Am Palmsonntag erklang das erneuerte Geläut der Baruther Kirche zum ersten Mal wieder. Eigentlich hätte sich das in Verbindung mit einem festlichen Gottesdienstes ereignen sollen. Den jedoch machte die Corona-Krise unmöglich. Der festliche Gottesdienst wird irgendwann nachgeholt.
Baruth (CS/SN). Der Palmsonntag, also der Sonntag vor Ostern, erschien dem Glockenförderverein als ein geeignetes Datum, um das Geläut vorzuführen. Pünktlich ab 10 Uhr wurden nach und nach alle Glocken eingeschaltet, bis das volle Geläut ertönte. Wie Bernd Lorenz, Vorsitzender des Vereins, sagt, haben ihn inzwischen viele Stimmen erreicht, die sich positiv über den Klang des Geläuts geäußert haben. Es sei keine so leichte Aufgabe gewesen, den Klang von Glocken aus drei verschiedenen Gießereien aufeinander abzustimmen, aber dies sei gut gelungen. Die kleine Glocke von 1815 stammt von der Glockengießerei Gruhl aus Kleinwelka, die Prinzenglocke wurde 1920 von der Firma Geittner in Breslau angefertigt. Die beiden neuen Glocken wurden 2019 bei der Firma Bachert in Neunkirchen gegossen.
Panschwitz-Kuckau (SN/MWj/JaW) Dass das Osterfest 2020 einen historischen Charakter haben würde, war seit dem Zeitpunkt sicher, als bekannt wurde, dass die traditionellen Prozessionen der Osterreiter nicht werden stattfinden können. Viele der etwa 1 600 sorbischen Osterreiter hatten zwar noch ein Fünkchen Hoffnung, dass sich daran evtl. etwas ändert, erfüllt hat sich das aber nicht. Umso bewundernswerter war, auf welch unterschiedliche Art Osterreiter zusammen mit weiteren Gläubigen die frohe Botschaft der Auferstehung Jesu öffentlich verkündet haben. Sie konnten diese Botschaft zwar nicht auf dem Rücken der Pferde in die Nachbargemeinde tragen, trotzdem erklang das österliche Halleluja zu verschiedenen Zeiten und an unterschiedlichen Plätzen.
Wer im weltweiten Netz den Begriff „dyrdakojstwo“ eingibt, findet schnell das Internet-Angebot des Sorbischen Schulvereins (SSV), vor allem Interessenten aus dem niedersorbischen Sprachbereich.
Bautzen/Hochkirch (SN/at). Die sorbischen evangelischen Christen erlebten am Karfreitag eine Premiere. Den traditionellen Gottesdienst feierte der Sorbische Superintendent Jan Mahling zwar in der Michaeliskirche, der aber war aufgezeichnet und im Rahmen des Online-Auftritts der Bautzener St. Petri-Gemeinde zugänglich.
Mahling predigte zu den Bibelworten aus dem 53. Kapitel des Propheten Jesaja: „Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud sich auf unsere Schmerzen“ und knüpfte an die aktuelle Entwicklung in Zeiten der Corona-Pandemie an: „Sorbische Ostern sind verboten, kein Ostermarkt, keine Osterreiter, die Pandemie verändert unser Leben.“ Mahling verwies auf sorbische Begriffe für „Pandemie“ und wandte sich an die in Pflegeheimen Arbeitenden, wo das Risiko sehr groß ist, sich mit der Krankheit anzustecken. Die Pfleger tragen „die Krankheit derer, die dort wohnen. Ebenso wie alle, die im Gesundheitswesen arbeiten.“
Der Spargel wächst und dringend werden helfende Hände zum Ernten benötigt. Bereits viele Jahre werden Helfer vor allem aus osteuropäischen Ländern eingesetzt. Doch wegen der Corona-Pandemie sind die Grenzen dicht.
Bautzen/Hoske (SN/BŠe). Eine Zeit lang befürchteten die sächsischen Bauern, dass aufgrund der Corona-Krise mit geschlossenen Grenzen Helfer zum Ernten von Spargel und Erdbeeren fehlen werden. Doch Anfang April hatten sich Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) darauf geeinigt, dass etwa 80 000 Erntehelfer, wenn auch unter strengen Auflagen, nach Deutschland einfliegen können. Kurz darauf waren schon die ersten Saisonkräfte aus Rumänien auf dem Flugplatz Berlin-Schönefeld gelandet und weitere folgten. Das hat auch beim sächsischen Präsidenten des Landesbauernverbandes Manfred Uhlemann für große Erleichterung gesorgt. Doch der erhöhte Aufwand wird sich wohl dieses Jahr auch auf die Preise für das beliebte Gemüse auswirken. Inwieweit, ist zurzeit jedoch noch nicht abzusehen.
Im Jahr 2006 strahlte das ZDF den ersten „Spreewaldkrimi“ aus, vergangenen Montag den 12. Film der Reihe unter dem Titel „Zeit der Wölfe“. Über das Projekt hat Cordula Ratajczak mit Produzent Wolfgang Esser gesprochen.
Wie sind Sie auf die Idee gekommen, eine Krimireihe im Spreewald zu verorten?
W. Esser: Vor rund fünfzehn Jahren spielten in Deutschland die Krimis im städtischen Umfeld. Es waren „Whodunit“-Filme, wer war es. Es gibt ein Opfer, und ein Kommissar oder Ermittlerteam sucht einen Mörder. Das war uns zu langweilig geworden. Damals kamen die skandinavischen Krimis auf, die in eine Landschaft eingebunden sind und in denen die Hauptfiguren mit dieser Landschaft zu tun, teilweise sogar zu kämpfen haben. Das hat uns inspiriert. Dass letztendlich der Spreewald zum Ort unseres Krimis wurde, war reiner Zufall.
Der Spreewald ist auch Kulturlandschaft.
Bautzen (SN/bn). Die gegenwärtige Lage stellt die Kulturschaffenden vor neue Herausforderungen. Wie so viele andere Bereiche ist auch die sogenannte Kreativwirtschaft in die virtuelle Welt gewechselt, um ihr Publikum weiterhin erreichen zu können.
Bautzen/Cottbus (SN/CoR). Mit einer besonderen Aktion hat die Stiftung für das sorbische Volk auf die mit der Corona-Krise verbundene Verlagerung des sozialen Lebens ins Internet und der täglich wachsenden Anzahl von sorbischen digitalen Angeboten reagiert. Seit dem 17. April bieten die Internetseiten der beiden sorbischen Kulturinformationen SKI in Bautzen und LODKA in Cottbus nicht nur eine Übersicht aller sorbischen digitalen Angebote, die derzeit entstehen (https://info.sorben.com/sptws/). Darüber hinaus wird wöchentlich eines als „Sorbisches Angebot der Woche im Netz SPTWS 2020“ (Serbski poskitk tydźenja w syći) ausgezeichnet und mit einer finanziellen Anerkennung von 100 Euro honoriert. Den Preis erhalten haben bislang das Video über die – etwas anderen – Ostervorbereitungen von Ralbitzer Osterreitern von Denny Gloxyn sowie die Videoreihe „Lotka a Sophia“ der Nebelschützer Kindertagesstätte „Jan Skala - Bunte Steinchen“, mit der die Erzieherinnen den Kindern zu Hause die Zeit verkürzen.
Thomas Kläber war 12 Jahre alt, als es bei ihm mit Wucht und Wonne „Klick“ gemacht hat. Ein leidenschaftlich fotografierender Onkel hatte ihn mit ins Fotolabor genommen. Das Geheimnis, aus einem richtigen Moment mit Kamera und Fotopapier ein Bild zu machen, war so faszinierend für den Jungen, dass daraus seine Lebensaufgabe erwuchs. Taschengeld und erstes Selbstverdientes wurden von da an in die eigene Fotoausrüstung gesteckt. Man darf annehmen, dass der heute weithin geachtete Bildkünstler es nie bereut hat.