Starke Frauen mit starkem Angebot

štwórtk, 28. decembera 2023 spisane wot:
Mehrere Initiativen engagierter junger sorbischer Frauen hatten sich am 22. Dezember zusammengeschlossen, um im Wittichenauer Jakubetzstift einen Kulturweihnachtsmarkt auf die Beine zu stellen. Neben einer Buchvorstellung erlebten die Besucherinnen und Besucher ebenfalls eine Modenschau. Des Weiteren konnten handgemachte Schmuckstücke erworben werden. Um das musikalische Rahmenprogramm kümmerte sich eine A-cappella-Gruppe. Foto: Laurencia Hawšec

Selbstbewusst sprechen

štwórtk, 28. decembera 2023 spisane wot:
Julian Nyča

In letzter Zeit wurde ich öfter gefragt, wie um Himmels willen es das Strukturwandelprojekt „ZARI“ jemals schaffen will, wieder auf 100 000 Sorbisch-Sprecher in der Lausitz zu kommen. Meine Antwort lautet stets: „Wir“ werden das nicht hinbekommen. Nicht allein. Nötig ist ein Strukturwandel im Alltag, bei dem alle anpacken müssen. Wenn dieser gelingt, ist alles möglich.

Fünf Jahre Serbski Sejm – das haben Abgeordnete und Anhänger des sorbischen Parlaments ordentlich gefeiert. Zugleich gab es einen Ausblick in die Zukunft sorbischer Volksvertretung.

Nebelschütz/Njebjelčicy (SN/mb). Im nächsten Jahr wird der Aufruf veröffentlicht, Kandidaten für die zweite Wahl des Serbski Sejm vorzuschlagen. Der Sprecher des Ausschusses „Verfassung und Recht“, Hajko Kozel, übermittelte die Botschaft im gut besetzten Saal „Bjesada“ der Kirchgemeinde in Nebelschütz. „Wir haben gezeigt, dass die Sorben fähig sind, Wahlen zu organisieren“, sagte Kozel, „und wir haben das Versprechen erfüllt, uns um den Entwurf eines Staatsvertrages zu kümmern“. Alterspräsidentin Edith Pjeńkowa, die die Gäste mit Brot und Salz am Eingang begrüßte, lobte die Arbeit der Abgeordneten, die um die Anerkennung des Gremiums als Volksvertretung noch kämpfen. Dazu soll künftig ein Staatsvertrag dienen, doch bisher haben die Regierungen Sachsens, Brandenburgs und des Bundes den Serbski Sejm mehr oder weniger ignoriert.

Sorbisch zurück in den Alltag

srjeda, 29. nowembera 2023 spisane wot:

Domowina will mit Strukturwandel-Großprojekt Sprache wiederbeleben

Uhyst/Spree/Delni Wujězd (AK/SN). Mit dem Strukturwandel-Projekt ZARI will die Domowina als Trägerin die sorbische Sprache langfristig wiederbeleben. Ziel sind 100 000 Sorbisch-Sprechende im Jahr 2100 in der ganzen Lausitz. Das Projekt läuft zunächst 2022–2026. Langfristig soll es bis 2038 weitergehen. Förderung kommt aus dem Programm „Sorbische Sprache und Kultur im Strukturwandel“ für Projekte in Sachsen. Die Stiftung für das sorbische Volk reicht diese Mittel des Bundesministeriums des Innern und für Heimat aus. „Wir sind in der Pilotphase. In drei Jahren soll der Aktionsplan stehen. Das Projekt zielt auf verbindliche Sprachrevitalisierung. 100 000 Sprecher in 80 Jahren zu erreichen sind ein durchaus realistisches Ziel“, unterstrich Judit Šołćina, Geschäftsführerin der Domowina, in Uhyst/Spree bei der Vorstellung des Projekts nach einem Jahr Anlaufphase.

Träume sind Schäume

srjeda, 29. nowembera 2023 spisane wot:

Neulich träumte mir, ich wäre Gast einer Debatte im Bundestag über die Situation ethnischer Minderheiten. Fraktionen hätten kein Rederecht, sondern nur Vertreter von Minderheiten.

Dann stand eine Frau in sorbischer Tracht am Rednerpult und sagte: „Česćeni čłonojo Němskeho zwjazkoweho sejma. Wutrobny dźak za Waše přeprošenje. Sym zapósłanča swobodneho a demokratisce woleneho Serbskeho sejma. Ja wjeselu so, zo sym tu. To najwažniše na spočatku: Prošu dowolće mi, zo rěču němsce. Sće Wy z tym pře­zjedni?“ [Über Lautsprecher hörten die Abgeordneten die Übersetzung: „Sehr geehrte Mitglieder des deutschen Parlaments. Herzlichen Dank für Ihre Einladung. Ich bin Abgeordnete des frei und demokratisch gewählten Serbski Sejm. Ich freue mich, hier zu sein. Das Wichtigste zuerst: Ich möchte meine Rede in deutscher Sprache halten. Sind Sie damit einverstanden?“]

Bautzen/Budyšin (SN/at). Kurzfristig hatte das Team von Carola Rackete einen Besuch in der Redaktion der Serbske Nowiny bestätigt. Der dauerte am späten Nachmittag des 6. November auch nicht zu lange. Dennoch erwies sich die Palette der erörterten Themen als umfangreich.

Neuheiten im Supermarkt

srjeda, 29. nowembera 2023 spisane wot:

Der „Nahkauf“ in Neschwitz ist der erste zweisprachige in der Region

Einen Einkaufsladen im Dorf zu haben, das ist heute nicht mehr selbstverständlich. In Neschwitz/Njeswačidło gab es diesen und nun gibt es ihn auch wieder. Im neuen Gewand eröffnete Anfang November der dortige Supermarkt „Nahkauf“. Auch die Inhaber des Geschäfts sind andere als zuvor: Lars Gottschlink und Ronny Škoda haben sich die Kaufhalle als Projekt vorgenommen. Seit Frühjahr diesen Jahres waren beide intensiv damit beschäftigt, das Beste aus dem ehemaligen Geschäft „Nah&Gut“ zu machen. Als langjähriger Verkaufsleiter bei LIDL brachte Škoda einige Erfahrungen mit, welche die beiden Männer in den langwierigen Verhandlungen um die Zukunft des Marktes sehr gut gebrauchen konnten.

Eher der stille Beobachter

srjeda, 29. nowembera 2023 spisane wot:

Was für ein Glück, wenn man in seinem Arbeitsleben (das nicht mit der Rente enden muss) das tun kann, was einen erfüllt, Freude bereitet und ganz nebenbei auch noch für andere Menschen wichtig ist. Dem Fotografen Jürgen Matschie war dieses Glück beschieden. Und er setzt sich auch nach seinem 70. Geburtstag noch längst nicht zur Ruhe. Zurzeit sichtet er sein Lebenswerk, um es der Deutschen Fotothek zu übergeben. Und der Domowina-Verlag hat ihm zu seinem runden Geburtstag, den er im Februar dieses Jahres feiern konnte, ein adäquates Geschenk gemacht: den Bildband „Ducy domoj – Unterwegs nach Hause“. Der Untertitel „Fotografien 1972–2022“ zeigt schon, dass es sich dabei um die Bilanz eines 50-jährigen Schaffens handelt. Es gibt sogar „Ausreißer“ nach unten: Bereits 1965 fotografierte Jürgen Matschie seine Eltern Liesbeth und Erich Matschie. Hier zeigte es sich bereits, dass er es schon in jungen Jahren nicht darauf anlegte, Menschen für ein Foto zu „stellen“. Matschie ist eher der stille Beobachter, der es versteht, die Menschen vergessen zu machen, dass überhaupt ein Fotograf zugange ist.

Telegramm (29.11.23)

srjeda, 29. nowembera 2023 spisane wot:

Alle Regionen wieder vertreten

Crostwitz/Chrósćicy. Im Vorstand des Domowina-Regionalverbandes „Michał Hórnik“ arbeitet mit Markus Šołta aus Ralbitz/Ralbicy wieder ein Vertreter aus der Gegend Delany (Unterland) mit. Er wurde auf der Haupt- und Wahlversammlung des Verbandes am 22. November in Crostwitz einstimmig gewählt. Ebenfalls 100 Prozent der Stimmen erreichte die wiedergewählte Regionalvorsitzende Diana Wowčerjowa.

Sorbische Thematik hat Priorität

Doberlug-Kirchhain/Dobrjoług-Góstkow. Mit dem Ergebnis des ersten sächsisch-brandenburgischen Kulturforums Lausitz am 3. November in Doberlug-Kirchhain ist Clemens Škoda, Referent der Domowina für Kultur und Ausland, zufrieden. Jetzt zeige sich, dass die sorbische Thematik als Priorität bei der Verwirklichung der Maßnahmen im Rahmen des Strukturwandels auf dem Gebiet der Kultur wahrgenommen werde.

Šiman erneut Direktkandidat

Fulminant ging das 149. Treffen sorbischer Studierender – Schadźowanka – am 25. November in Bautzen zu Ende. In einem abwechslungsreichen Programm boten die Studentenverbindungen aus Dresden (auf dem Foto) und Leipzig, als auch Weitere ihre Perspektiven auf die derzeitigen gesellschaftlichen Debatten in der Lausitz und außerhalb von ihr. Seit Langem zum ersten Mal führte in diesem Jahr auch der Verein der Freunde der Sorben aus Prag wieder ein Kabarett auf. Foto: Maćij Bulank

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