„Des Pudels Kern“ heißt die neue Veranstaltungsreihe des Bautzener Vereins Steinhaus. Erster Gast war der Räckelwitzer Schriftsteller Lukas Rietzschel. Ausgangspunkt des Werdegang und Motivation des Autors beleuchtenden Gesprächs mit der Gastgeberin Iryna Yaniv war sein Roman „Mit der Faust in die Welt schlagen“. Foto: Steinhaus Bautzen/Andreas Krampf

Matinee mit Uraufführungen

srjeda, 24. junija 2020 spisane wot:

Das literarische Erbe von Brigitte Reimann wurde am 12. Juni auf besondere Weise gepflegt, denn der Hoyerswerdaer Kunstverein hatte zur neuen musikalisch-literarischen Matinee „Meine Straße“ eingeladen. Etwa 40 Gäste ­kamen in den dortigen Schlosssaal.

Hoyerswerda (KD/SN). Zunächst stand Brigitte Reimanns poetischer Text „Meine Straße“ im Mittelpunkt. Darin betrachtet die Autorin die Entwicklung von Hoyerswerda-Neustadt ab 1960, als sie und ihr Ehemann in die neuerbaute Liselotte-Herrmann-Straße einzogen, und ahnt die jetzige Gegenwart voraus. Es ­lasen die Kunstvereinsmitglieder Helene Schmidt und Angela Potowski.

Künstler unter freiem Himmel

srjeda, 24. junija 2020 spisane wot:

Dissen-Striesow (SN). Das Heimatmuseum Dissen, die Schule für Niedersorbische Sprache und Kultur und der Arznei- und Gewürzpflanzengarten veranstalteten am 13./14. Juni ein kleines Kunstgartenfest. Beim Pleinair unter der Leitung von Gabriele Gittel fanden die Künstler ansprechende Motive unter alten hohen Bäumen, im Arznei- und Gewürzgarten oder in der mittelalterlichen Siedlung „Stary lud“. Besucher kamen nicht nur mit den Kunstschaffenden über das Entstehen der Arbeiten, ihre Motivwahl und den Schaffensprozess ins Gespräch. Sie konnten auch Schmuck, Aquarelle, Ölbilder, Textilarbeiten und anderes kaufen.

Der Gitarrist Sven Meyer bereicherte mit poetischen Klängen die Atmosphäre. Viele nutzten die Gelegenheit, durch die neugestaltete Dauerausstellung des Heimatmuseums zu schlendern, die blühende Pracht des Kräutergartens zu bewundern und beim Bronzeguss in der slawischen mittelalterlichen Siedlung zuzuschauen. Kinder konnten mit ihren Eltern an der Museumsrallye teilnehmen und nach dem Lösen von kleinen Aufgaben ein hübsches Präsent bekommen.

Wiedergeburt statt Rückzug

srjeda, 24. junija 2020 spisane wot:
Julian Nyča

2020 ist ein seltsames Jahr. Seltsam, weil wir auf viele Gewohnheiten verzichten müssen. Seltsam aber auch, weil das eingespielte Verhältnis zwischen Sorbisch und Deutsch in der Lausitz ins Rutschen gerät – in die richtige Richtung.

Ob es die sächsische Imagekampagne ist, die Wegweiser und Ortstafeln, an denen plötzlich sorbische Namen gleichberechtigt stehen, ein geplanter zweisprachiger Rundweg auf den sagenumwobenen Lubin (Drohmberg) am äußersten Rand des Sorbenlandes oder die – komplett zweisprachige – Neugestaltung sämtlicher Bushaltestellen im Siedlungsgebiet. Und sowohl die „Kulturstrategie Lausitz“ als auch die Hochglanzbroschüre der Zukunftswerkstatt Lausitz über die Sorben, beide kürzlich erschienen, betonen nicht mehr das „Exotische“ oder „Fremde“ im Sorbischen, sondern dessen Rolle als Scharnier, das die Lausitz zusammenhält. In all dem lässt sich ein neuer Umgang mit der kleineren einheimischen Sprache erkennen.

„Eine mächtige Idee“

srjeda, 27. meje 2020 spisane wot:

Gedenken anlässlich des 75. Jahrestages der Neugründung der Domowina

Crostwitz (SN). Das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa sowie die derzeitige Corona-Krise prägten das Jubiläum des vor 75 Jahren erneut gegründeten Dachverbandes der Lausitzer Sorben Domowina am 10. Mai in Crostwitz. „Es mag ein besonderes Zeichen oder aber auch nur ein Zufall sein, dass unsere heutige Zusammenkunft zugleich die erste öffentliche Veranstaltung unseres Verbandes seit Inkrafttreten der gegenwärtigen Sicherheitsmaßnahmen in Zeiten der Krise ist“, begrüßte der Vorsitzende der Domowina Dawid Statnik die etwa 50 anwesenden Gäste auf dem Vorplatz des Gutes Wessela, ehedem benannt nach seinem damaligen Besitzer Michał Čunka, wo die Neugründung im Mai 1945 stattgefunden hatte. „Unser Volk ist überaus vielfältig, kulturell hoch begabt, gesellschaftlich einerseits einmalig bunt, andererseits auf gegenseitige Hilfe und Gemeinschaft ausgerichtet. Damals hieß es, es habe keine zwei Meinungen gegeben, dass die Domowina ihre Arbeit wieder aufnehmen sollte.

Für die Sorben ein Tag der Befreiung

srjeda, 27. meje 2020 spisane wot:

Der 8. Mai 1945 ist und bleibt ein denkwürdiges Datum. Nicht nur, weil das faschistische Deutschland die bedingungslose Kapitulation unterzeichnete und somit der Zweite Weltkrieg endete.

Im Land Schleswig-Holstein ist etwas geschehen, worüber sich besonders die Angehörigen der dortigen friesischen Volksgruppe freuen. Der Landtag in Kiel hat nämlich auf seiner Sitzung im Januar nach längerer Vorarbeit und vielen Diskussionen ein Gesetz beschlossen, nach dem eine Stiftung für die friesische Volksgruppe im Land Schleswig-Holstein errichtet werden soll.

Kurz heißt sie „Friesen-Stiftung“, in Friesisch „Friisk Stiftung“. Die über 70 Abgeordneten aller 6 Fraktionen haben dem zugestimmt. Das betrifft sowohl die Regierungskoalition CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP als auch die drei Oppositionsparteien SPD, AfD und den Südschleswigschen Wählerverband (SSW), die bereits 1948 gegründete Regionalpartei und politische Vertretung der dänischen Minderheit und der friesischen Volksgruppe in Schleswig-Holstein.

Bauern sind in Bedrängnis

srjeda, 27. meje 2020 spisane wot:

Die Corona-Krise hinterlässt auch in der Landwirtschaft ihre Spuren

Die Bauern haben es das dritte Jahr in Folge nicht leicht. „Der Blick auf die längerfristigen Wetterprognosen und der Blick auf die Felder lassen in mir die Befürchtung keimen, dass wir auf ein drittes Jahr mit Trockenheit und Dürre zusteuern“, beschreibt der Vorsitzende des Landesbauernverbandes Bautzen-Kamenz Stefan Triebs die Situation. Zwar gab es im Februar die doppelte Niederschlagsmenge als üblich, was eine durchaus optimistische Stimmung bei den Landwirten zur Folge hatte, doch wiederum wurde dies mit den darauffolgenden Wochen zunichte gemacht. „Es fehlen die üblichen Niederschläge, sodass tiefere Bodenschichten Reserven bilden können“, erläutert der Landwirt. Das Defizit der letzten beiden trockenen Jahre ist so gut wie gar nicht ausgeglichen. Bis jetzt ist der Wasserbedarf der meist noch jungen Pflanzen gering gewesen, doch dies ändert sich.

Märchen, Muscheln und mehr

srjeda, 27. meje 2020 spisane wot:

10. Netzwerktreffen des Sorbisch-deutschen Filmnetzwerkes „Łužycafilm“

Großhennersdorf (SN/CoR). Zum 10. Netzwerktreffen des Sorbisch-deutschen Filmnetzwerkes „Łužycafilm“ wollte man sich im Mai turnusgemäß auf dem Neiße-Filmfestival (NFF) im Tagungshaus in Großhennersdorf einfinden. Wegen dessen Corona-bedingter Verschiebung trafen sich die insgesamt 37 Teilnehmer vom 14. bis 15. Mai digital im Netz. Veranstalter der Workshops war erneut die Stiftung für das sorbische Volk, in Kooperation mit dem Filmverband Sachsen e.V. sowie dem NFF und dem FilmFestival Cottbus. Auf dem Programm standen der Austausch über nächste Ziele des Netzwerks, die Vorstellung von sechs Filmprojekten sowie Drehbuchanalyse.

„Za moju domiznu – Für meine Heimat“, die dritte Veröffentlichung der unter dem Künstlernamen „die Herrmann“ auftretenden Leipziger Sängerin und Liedermacherin Christin Herrmann, ist sowohl die erste EP der Künstlerin als auch der erste Tonträger, auf dem sie sich nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich mit ihrem kulturellen Erbe respektive ihren sorbischen Wurzeln auseinandersetzt. Der Titel der Platte, deren Produktion von der Stiftung für das sorbische Volk gefördert wurde, ist somit programmatisch zu verstehen. Die fünf auf ihr verewigten Lieder nähern sich dem Themenkomplex aus unterschiedlichen lyrischen Perspektiven.

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