Aufgabe, die bestehen bleibt

srjeda, 27. junija 2018
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Robert Lorenz„An drei Tischen diskutierten insgesamt etwa 30 Bürgerinnen und Bürger, Kommunalpolitiker und Sorben über Gegenwart und Zukunft.“ Manchmal genügt ein Satz, um ein Problem deutlich zu umreißen. Wie diese bemerkenswerte Aufteilung der Bautzener Bürgerschaft aus der Pressemeldung der Stadt Bautzen zur Veranstaltung „Kultur und Sorben“ am 4. Juni. Hier ging es um das künftige Leitbild von Bautzen. Wäre das Sorbische tatsächlich in dem Maße selbstverständlich für die „Hauptstadt der Sorben“, wie es immer wieder gern von verschiedener Seite betont wird, müsste man es wohl nicht zum Sonderpunkt beim Austausch über die „weichen Standortfaktoren“ erklären. Dann wäre es ein normales Element jeder der insgesamt acht Leitbild-Themenrunden von Wirtschaft bis Vereinsleben. Doch leider sind wir von einem solchen Zustand in Bautzen noch immer weit entfernt und das Sorbische fand sich einmal mehr in zunächst sicherlich guter Absicht exotisiert und zum Sonderthema stilisiert.
Im Rahmen dieses Grunddilemmas sorbischer Minderheits- und deutscher Mehrheitskultur wurde dann im Haus der Sorben recht fruchtbar miteinander diskutiert. Dabei ließen sich viele Beiträge unter dem Wunsch zusammenfassen, die erreichte deutsch-sorbische kulturelle Infrastruktur Bautzens für die Zukunft zu sichern, weiter zu stärken und auszubauen. Hier hinein gehören auch die Ideen einer „Sorbischen Sprachschule“ für deutschsprachige Bautzener oder einer „Sorbischen Universität“. Den zweiten Schwerpunkt bildete die noch immer zu geringe Sichtbarkeit und Selbstverständlichkeit der sorbischen Sprache in Stadtbild und Alltag. Das umfasst u. a. die Verwaltung, Ladenpersonal und -inschriften sowie die deutschen Nachbarn, von denen sich viele eine Überwindung sprachlicher Berührungsängste und die Aneignung eines sorbischen Grundwortschatzes wünschten, der zumindest auf der Ebene alltäglicher Höflichkeitsfloskeln wirkliche Zweisprachigkeit in Bautzen ermöglicht. „Die behauptete Sorbenfreundlichkeit steht mit der tatsächlich gelebten Sorbenfreundlichkeit in Einklang“ – eine Zuspitzung, die als Aufgabe an die Stadtgesellschaft an diesem Abend stehen blieb.
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