Es bewegt sich etwas!

srjeda, 25. julija 2018
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Janek Schäfer

Mit Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) ist in Sachsen eine gewisse andere Art der Politik – auch den Sorben gegenüber – festzustellen. Hatte man bisher das Gefühl, über sorbische Belange und Interessen werde eher hinter verschlossenen Türen verhandelt, geht der neue Mann an der Spitze Sachsens ganz andere Wege: Konsequent an die Öffentlichkeit. Sorbische Themen werden viel entspannter und öffentlicher angesprochen und diskutiert. Darauf haben einige Verantwortungsträger lange warten müssen. Bereits unter der Regierung von Stanislaw Tillich hatten sie auf diesen Schritt gehofft. Er aber blieb aus, obwohl der ehemalige Premier sehr gute Beziehungen ins Haus der Sorben pflegte. Um so besser, dass es sein Nachfolger nun geschafft hat. Mit seiner offenen Gesprächsform hat Kretschmer eine Qualität erreicht, mit der er die sorbische Problematik auf eine höhere Ebene hebt. Aber auch hinsichtlich der allgemeinen Politik in Sachsen scheint er begriffen zu haben, dass es ohne das Volk nicht geht.

Diese Herangehensweise von Michael Kretschmer finde ich gut. Er geht auf die Bürger zu. Unter dem Namen „Sachsengespräch“ bietet er wirklich das Gespräch an, um zu erfahren, wo der Schuh drückt und stellt sich den Fragen der Menschen.

Noch höher rechne ich Kretschmer und der sächsischen Landesregierung an, dass sie am 4. Juli nach Bautzen gekommen waren, um den sorbischen Mitbürgern genau so ein Gespräch zu ermöglichen. Die erfreuliche Anzahl von mehr als 120 Interessierten bekräftigt den dringenden Gesprächsbedarf: Auch viele Sorben haben viele Fragen. Natürlich hatten sie dabei auf Hilfe und Unterstützung gesetzt. Denn an anderen Stellen waren sie bisher erfolglos geblieben. So kam Einiges auf den Tisch, was die Regierungsmitglieder so noch nicht gehört hatten. Zum Beispiel sollte der Freistaat für seine Kampagnen auch die sorbische Sprache nutzen. Es gab Zusagen, Hilfsangebote, und hier und da konnte auch ein Versprechen abgerungen werden. Gut so! Da merkt man, es bewegt sich etwas. Ob es im Endeffekt „leere“ oder Wahlkampf-Versprechen waren, und ob die derzeitige auch eine ehrliche Politik ist, dass wird die Zeit zeigen. Ich habe ein gutes Gefühl.

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