vornamen“. Erstmals liegt damit ein autorisiertes, fachlich fundiertes Nachschlagewerk mit über 1 200 Vornamen vor. Herausgeber ist das WITAJ-Sprachzentrum Bautzen. Finanzielle Förderung kam durch die Stiftung für das sorbische Volk. Mit der Auflage von 300 Exemplaren geht die Broschüre jetzt an sämtliche Standesämter und Geburtskliniken in der Ober- und Niederlausitz. Auch Kindergärten, Grundschulen, Oberschulen und Gymnasien können das Lexikon bestellen­, ebenso Interessierte.

Anlässlich des Jubiläumsjahres der Veröffentlichung von Martin Luthers 95 Thesen ist beim Domowina-Verlag der Sammelband „Pjeć lětstotkow. Serbja a reformacija – Fünf Jahrhunderte. Die Sorben und die Reformation“ erschienen.

Die Herausgabe und wohl auch maßgebliche Redaktion oblag dem Sorbischen Superintendenten Jan Mahling. Für das zehnköpfige Autorenkollektiv wurden auch wissenschaftliche Autoren gewonnen, die nicht unbedingt aus der „Insider-Perspektive“ schreiben, beispielsweise Friedrich Pollack, Dr. Edmund Pech oder Dr. Ines Keller. Die Paritäten der insgesamt 20 Aufsätze sind dergestalt, dass die Hälfte auf das Ehepaar Mahling entfällt.

Einladung ins Bildgedächtnis der Lausitz

srjeda, 22. februara 2017 spisane wot:

Um es gleich zu Beginn zu sagen: Die zwei Bände „Wotmolowane – Mit Licht gemalt“ zur Fotografiegeschichte der sorbischen Ober- und Niederlausitz sind ein Muss. Wir haben hier ein zukünftiges Standardwerk vor uns, um das niemand, der beruflich mit der Kultur-, Geistes- und Sozialgeschichte der Lausitz und der Sorben befasst ist, herumkommen wird. Wir werden den hier gesammelten Fotografien in künftigen Lehrbüchern und Ausstellungen begegnen. Sie werden zentrale Quellen für das Schreiben und Reden über die Lausitz und den Weg ihrer sorbischen Bevölkerung in die Moderne sein. Sie werden sich aber auch für viele Jahre auf den privaten Geschenktischen in der Lausitz wiederfinden, denn sie sind historische Bilderbücher, wie man sie sich anschaulicher nicht wünschen kann. Es ist Jürgen Matschie nicht genug dafür zu danken, dass er diese Bilder (wieder)entdeckt, zusammengestellt und zugänglich gemacht hat. Diese zwei Bände sind innerhalb seines langjährigen Bemühens um die Fotografiegeschichte der Lausitz ein Höhepunkt.

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  • Hižo sedmy króć prošeštej Jasčan Florian Rynč a spěwna skupina PoŠtyrjoch sobotu, 9. decembra, na beneficny koncert do Jaseńcy a zajimcy běchu mnoholičbnje přišli. Program skićeše dobru měšeńcu mjez znatymi a nowymi pěsnjemi skupiny, w kotrejž skutku

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