Eine vertane Chance

srjeda, 31. julija 2019 spisane wot:
Janek Schäfer

Ist alles in Ordnung in Sachsen und bei den Sorben? Diese Frage habe ich mir bereits oft gestellt, besonders aber in den letzten Tagen. Bekanntlich geht es auf die Landtagswahlen am 1. September in Sachsen zu.

Man könnte meinen, dass alles Bestens sei. Am 3. Juli hat der Sächsische Landtag in Dresden den 2. Maßnahmenplan der Sächsischen Staatsregierung zur Ermutigung und zur Belebung des Gebrauchs der sorbischen Sprache beschlossen, das XIII. Internationale Folkorefestival „Lausitz 2019“, auf dem sich auch manch einer der sächsischer Politprominenz zeigte, war besonders erfolgreich, die Krabatfestspiele in Schwarzkollm haben in ihrer achten Inszenierung nochmals verstärkt auf das Sorbische gesetzt – dafür noch ein riesengroßes Lob auch aus unserer Redaktion! – , und der Sorbische Rundfunk wird ab dem 6. Januar sein Frühprogramm im MDR um eine Stunde erweitern. Lauter gute Nachrichten für die Sorben in Sachsen. Ein Schelm, der zu denken wagt, es sei nicht alles in Ordnung. Und doch! Ich denke genau das. Es ist nämlich nicht alles „in Butter“.

Der 73. Sorbische Evangelische Kirchentag am 15. und 16. Juni war einer der Höhepunkte im Festjahr anlässlich des 400-jährigen Bestehens der Kirchgemeinde St. Michael in Bautzen. Landesbischof Dr. Carsten Rentzing ist der Einladung des Sorbischen Evangelischen Vereins gern gefolgt.

Bautzen (SN/at). „Es war bemerkenswert. Mir war von vornherein klar, dass die sorbische Minderheit einen besonderen Blick auf diese Begriffe hat“, reflektierte der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Dr. Carsten Rentzing, die Auseinandersetzung der Kirchentagsteilnehmer in Arbeitskreisen mit den Begriffen „Volk“ und „Heimat“. Erstmals besuchte er den Sorbischen Kirchentag.

Keine Zukunft ohne Sprache

srjeda, 26. junija 2019 spisane wot:

Domowina-Regionalverband „Jakub Lorenc-Zalěski“ hat klare Aufgaben

Schleife. „Rohne (Rowno) ist ein sorbisches Dorf. Das haben wir uns als Ortschaftsrat auf die Fahnen geschrieben.“ Das sagte dessen Vorsitzender Matthias Jainsch, der auch Gemeinderat in Schleife ist, auf der Hauptversammlung des Domowina-Regionalverbandes „Jakub Lorenc-Zalěski“ am 5. Juni im Sorbischen Kulturzentrum Schleife. Der Nepila-Hof ist ebenso wie die Witaj-Kindertagesstätte „Milenka“ in der ganzen Lausitz ein Begriff. Dass sich die Mitglieder des Rohner Jugendklubs in ihrem Domizil eine Wand mit sorbischen Sagenfiguren gestalten lassen wollen, das hat gewiss nicht nur den Ortschaftsratsvorsitzenden etwas überrascht. Jainsch sprach aber auch über die restaurierten historischen Grabsteine auf dem Friedhof in diesem Ortsteil von Schleife. „Wir sind bereits in Gesprächen mit den Sorbischen Museen in Bautzen und Cottbus“, denn diese Grabsteine „haben mehr Öffentlichkeit verdient“.

Selbst aktiv werden

srjeda, 26. junija 2019 spisane wot:

Mit dem Projekt SMiLE wurde der Stand der sorbischen Sprache analysiert

Bautzen. Ober- und Niedersorbisch zählen zu den vom Aussterben bedrohten Sprachen. Damit stehen sie im internationalen Kontext nicht allein. Das erfuhren Prof. Dr. Nicole Dołowy-Rybińska von der Akademie der Wissenschaften in Warschau und Dr. Cordula Ratajczak vom Sorbischen Institut Bautzen während mehrerer Studienaufenthalte in verschiedenen, vorwiegend europäischen Ländern. Dołowy-Rybińska stellte fest: „Erfahrungen sowie Vergleiche mit Sprachsituationen sind sehr wichtig. Besonders beeindruckend war, welche Strategien zur allgemeinen Sprachpolitik, zur Revitalisierung und Werbung neuer Sprecher Minderheiten entwickeln.“

Sorbische Geheimnisse auf der Wand

srjeda, 26. junija 2019 spisane wot:

Der Freistaat Sachsen unterstützt die bildenden Künste auch außerhalb der großen Städte. Dies wurde im Wettbewerb „Ideen für den ländlichen Raum“ deutlich. So entsteht in Crostwitz eine kunstvoll gestaltete Fassade.

Crostwitz (SN/BŠe). Den Gedanken, Kunst im ländlichen Raum zu verwirklichen, hatten die Vertreter des Sächsischen Landeskuratoriums Ländlicher Raum. Der Idee folgten Taten. So wurde ein Konzept mit elf Kunstprojekten erstellt und zum Wettbewerb des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft eingereicht. Schon bald erhielten die Vertreter eine erfreuliche Nachricht. Sie sind unter den Preisträgern und bekommen 300 000 Euro, um ihre Idee umzusetzen.

Musikalischer Sommerauftakt

srjeda, 26. junija 2019 spisane wot:

Gelungene Wiederaufführung des Oratoriums „Podlěćo“

Nur wenige Tage vor Sommerbeginn wurde unter der Leitung des Bautzener Kirchenmusikdirektors Friedemann Böhme anlässlich des 73. Sorbischen Evangelischen Kirchentages in der Bautzener Michaeliskirche das Oratorium „Podlěćo“ (Der Vorsommer) aufgeführt. Dieser zweite Teil des Zyklus „Počasy“ (Die Jahreszeiten) des Begründers der sorbischen artifiziellen Musik Korla Awgust Kocor auf den lyrischen Text von Handrij Zejler wurde am 29. September 1886 in Bautzen vor etwa eintausend Gästen uraufgeführt. Diesem grandiosen Gesangsfest im Hotel Laue mit anschließendem Festmahl wohnte nach einem zeitgenössischen Bericht auch die örtliche Prominenz des kulturellen und politischen Lebens bei. Und obwohl der Komponist mangels eines zur Verfügung stehenden Orchesters für dieses Werk der großen musikalischen Form nur eine Klavierbegleitung vorgelegt hatte, wurde es mit einer nahezu unvorstellbaren Aufmerksamkeit und Begeisterung aufgenommen.

Der Dialog des Widersprüchlichen

srjeda, 26. junija 2019 spisane wot:

Derzeit haben Kunstliebhaber die Möglichkeit, gleich zwei außergewöhnliche Sonderausstellungen in Bautzen zu besichtigen. Im Gegensatz zur im vergangenen Monat an dieser Stelle präsentierten Exposition „Übergang 03“ im Sorbischen Museum, die unter der Überschrift „Bilder einer Landschaft“ einem homogenen Konzept folgt, deutet die im Juni im Museum Bautzen eröffnete Schau „Kontext & Kontroverse“ bereits im Titel an, dass hier der Dialog des Widersprüchlichen im Mittelpunkt steht.

Die Preisträger des Wettbewerbs zum Sächsischen Mitmach-Fonds 2019 ehrte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) im Rahmen einer Veranstaltung am 23. Juni im Hygiene-Museum Dresden. Auf unserem Foto präsentieren sich die anwesenden sorbischen Gewinner in der Sonderkategorie „Lebendige Zweisprachigkeit“. Sie kommen zum Beispiel aus der katholischen Lausitz, der Gegend um Hoyerswerda und aus Schleife. Nun gilt es für sie, die Ideen zu verwirklichen. Foto: Milenka Retschke

Telegramm (26.06.19)

srjeda, 26. junija 2019 spisane wot:

In Martin dabei gewesen

Martin. Die sorbische wissenschaftliche Vereinigung Maćica Serbska war mit ihrem Vorsitzenden Jurij Wuschansky und Vorstandsmitglied Marka Ziesch auf dem 4. Treffen slawischer Wissenschaftsgesellschaften und Einrichtungen Anfang Juni in der slowakischen Stadt Martin vertreten. Wuschansky referierte dort über die Arbeit seiner Organisation in der Ober- und Niederlausitz.

Chor weilte in Litauen

Vilnius/Bautzen. Der Chor des Sorbischen Jugendensembles am Sorbischen Gymnasium Bautzen weilte im Rahmen einer Exkursion eine Woche in Litauen. Neben Proben und Auftritten erkundeten sie die Hauptstadt Vilnius. Dabei besuchten sie die orthodoxe Kirche wie auch die Synagoge. Wohlbehalten kehrten sie am 22. Juni nach einer 15-stündigen Busfahrt in die Heimat zurück.

Mitarbeiter lernen Sorbisch

Erst lernen, dann sprechen

srjeda, 26. junija 2019 spisane wot:

Staatsregierung beschloss zweiten Maßnahmeplan für sorbische Sprache

Dresden (SN/at). Die Zukunft der sorbischen Sprache ist für den Freistaat Sachsen weiterhin eine wichtige Angelegenheit. Das kommt im zweiten Maßnahmeplan der Staatsregierung zur Ermutigung und zur Belebung des Gebrauchs der sorbischen Sprache zum Ausdruck, den das Kabinett am 18. Juni in Dresden beschlossen hat. Damit liegt nach dem Erstling aus dem Jahr 2012 eine Fortschreibung vor, die bereits verankerte Schwerpunkte aufgreift und modifiziert, aber ebenso auf aktuelle Fragen reagiert.

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