Die Spur der Kaurischnecke

srjeda, 24. junija 2020 spisane wot:

Unter dem sorbischen Titel „kóstkaty slěd“, wortwörtlich übersetzt „die knöcherne Spur“, beleuchtet die in Bautzen geborene und in Leipzig lebenden Künstlerin Karoline Schneider auf dem Gelände der ehemaligen Leipziger Baumwollspinnerei zurzeit Herkunft und kulturelle Bedeutung der Kaurischnecke.

Die kleinen weißen Schnecken kennt so manche/-r als Schmuck auf dem Geschirr der sorbischen Osterreiter. Durch ihre regelmäßige Form und Größe sind sie sehr gut geeignet, um zu größeren Ornamenten zusammengefügt zu werden. Ursprünglich stammen sie aus dem indopazifischen Raum und sind weltweit Bestandteil kultureller Praktiken, von denen manche nachweislich bis zu 6 000 Jahre vor unsere Zeitrechnung zurückverfolgt werden können. Sie wurden bzw. werden zum Beispiel wegen ihrer Seltenheit in bestimmten Regionen als Zahlungsmittel, durch ihre Ähnlichkeit zur Vulva als Fruchtbarkeitssymbol und wegen der Ähnlichkeit zum menschlichen Auge als Schutzzauber gegen den sogenannten „bösen Blick“ benutzt.

Telegramm (24.06.20)

srjeda, 24. junija 2020 spisane wot:

Gegen weiteren Substanzverlust

Bautzen. Die aktuellen Herausforderungen beim Strukturwandel in der Lausitz dürfen sich nicht so auswirken, dass das Sorbentum erneut Substanz verliert. Darin stimmen das Präsidium des sorbischen Dachverbandes Domowina und der Vorsitzende des neuen sächsischen Rates für sorbische Angelegenheiten Marko Suchy überein. Sorbenrat und Dachverband streben eine Vereinbarung über eine praktische Zusammenarbeit an.

Sorbenrat im Livestream

Potsdam. Die Beratung des Rates für Angelegenheiten der Sorben/Wenden am 19. Juni war auf der Internetseite des Landtags Brandenburg erstmals im Livestream zu verfolgen. Das nutzten insgesamt 72 Interessenten. Da nun die technischen Bedingungen für eine Übertragung geschaffen wurden, ist diese auch für zukünftige Ratssitzungen unabhängig von den Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie möglich.

Künstler des SNE in Kurzarbeit

Die Veranstaltungsbranche machte am vergangenen Montag auf ihre coronabedingte Misere aufmerksam. In ganz Deutschland wurden Objekte rot angestrahlt. Christof Bjarsch aus Jeßnitz richtete seine Scheinwerfer auf die Bautzener Alte Wasserkunst und die Michaeliskirche. Veranstalter wie er haben derzeit kein Einkommen, weil Events nicht stattfinden. Foto: SN/Hana Schön

Eltern Hilfe angeboten

srjeda, 24. junija 2020 spisane wot:

Bundesvorstand der Domowina gedachte abgebaggerter Orte

Schleife (SN/JaW). Der Bundesvorstand des Dachverbandes sorbischer Vereine Domowina hat auf seiner ersten Sitzung in der Corona-Krise am 19. Juni in Schleife mit einer Schweigeminute der abgebaggerten sorbischen Dörfer gedacht. „Von 1998 bis 2014 haben wir 17 öffentliche Gedenkveranstaltungen abgehalten. Dabei wurden neun Gedenkstätten eingeweiht“, sagte der Domowina-Vorsitzende Dawid Statnik. Weitere öffentliche Veranstaltungen werden nur noch dort durchgeführt, wo es sich die Betroffenen oder deren Angehörige wünschen. Derzeit bemüht sich die Domowina um die Neuerrichtung des Denkmals für den Ort Groß Lieskow. Im Hinblick auf die aktuellen Entwicklungen der Energiepolitik äußerte Statnik die Hoffnung, „dass Mühlrose das letzte Dorf des sorbischen Siedlungsgebietes ist, das umgesiedelt wird“.

Kulturstrategie Lausitz 2025

srjeda, 24. junija 2020 spisane wot:

Die Zukunftswerkstatt Lausitz der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH hat am 12. Juni mit der „Kulturstrategie Lausitz 2025“ eine weitere Studie im Internet veröffentlicht. Das zugrunde liegende Projekt begann im Mai letzten Jahres.

Cottbus (SN/CoR). Allein die Datenmenge der Studie beeindruckt: Insgesamt 62 persönliche Gespräche mit 156 kulturellen Akteuren der Lausitz, unter ihnen Sorben aus verschiedenen Verbänden und Einrichtungen, an die rund 240 Kommunen sowie Kultureinrichtungen und -initiativen in der Lausitz gerichtete Online-Fragebögen wurden durchgeführt. Dazu kamen vier Workshops in Knappenrode, Cottbus, Weißwasser und Zittau.

Hoyerswerda (SN/bn). „Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt“, lautete der Leitspruch des 74. sorbischen Kirchentages, den der Sorbische evangelische Verein am 14. Juni in Hoyerswerda veranstaltete. Das traditionell gleichzeitig organisierte Heimatfest hingegen fiel aufgrund der gegenwärtigen gesundheitlichen Bestimmungen aus.

Der Kirchentag begann mit einem feierlichen Gottesdienst in der – unter Einhaltung des Abstandsgebots – voll besetzten Johanneskirche. Die Messe feierten Superintendent Jan Mahling, der ihm in diesem Amt nachfolgende Gödaer Pfarrer Christoph Rummel, Pfarrerin Jadwiga Mahling vom Kirchspiel Schleife und Pfarrer Stefan Reichelt aus Bluno.

Der Vorsitzende des Sorbischen Kirchgemeindeverbands Jan Mahling (rechts) übergab dem Sorbischen Museum am 9. Juni in der Bautzener Pfarrei St. Michael eine frühe Federzeichnung von Měrćin Nowak-Njechorński aus dem Jahr 1922. Für Museums­direktorin Christina Bogusz ist das eine herausragende, bisher nicht bekannte Arbeit. Deren Entdeckung im Pfarrarchiv freut auch Pfarrer Christoph Rummel, der Jan Mahling in der Funktion des Sorbischen Superintendenten nachfolgt. Foto: SN/Hana Schön

Serbski Sejm tagte in Hoyerswerda

srjeda, 24. junija 2020 spisane wot:

Hoyerswerda (SN/at). Die Corona-Pandemie unterbrach die öffentlichen Sitzungen. Die Mitglieder berieten in Videokonferenzen. Nun traf sich der Serbski Sejm wieder, am 13. Juni in Hoyerswerda. Hier wurden Überlegungen zur Änderung der Geschäftsordnung angestellt, um auch in Situationen wie der Covid-19-Krise Beratungen des Serbski Sejm im Rahmen von Videokonferenzen offiziell zu ermöglichen.

Der Ausschuss Verfassung und Recht informierte darüber, dass er eine externe juristische Arbeitsgruppe gebildet hat. Mit deren Mitgliedern erörterte der Ausschuss den bearbeiteten Entwurf für einen Staatsvertrag hinsichtlich sorbischer/wendischer Angelegenheiten in Sachsen und Brandenburg. Der Entwurf entspreche den modernen Anforderungen der europäischen Minderheitenpolitik, war von den Juristen zu erfahren.

Verordnung mit zwei Neuheiten

srjeda, 24. junija 2020 spisane wot:

Eineinhalb Jahre finanziert das Land Brandenburg die vier hauptamtlichen Verantwortlichen für sorbische/wendische Angelegenheiten. Jetzt kommt die Finanzierungsgrundlage dafür.

Potsdam (SN/at). Beispielhaft in der Minderheitenpolitik der Bundesländer ist eine Regelung in Brandenburg: Das Land finanziert seit dem 1. Januar 2019 in den Landkreisen Spree-Neiße, Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz sowie in der kreisfreien Stadt Cottbus-Chóśebuz die hauptamtlichen Personalstellen der kreislichen Verantwortlichen für die Angelegenheiten der Sorben/Wenden. Bislang jedoch war nicht geregelt, was diese Kostenübernahme außer den Gehältern konkret beinhaltet. Da Brandenburg mit diesem bisher einzigartigen Finanzierungsmodell Neuland betreten hatte, war erneute Neuererarbeit notwendig, um die dazu notwendige Kostenverordnung auf den Weg zu bringen. Das dauerte seine Zeit, doch die bestehende Vakanz scheint bald zu enden.

Sorabija mit neuem Vorstand

srjeda, 24. junija 2020 spisane wot:
Der sorbische studentische Verein Sorabija in Leipzig hat einen neuen Vorstand, der auf der Hauptversammlung am 13. Juni in Crostwitz gewählt wurde. Ihm gehören Maximilian Gärtner als Schatzmeister, der Vorsitzende Michael Donath und dessen Stellvertreter Matej Mark (von links) an. Die 25 Teilnehmer kamen nicht in der traditionellen „Centrifuge“ in Leipzig zusammen, sondern aufgrund der Verhaltensregeln wegen der Corona-Pandemie unter freiem Himmel in der Lausitz. Die bisherige Vorsitzende Marie-Luise Matjeschk blickte auf Aktivitäten des Vereins in den vergangenen zwei Jahren zurück. So besuchten Sorabija-Mitglieder eine Grundschule in Leipzig-Connewitz, wo sie über die Sorben berichteten. Foto: Matej Zieschwauck

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