Sorbische Sicht bereichernd

srjeda, 26. septembera 2018
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Axel Arlt

„Quo vadis, Lausitz?“ hieß der Titel einer zweitägigen Konferenz in Senftenberg, mit der nun auch die sorbische Seite in die Diskussion zur Strukturentwicklung in der Lausitz eingestiegen ist. Nichtsorbische, aber unserem Volk, unserer Sprache und Kultur wohlgesonnene deutsche Teilnehmer fanden dafür anerkennende Worte. Sie lobten, dass sich die Sorben und Wenden nun erstmals in der Öffentlichkeit positionieren. Diese Reaktionen zeigen deutlich, dass dieser Landstrich mit dem angestammten Siedlungsgebiet unseres Volkes ein immenses und oftmals nur ungenügend genutztes Potenzial aufweist. Dieses sollte einfließen in alle Überlegungen für jene Zeit in der Zukunft, da keine hiesige Braunkohle weder gefördert noch verstromt wird.

Dass der sorbische Dachverband Domowina gemeinsam mit der Zukunftswerkstatt Lausitz aus Görlitz nach Senftenberg eingeladen hatte, ist ein wichtiges Zeichen. Es war ein Austausch zu vielen spezifischen Bereichen. Einiges ist vielleicht schon hier und da gesagt worden. So komplex jedoch und um spezifische sorbische Aspekte ergänzt, konnten die Teilnehmer neue Zusammenhänge ableiten. Das gilt für die „Kompetenzregion für Mehrsprachigkeit“ ebenso wie das Angebot des Sorbischen Instituts zur wissenschaftlichen Begleitung des Strukturwandels. Dazu veranschaulichte so manch andere Information die Tragweite dessen, was es in der Lausitz zu meistern gilt. Und dabei sind die sehr guten Löhne im Kohle- und Energiebereich – nur gegenüber der verarbeitenden Industrie betrachtet – ein wichtiges Beispiel der anstehenden Herausforderung.

Leider gab es seitens der Veranstalter kein im Voraus bestimmtes Ziel. Die Menge an Vorschlägen und Hinweisen aus den sechs thematischen Workshops muss nun so aufgearbeitet werden, dass nicht nur eine Arbeitsgrundlage für den Bundesvorstand der Domowina und seine Ausschüsse entsteht. Andere Gremien sollten für ihre Überlegungen zur Zukunft der Lausitz an die Erkenntnisse der Senftenberger Konferenz anknüpfen können. Es ist deshalb wichtig, dass die sorbische Seite aus ihrer minderheitenpolitischen Perspektive die Diskussion zum Strukturwandel auch auf neue und überraschende Weise bereichert.

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