Sorbisches trifft Ukrainisches

srjeda, 27. julija 2022 spisane wot:
Gleich zwei Ausstellungen sind seit dem 15. Juli in der Kirschauer Kunstinitiative „Im Friese“ zu sehen – „Sagen und Mythen der Lausitz und der Sorben – von Künstlern ausgewählt und interpretiert“ sowie „Beauty of Ukraine – Das, was in Gefahr ist“. Mit einem Residenzprogramm unterstützt die Initiative zudem die beiden ukrainischen Künstlerinnen Zoriana Kozak und Marianna Glynska (v. li.). Foto: Zoriana Kozak

Aus der Tradition in die Zukunft

srjeda, 27. julija 2022 spisane wot:
Axel Arlt

Mit einer Tages(Abend)zeitung in obersorbischer und einer Wochenzeitung in niedersorbischer Sprache waren die Lausitzer Sorben oder Wenden über viele Jahrzehnte gegenüber vielen anderen nationalen Minderheiten in Europa gut aufgestellt. Doch die Welt ändert sich. Das Internet bietet eine schnellere Kommunikation und auch die sozialen Medien sind heute ein selbstverständliches Mittel, wenn es darum geht, Neuigkeiten und Informationen umgehend weiterzuleiten. Und da, dessen sind sich die Verantwortlichen zumindest bewusst, wartet noch einige Arbeit.

Nachrichten aus den umliegenden und auch etwas entfernter liegenden Orten auszutauschen, anderen zugänglich zu machen, den Blick auch auf das Sorbische über den eigenen Dorfrand hinaus zu weiten – das wollte der Lohsaer Pfarrer Handrij Zejler als erster Redakteur mit dem 1842 begründeten Wochenblatt „Tydźenske Nowiny“ erreichen. Gemäß dem Selbstverständnis der Redaktion stehen die Serbske Nowiny weiterhin in dieser Tradition.

Lausitzkirchentag zeigte Wege

srjeda, 29. junija 2022 spisane wot:

Bischof: Sorbisches/Wendisches ist essenzieller Bestandteil des Kircheseins

Görlitz (SN/at). Das Serbski Centrum, Sorbisches Zentrum, auf dem Untermarkt erwies sich als kompakte Informationsstelle über vieles, was mit der slawischen Minderheit in der brandenburgischen und sächsischen Lausitz zu tun hat. In obersorbischer, niedersorbischer und deutscher Sprache war das Vater­unser auf einem Rollup am Stand der Sorbischen/Wendischen Gemeinde beim Lausitzkirchentag am 25. Juni in Görlitz zu lesen. Dazu stellte ein kleines Wörterbuch gegenüber, wie ausgewählte deutsche Begriffe in den beiden sorbischen Sprachen, im Polnischen und Tschechischen heißen. Der sorbische Dachverband Domowina war hier ebenso vertreten wie die Spezialisten in Sachen Sprachvermittlung – das WITAJ-Sprachzentrum und die Schule für niedersorbische Sprache und Kultur aus Cottbus. Eine Auswahl des aktuellen Verlagsprogramms konnte am Stand des Domowina-Verlags erworben werden.

Bautzen wollte den Wechsel

srjeda, 29. junija 2022 spisane wot:

Über die neuen Landräte entscheiden die Wählenden jedoch erst am 3. Juli

Bautzen/Görlitz (SN/at/MWj). Kann sich die AfD bei der Landratswahl in den Landkreisen Bautzen und Görlitz eine gute Ausgangsposition schaffen, um so die Hoffnung, erstmals diese Funktion in ganz Deutschland zu besetzen, aufrechtzuerhalten? Schließlich sind die beiden Bundestags-Direktmandate fest in der Hand dieser Partei. Das war eine der großen Fragen in der Oberlausitz zur Landrats-, Oberbürgermeister- und Bürgermeisterwahl am 12. Juni, die klar mit Nein zu beantworten ist. Mit deutlichem Abstand von rund zehn Prozent verwiesen die CDU-Kandidaten die AfD-Bewerber auf Platz zwei.

Im Landkreis Görlitz liegt vor dem zweiten Wahlgang Dr. Stephan Meyer (CDU, 46,3 Prozent) vorn, es folgen Sebastian Wippel (AfD, 35,5 Prozent), der Einzelbewerber Silvio Arndt (10,1 Prozent) und Kristin Schütz (FDP, 8,1 Prozent).

Im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung am 3. Juni in Cottbus beschloss der sorbische Dachverband Domowina erneut Änderungen seiner Satzung. Das wurde notwendig, weil das für Vereine zuständige Amtsgericht Dresden Teile der im Vorjahr auf der Hauptversammlung in Schleife angenommenen Satzungsänderungen als nicht rechtskonform eingestuft hat.

Cottbus (SN/at). Man kann es Nachsitzen nennen, um eine noch nicht erfüllte Aufgabe zu Ende zu bringen, an diesem sommerlichen Vorabend vor Pfingsten im Alten Großenhainer Bahnhof zu Cottbus, zu dem 37 Stimmberechtigte, Mitglieder des Bundesvorstandes, der Regionalverbände und der Vereine unter dem Dach der Domowina gekommen waren. Die Veranstaltung hatte einen einzigen, gewichtigen Auftrag: die Änderung der Satzung endlich so zu bewerkstelligen, dass diese auch der Prüfung durch das Amtsgericht Dresden standhält.

Literatur und Musik vereint

srjeda, 29. junija 2022 spisane wot:

Lit|a|pop – ein besonderer sorbischer Abend mit gleich zwei Premieren

Bautzen. Rund 120 Interessenten kamen zur Veranstaltung unter dem Titel Lit|a|pop, die am 18. Juni unter der Röhrscheidtbastei im Garten des Sorbischen National-Ensembles (SNE) in Bautzen stattfand. Dort begrüßte sie Peter Scholze, der Moderator des Abends. In seinen einleitenden Worten erklärte er dem Publikum die Charakteristiken des Genres „Spoken Word“.

Vielschichtig

srjeda, 29. junija 2022 spisane wot:

Im Jahr 2004 schuf der Bautzener Fotograf Jürgen Matschie die Farbfotografie „Kraftwerk Boxberg“. Auf den ersten Blick wirkt dieses Bild wie eine Architektenzeichnung oder eine Computer-Animation. So klinisch rein, ohne Staub und Dreck. Das Kraftwerk gehört zu den modernsten seiner Art. Und doch soll es nach dem Willen interessierter Kreise 2030 oder spätestens 2038 Geschichte sein. Die gesellschaftlichen Entwicklungen werden zeigen, ob es tatsächlich so weit kommt. Das gemeinsame Interesse an der gesellschaftlichen Realität verbindet vier Fotografen, die sich zu der losen Gruppierung ASA zusammengeschlossen haben. Neben Jürgen Matschie sind das Thomas Kläber, Georg Krause und Frank Höhler. Unter dem Titel „Schicht – Umbrüche im Revier“ zeigen die vier Fotokünstler zurzeit eine Ausstellung in der Energiefabrik Knappenrode.

Telegramm (29.06.22)

srjeda, 29. junija 2022 spisane wot:

Sicher im Viertelfinale

Sittersdorf. Die Sorbische Mannschaft – Serbske mustwo – ist am 28. Juni, dem letzten Spieltag der Gruppenphase der Europeada 2022 in Kärnten, als Sieger der Gruppe D sicher ins Viertelfinale eingezogen. Dazu reichte den Lausitzer Sorben ein 1:1 gegen die Mannschaft der Roma aus Ungarn. Es folgte ein Ruhe- und Kulturtag. An diesem wurde zudem ausgelost, auf welche Mannschaft die sorbischen/wendischen Fußballer in ihrem Viertelfinalspiel am 30. Juni treffen.

Hoffen auf „Morgendämmerung“

Klettwitz. Die Domowina hofft auf eine Renaissance für die sorbische Sprache. Nach einer gemeinsamen Sitzung der Regierungen von Brandenburg und Sachsen am 21. Juni auf dem Lausitzring sprach Domowina-Vorsitzender Dawid Statnik von einer „Morgendämmerung“ und bezog sich dabei auf das gleichnamige Sprachprojekt „Zorja“ in Brandenburg. Statnik berichtete zuvor den Kabinettsmitgliedern über sorbische Projekte im Rahmen des Strukturwandels.

Zum Kennenlernen nach Berlin

Zweiter Landesplan beschlossen

srjeda, 29. junija 2022 spisane wot:

Die Landesregierung Brandenburgs schreibt mit dem am 21. Juni beschlossenen Zweiten Landesplan zur Stärkung der niedersorbischen Sprache ihre Unterstützung für die Sprachrevitalisierung in der Niederlausitz fort.

Potsdam/Schipkau (SN/at). Das von Kulturministerin Manja Schüle (SPD) vorgelegte Dokument umfasst 36 Einzelmaßnahmen. Die Ministerin ist davon überzeugt, dass „sich Brandenburg mit seinem zweiten Landesplan weiter als progressive Minderheitenregion in Europa profiliert“. Der Beschluss erfolgte nicht, „weil wir die Sorben/Wenden als folkloristisches Anhängsel sehen. Sondern weil die Sorben/Wenden das Potenzial haben, die einzigartige Region Lausitz zusammenzubringen.“ Schüle spricht von einer „vitalen und lebendigen Gruppe“. Sie prägt „bereits jetzt den Strukturwandel in der Lausitz maßgeblich“. Deshalb wolle die Landesregierung die vom Bund eingeworbenen Mittel zur Strukturentwicklung in der Lausitz in den nächsten Jahren stärker für die Planung und Belebung dieser Sprache einsetzen.

Prag (SN/CoR). Mit einer guten Bilanz ist der Domowina-Verlag Bautzen von der internationalen Prager Buchmesse „Svět knihy“ zurückgekehrt. Nach einer zweijährigen, der Coronakrise geschuldeten Pause war der sorbische Verlag einer von mehr als 450 Ausstellern auf der 27. Ausgabe der größten Buchmesse Tschechiens vom 9. bis zum 12. Juni.

Rund einhundert verschiedene Titel waren mit im Gepäck – mehr als sonst, denn auch die Neuerscheinungen der beiden vergangenen Jahre sollten nun dem tschechischen Publikum vorgestellt werden. Die Nachfrage war da. „Ich bin zufrieden, wir haben eine Menge Bücher verkauft. Und der Kontakt zu unseren tschechischen Freunden ist ebenso wichtig“, stellte Verlagsgeschäftsführer Simon Peter Ziesch fest. Neben privaten Kunden nutzten auch einige Büchereien die Möglichkeit, ihre Sammlung mit neuen sorbischen Titeln zu vervollständigen.

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