Die Saat ist aufgegangen

srjeda, 28. měrca 2018 spisane wot:
Axel Arlt

Als das sorbische Volk mit der deutschen Wiedervereinigung 1990 Teil des deutschen Staatsvolkes wurde, brachte es ein Novum mit: Nie zuvor hatte und hat bis heute eine nationale Minderheit in Deutschland eine derartig reiche institutionelle Kulturlandschaft. Diese wurde in den 1950er-Jahren zwar in der Deutschen Demokratischen Republik geschaffen, war aber eine unmittelbare Auswirkung des Gesetzes zur Wahrung der Rechte der sorbischen Bevölkerung. Dieses hatte der Sächsische Landtag vor 70 Jahren einstimmig beschlossen.

Mit Blick auf den Beginn konkreter Regelungen zum Erhalt der sorbischen Sprache und Kultur fasziniert, wie kurz und prägnant die einzelnen Paragrafen gefasst sind. Die wahre Leistung der Abgeordneten im Nachkriegslandtag aber besteht wohl darin, dass sie ein Gesetz beschlossen haben, das im Nachhinein gar einer Überprüfung unter rechtsstaatlichen Prinzipien standhielt.

Ohne angemessene Antwort

srjeda, 28. februara 2018 spisane wot:

Kritik am Minderheiten-Passus im Entwurf des Koalitionsvertrags

Berlin/Potsdam/Bautzen (SN/at). Die Partner einer möglichen neuen großen Koalition CDU, SPD und CSU haben im Entwurf ihres Koalitionsvertrags einen Satz den hiesigen autochthonen Minderheiten gewidmet. „Wir bekennen uns zum Schutz und zur Förderung der vier nationalen Minderheiten in Deutschland – Dänen, Sorben, Friesen sowie Sinti und Roma“, heißt es unter dem Punkt „Kulturelle Infrastruktur und Kulturförderung“ im Kapitel XIII. Zusammenhalt und Erneuerung sollen Demokratie beleben.

Die Reaktionen darauf sind sehr unterschiedlich. Wie der Domowina-Vorsitzende David Statnik unserer Zeitung sagte, entspricht dieser Satz „der Forderung des Minderheitenrates, die wir auch bei den Sorben abgestimmt haben“. Wichtig werde sein, inwieweit es gelingt, diesen Satz mit Inhalten zu füllen. „Entscheidend sind Taten. Falls notwendig, werden wir die Politiker nachdrücklich an ihre Aussage erinnern.“

Sorbisch ist gelebter Alltag

srjeda, 28. februara 2018 spisane wot:

Das jedenfalls beweisen die Preisträger des Wettbewerbs „Sprachenfreundliche Kommune – Die sorbische Sprache lebt 2017“. Mit viel Kreativität.

Schleife (CK/SN/at). Die sorbische Sprache lebt. Und folgt man den Ergebnissen des Wettbewerbs „Sprachenfreundliche Kommune“, dann ist sie in Hoyerswerda, Lohsa und Crostwitz am lebendigsten. Diese drei Kommunen wurden am 2. Februar im Sorbischen Kulturzentrum in Schleife in den Kategorien Städte, Gemeinden und Gemeinden im sorbischen Kerngebiet als Sieger des gleichnamigen Wettbewerbs gekürt. Dieser war am 3. Februar 2017 in Bautzen gestartet.

Zustimmung zum Sorbenbericht

srjeda, 28. februara 2018 spisane wot:

Der erste Bericht zur Lage der Sorben/Wenden in Brandenburg erlangte die Zustimmung aller Fraktionen im Potsdamer Landtag.

Arbeit in Netzwerken wichtig

srjeda, 28. februara 2018 spisane wot:

Interesse großer Medien an Minderheitenthemen ist sehr gering

Berlin. Minderheitenthemen sind in überregionalen Medien – in Zeitungen und Zeitschriften sowie in Rundfunk und Fernsehen – nicht genug präsent. Das soll sich ändern und die Verantwortlichen sollen die Minderheiten dabei unterstützen. Dies war eine Forderung der fast 40 Vertreter von Medien in Minderheiten- und Regionalsprachen sowie der Vertreter der jeweiligen Minderheiten aus ganz Europa auf dem ersten Medienforum der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) am 1. und 2. Februar in Berlin. Die Umsetzung der Forderung aber ist schwierig, schätzen Fachleute ein, da große Medien an Minderheitenthemen kein oder nur ein sehr geringes Interesse haben. Dies bekräftigten die ZDF-Rundfunkrätin Dr. Karin Haug sowie der Nachrichtenagenturredakteur Filipp Fritz.

Komplex mit offenem Ende

srjeda, 28. februara 2018 spisane wot:

„Das Paradies in der guten Stube“ ist teils Komödie, teils Tragödie

Bautzen (SN/bn). Das Deutsch-Sorbische Volkstheater hat mit seiner neuen obersorbischen Inszenierung „Das Paradies in der guten Stube“ das Premierenpublikum begeistert, zugleich aber auch teils kontroverse Reaktionen hervorgerufen. Im ersten Teil des Stücks applaudierten die Zuschauer nach jeder Szene und klatschten zu den volkstümlichen musikalischen Beiträgen im Takt. Im zweiten, im Tempo gemäßigteren Teil wiederholte sich dies jedoch nicht. Nach dem für viele Besucher plötzlichen Ende wurde, wenngleich nach einigen Augenblicken der Stille, den Beteiligten auf und hinter der Bühne dessen ungeachtet starker, lang anhaltender Beifall gespendet.

Ausstellung von Fotografien als Zeitreise

srjeda, 28. februara 2018 spisane wot:

Die Ausstellung „Heimat – Domizna 1992 – 2017. Katholische Sorben in der Oberlausitz“ wurde am 21. Februar im Bautzener Haus der Sorben eröffnet. Der Fotograf Andreas Varnhorn aus Frankfurt am Main präsentiert darin Bilder, die er 1992 aufgenommen hat. Letztes Jahr kehrte er zurück, um einige der Personen, welche er damals abgelichtet hatte, erneut zu porträtieren. Daraus entstand eine überaus interessante Werkschau, welche nicht nur durch die dem zeitlichen Abstand geschuldeten Veränderungen der Abgebildeten, sondern auch durch den technischen Kontrast – die älteren Fotografien sind schwarzweiß, die neuen hingegen in Farbe – besticht. Die Ausstellung darf daher durchaus als künstlerische Dokumentation bezeichnet werden. Außer den Exponaten, welche sich aus gerahmten Original-Barytabzügen, Reprints auf Aluminium-Dibondplatten und den aktuellen Porträts zusammensetzen, sind auch textliche Beschreibungen der abgelichteten Personen sowie deren niedergeschriebene Gedanken zum Thema „Was bedeutet Heimat“ Teil der Exposition.

Telegramm (28.02.18)

srjeda, 28. februara 2018 spisane wot:

Witaj besteht 20 Jahre

Bautzen. Das Modellprojekt Witaj besteht 20 Jahre. Der Sorbische Schulverein als Initiator leitete damit den Prozess der Revitalisierung des Niedersorbischen ein. Zugleich wurden in Brandenburg und Sachsen Grundlagen geschaffen, um die sorbische Sprache von der Kinderkrippe bis zum Abitur zu lernen. Witaj ist rechtlich geschützt und gilt als Qualitätsmerkmal. Am 1. März wird der Schulverein das Jubiläum in Cottbus feiern.

Land zahlt für Beauftragte

Potsdam. Die Funktion der Beauftragten für Angelegenheiten der Sorben/Wenden in den Landkreisen Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz und Dahme-Spreewald sowie in der kreisfreien Stadt Cottbus soll ab Januar 2019 generell hauptamtlich und mit einer vollen Personalstelle ausgestattet sein. Dafür übernimmt das Land Brandenburg die Personalkosten. Das sieht ein Gesetzentwurf der Regierungsfraktionen von SPD und Die Linke im Landtag Brandenburg vor.

Neuer Hort soll entstehen

Dorothea Scholze (links), hier mit Veronika Suchy, gewann im 65. Wettbewerb um das schönste sorbische Osterei gleich drei Preise. In den Techniken Wachsbatik einfarbig sowie Bossiertechnik einfarbig belegte die Bautzenerin jeweils den ersten und im mehrfarbigen Bossieren den dritten Platz. Ausgezeichnet wurde sie für ihre Kreationen wie zehn weitere Volkskünstler auf dem 27. Sorbischen Ostereiermarkt am 24. Februar in Bautzen. Foto: Georg Helgest

Konferenz zur Strukturentwicklung

srjeda, 28. februara 2018 spisane wot:

Die Domowina wird ihre geplante Konferenz zur Strukturentwicklung in der Lausitz Mitte September in Senftenberg durchführen. Im Mittelpunkt soll das Sorbische stehen.

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