Klassenbeste

Mittwoch, 28. Dezember 2022 geschrieben von:

Obwohl Marlen Hobrack aus einem sogenannten „bildungsfernen Haushalt“ kam, war sie in der Schule „Klassenbeste“. Für ihre herausragenden Leistungen bekam sie einst ein Buch geschenkt – eines der wenigen, die es bei ihr zu Hause gab und die sie immer wieder durchlas. Ein Buch mit dem Titel „Klassenbeste“ hat die gebürtige Bautzenerin jetzt selbst herausgebracht.

Jan Buk, ein „großer Künstler und Mensch“

Mittwoch, 30. November 2022 geschrieben von:

„Wšo je krajina – Alles ist Landschaft – Wšykno jo krajina – Wszystko jest pejażem“ heißt die aktuelle Sonderausstellung, welche Werke von Jan Buk anlässlich seines diesjährigen 100. Geburstags zeigt und die am 2. Oktober im Bautzener Sorbischen Museum feierlich eröffnet wurde. Die in verschiedenen Techniken erarbeiteten Gemälde sind chronologisch angeordnet, einige davon waren bislang noch nie öffentlich ausgestellt.

Der Titel der Exposition spiegelt „die konsequente Gestaltung der Schau in vier Sprachen, nämlich in Ober- und Niedersorbisch, Deutsch und Polnisch“ wider, wie die Direktorin des Hauses Christina Bogusz auf der Vernissage betonte. Dieses Vorgehen „entspricht dem Verständnis des bedeutendsten bildenden sorbischen Künstlers der Gegenwart, der die Lausitz als Einheit betrachtete, der in ganz Ostdeutschland wirkte und dessen künstlerisches Wirken in Breslau begann“.

Gut aufgemachte Festschrift

Mittwoch, 26. Oktober 2022 geschrieben von:

Hochkirch – der Name spricht für sich: Schon von weither ist das hoch gelegene Gotteshaus zu sehen. Auf die Kirche ist auch der Grund für das 800-jährige Ortsjubiläum zurückzuführen, das in diesem Jahr begangen wurde. Bischof Bruno II. von Meißen hatte im Jahr 1222 verfügt, dass das Recht, Pfarrstellen zu besetzen, vom Kollegiatstift zu Budißin (dem heutigen Bautzener Domstift) ausgeübt werden sollte. In der diesbezüglichen Urkunde wurden weitere Orte aufgeführt, die – ebenso wie Hochkirch – in diesem Jahr ihr Ortsjubiläum feiern konnten.

Hier finden Sie Ihren ganz eigenen Glücksort

Mittwoch, 28. September 2022 geschrieben von:

Glücklich zu sein gelingt mir an vielen Orten. Den meinigen zu finden fordert mich Antje Kluth in ihrem Reiseführer „Glücksorte in der Oberlausitz“ heraus. Unter dem Motto „Fahr hin & werde glücklich“ wirbt seit Anfang Juni, das heißt zur besten Reisezeit, der Droste-Verlag Düsseldorf um neue und erfahrene Lausitz-Fans. Die Oktoberferien nahen. Und so ist dieses Buch ganz sicher Einladung genug zu Ausflug oder Urlaub.

Wer war diese starke Frau, die zum Engel von Sibirien wurde? Welches geöffnete Zeitfenster nutzte sie, um sich zu einer so starken Persönlichkeit zu entwickeln? Was machte ihre Persönlichkeit aus?

Solchen und ähnlichen Fragen geht der Autor Dr. Dieter Rostowski aus Kamenz nach. In seiner 53-seitigen Broschüre „Elsa Brändström (1888–1948) – Engel von Sibirien“ zeichnet er den Lebensweg der Tochter eines schwedischen Diplomaten nach, die in St. Petersburg geboren, „... auch in der (sorbischen) Oberlausitz ihre Spuren hinterließ“. Der Autor ist familiär durch seine Schwiegertochter Beate R. mit der Heil- und Kur­stätte Marienborn in Schmeckwitz verbunden, die hier ihr Elternhaus hatte. Diese Schrift hat er also in persönlicher Verbundenheit verfasst.

Eine reine und klare Seele

Mittwoch, 27. Juli 2022 geschrieben von:

Korla Awgust Kocor und Handrij Zejler werden oft in einem Atemzug genannt – zu Recht. Denn den Musiker und Komponisten und den evangelischen Pfarrer und Dichter verband eine enge Freundschaft. Ihre Zusammenarbeit wirkte sich äußerst fruchtbar auf die sorbische Musikkultur aus und wirkt bis in die Gegenwart hinein.

Friedemann Böhme, der mit seinem Chor am Sorbischen Gymnasium viele Kocor-Werke aufführte, sagt dazu: „Die Musik von Kocor mit den Texten von Zejler passt auch heute noch perfekt zum sorbischen Selbstverständnis.“ Im Jubiläumsjahr 2022, in dem sich der Geburtstag von Kocor zum 200. Mal und der Todestag von Zejler zum 150. Mal jährt, finden zahlreiche Veranstaltungen statt, um diese herausragenden sorbischen Persönlichkeiten zu ehren. So ist ein kultureller Wandertag auf den Spuren von Kocor und Zejler geplant, dazu zahlreiche Konzerte sowie ein großes Sängertreffen mit 400 Teilnehmern.

Vielschichtig

Mittwoch, 29. Juni 2022 geschrieben von:

Im Jahr 2004 schuf der Bautzener Fotograf Jürgen Matschie die Farbfotografie „Kraftwerk Boxberg“. Auf den ersten Blick wirkt dieses Bild wie eine Architektenzeichnung oder eine Computer-Animation. So klinisch rein, ohne Staub und Dreck. Das Kraftwerk gehört zu den modernsten seiner Art. Und doch soll es nach dem Willen interessierter Kreise 2030 oder spätestens 2038 Geschichte sein. Die gesellschaftlichen Entwicklungen werden zeigen, ob es tatsächlich so weit kommt. Das gemeinsame Interesse an der gesellschaftlichen Realität verbindet vier Fotografen, die sich zu der losen Gruppierung ASA zusammengeschlossen haben. Neben Jürgen Matschie sind das Thomas Kläber, Georg Krause und Frank Höhler. Unter dem Titel „Schicht – Umbrüche im Revier“ zeigen die vier Fotokünstler zurzeit eine Ausstellung in der Energiefabrik Knappenrode.

„Party im 21. Jahrhundert“

Mittwoch, 25. Mai 2022 geschrieben von:

Derzeit erzeugt eine Sonderausstellung im Sorbischen Museum in Bautzen ­wiederum viel Aufmerksamkeit: „Party im 21. Jahrhundert“. Dieser Titel ist ­zweideutig. Denn Party ist der Plural von Parta, dem Kopfschmuck, den früher die slowakischen Bräute und Brautführerinnen trugen. Bei der sorbischen Braut ist es ja die Borta, an der sie erkannt wird.

Vorlesen ist etwas Wunderbares. Die Nähe, die sich beim gemeinsamen Eintauchen in literarische Welten herstellt, tut in jedem Alter gut. Besonders schön ist es jedoch, wenn wir Kinder auf dieser Reise an die Hand nehmen und ihnen die Schätze der Phantasie zeigen. Die Bücher der Reihe „Das Tal am Fluss“ von Lubina Hajduk-Veljkovićowa ermöglichen genau das.

Ein Dachs, zwei Mäuse, ein Hase und eine Eule – das sind die fünf Freunde Dorian, Kiki, Mirka, Ferdi und Luna, die in den Geschichten gemeinsam so manches Abenteuer erleben. Wie der Titel schon verrät, ist eine idyllische Flussaue der Schauplatz ihrer Erlebnisse, und gemächlich wie der breite Strom ist das Erzähltempo der Autorin. Nun ist der zweite Band, „Lauter Überraschungen“, erschienen. Ganzseitig illustriert, leuchtet das Buch in warmen Farben.

Mehr als nur ein Denkmalführer

Mittwoch, 30. März 2022 geschrieben von:

Ein Denkmal fordert seinen Betrachter auf: „Denk mal!“ Es ist eine Aufforderung zum Innehalten. Zum Darüber-Nachdenken, was die Person, für die das Denkmal errichtet wurde, denen bedeutet hat, die es aufstellten. Die 250 Persönlichkeiten, denen die Neuerscheinung „Sorbische Denkmale“ gewidmet ist, haben Außergewöhnliches nicht nur für ihr sorbisches Volk geleistet, sondern auch für ihr deutsches Umfeld und sogar weit darüber hinaus. Deshalb ist es gut, dass die Publikation der Autorin Trudla Malinkowa jetzt auch auf Deutsch erschienen ist. Denn so kann ein breites Publikum für die Leistungen sorbischer Persönlich­keiten sensibilisiert werden. Insgesamt enthält die Neuerscheinung 268 Erinnerungsstätten, das heißt, einige der Beiträge widmen sich auch geschichtlichen Ereignissen oder dem Sitz von Institutionen oder Vereinen.

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