Hana ist ein schönes Mädel, das findet mancher im Dorf. Sie lebt auf einem Hof in Horka bei Kamenz und hilft ihren sorbischen Stiefeltern in der Landwirtschaft. Ihre richtigen Eltern kennt sie kaum, die wohnen in Dresden und haben sie als Kind aufs Land gebracht, weil sie dachten, sie wäre dort sicherer als in der Großstadt. So scheint es auch über eine lange Zeit. Hana wächst heran, lebt die sorbischen Bräuche und trägt Tracht. Viele Menschen im Dorf wissen, dass sie Jüdin ist und später katholisch getauft wurde. Das spielt keine große Rolle, aber bald mehren sich die Anzeichen, dass es gefährlich wird für die junge Frau. Die Geschichte beginnt 1939, führt bis zum Sommer 1943, als sie Mitte 20 ist, und endet tragisch. Jurij Koch hat sie geschrieben: „Hana. Eine jüdisch-sorbische Erzählung“, die gerade beim Hentrich & Hentrich Verlag Berlin/Leipzig erschien.

Telegramm (25.11.20)

srjeda, 25. nowembera 2020 spisane wot:

Briefwahlen am 23. Januar 2021

Bautzen. Die aktuellen Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie haben den Sorbischen Schulverein veranlasst, seine für den 21. November geplante Haupt- und Wahlversammlung zu verschieben. Wie der Vorstand informierte, sollen am 23. Januar 2021 Briefwahlen stattfinden, um die turnusgemäße Neuwahl des Vorstandes abzusichern. Die Vorsitzende Ludmila Budar wie auch weitere Mitglieder treten nicht wieder an.

Neue Single „Northern lights“

New York. Die Berliner Musikerin mit sorbischen Wurzeln Carolina Eyck hat eine neue Single „Northern lights“ veröffentlicht, die auf allen Streaming-Plattformen abrufbar ist. Dazu gehört ein Video, das durch das Polarlicht inspiriert wurde. Das achtminütige Stück für Theremin und elektronische Instrumente ist das erste offizielle mit binauraler Technologie. Diese setzt die Künstlerin seit 2010 in Konzerten und Videos ein.

„Naša Domowina“ dreisprachig

Gelungener Einstand: Katka Pöpelec und Syman Hejduška (von rechts) haben als Regiedebütanten die 146. Schadźowanka ­erfolgreich geplant, geleitet und schlussendlich gemeistert. Erstmals fand das „Treffen der sorbischen Intelligenz“, wie die Zusammenkunft auch genannt wird, als rein digitale Veranstaltung statt. Lesen Sie hierzu mehr auf Seite 4. Foto: Matthias Bulang

Bewährtes ist fortzuführen

srjeda, 25. nowembera 2020 spisane wot:

Für 2019 und 2020 legte der Freistaat Sachsen erstmals ein Sorbisches Kommunalprogramm auf. Damit erhielt jede der 42 Städte und Gemeinden im sorbischen Siedlungsgebiet jährlich 5 000 Euro, um die Zweisprachigkeit vor­anzubringen. Das Programm sollte auf jeden Fall fortgeführt werden.

Dresden (SN/at). „Die Unterstützung hat sich bewährt“, stellt Dr. Jens Baumann, der im Sächsischen Staatsministerium des Innern für das Programm Verantwortliche, im Gespräch mit den Serbske Nowiny fest. Die notwendigen Mittel habe er deshalb für den neuen Doppelhaushalt des Freistaates bereits angemeldet. Diese spezifische Hilfe hat interessante Projekte zutage gebracht und sollte deshalb beibehalten werden. „Ideen hinsichtlich der Zweisprachigkeit in den Kommunen gibt es noch genug.“

Realisiert wurden damit deutsch-sorbische Straßenschilder, öffentliche Gebäude in beiden Sprachen beschriftet. Andere konnten auf diesem Weg ihre Internet-Präsentation dahingehend anpassen. Als Beispiele nennt Dr. Baumann die Gemeinden Radibor, Hochkirch, Boxberg oder den Landkreis Bautzen.

Petitionen erwünscht

srjeda, 25. nowembera 2020 spisane wot:

Dresden (SN/at). Zentrales Ergebnis der als Videokonferenz durchgeführten Sitzung des Serbski Sejm am 14. November war die Einrichtung eines Petitionsausschusses. Einem Antrag aus dem Ausschuss Recht und Verfassung folgend, wurde die Möglichkeit erörtert, Themen, Fragen, Verbesserungsvorschläge und Kritiken in Form von Petitionen an den Serbski Sejm heranzutragen. So könne die Verbindung der Sorben und Wenden zum Sejm gestärkt sowie die Auseinandersetzung mit den wichtigen sorbischen Themen und aktuellen Herausforderungen in der Vertretung gefördert werden, war von der Pressesprecherin des Serb­ski Sejm Jadwiga Piatza zu erfahren. Des Weiteren soll auf diesem Weg dazu angeregt werden, sich mit politischen sorbischen/wendischen Themen über das Gremium Sejm hinaus zu beschäftigen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen und der Ausschuss eingerichtet.

Petitionen können ab sofort per E-Mail () und in Kürze über die Webseite des Serbski Sejm, wo auch die Formalien bekannt gegeben werden, eingereicht werden.

Lehrernachwuchs befriedigt nicht

srjeda, 25. nowembera 2020 spisane wot:

Bautzen (SN/JaW). Sorbische Bildung in der Ober- und Niederlausitz war eines der Schwerpunktthemen der Online-Beratung des Parlamentarischen Beirates der Stiftung für das sorbische Volk am 23. November. „Wir sind sehr unzufrieden mit der derzeitigen Stand des Lehrer- und Erziehernachwuchses“, sagte Beirats-Vorsitzender Marko Schiemann auf Anfrage. In Sachsen und Brandenburg reichen die Bildungskräfte nicht aus. In der Niederlausitz ist die Lage vor allem wegen des Schulsystems, größerer Schulen und aufgrund größere Entfernungen noch angespannter als in der Oberlausitz, so ein Fazit der Parlamentarier. „Beide Länder müssen mehr für den Lehrernachwuchs tun“, fordert der CDU-Abgeordnete des Sächsischen Landtages. „Neben den Universitäten müssen beide Landesregierungen mehr auf den Weg bringen. Aus den Universitäten müssen so viele sorbische und sorbische/wendische Lehrer*innen hervorgehen, wie benötigt werden. In dem Punkt akzeptiere ich keine Ausreden mehr“, betont Schiemann gegenüber den Serbske Nowiny.

Fassade wirbt für Sorbisch-Kampagne

srjeda, 25. nowembera 2020 spisane wot:
Mit einer künstlerisch gestalteten Fassade präsentiert sich die Kampagne „Sorbisch? Na klar.“ seit November in Bautzen. Mit dem Schriftzug „Witajće k nam do Łužicy! – Willkommen in der Lausitz!“ werden sowohl Einheimische als auch Gäste begrüßt. Das Motiv in den sorbischen Nationalfarben befindet sich an einer Häuserwand am Lauengraben. Dort ist es zugleich Bekenntnis zur geschichtlichen Bedeutung des Ortes, an dem bis 1945 das Serbski dom – Haus der Sorben – stand, das danach am Postplatz neu erbaut wurde. Gestaltet und an die Wand gebracht hat den Schriftzug der Leipziger Fassadenkünstler Philipp Weber. Die Kampagne „Sorbisch? Na klar.“ verantwortet das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus. Mehr dazu unter www.sorbisch-na-klar.de. Foto: SN/Hana Schön

Alter Vorschlag sorgt für Unmut

srjeda, 25. nowembera 2020 spisane wot:

Der Vorschlag der Domowina, ein sorbisches Medienzentrum zu errichten, sorgt für einige Unruhe.

Bautzen (SN/JaW). Die Diskussion um die Neufassung der Domowina-Arbeitsrichtlinien läuft. Das teilte der Domowina-Vorsitzende Dawid Statnik auf Anfrage der Serbske Nowiny mit. Seit Anfang Oktober liegen die neuen Zielvorgaben den Regionalverbänden und Vereinen bereits vor. Auch das Präsidium des Domowina-Bundesvorstandes hat den zweiten Entwurf schon durchgearbeitet und dem Bundesvorstand zur weiteren Bearbeitung eingereicht.

Gedenken an Mina Witkojc

srjeda, 25. nowembera 2020 spisane wot:

Der 45. Todestag der niedersorbischen Dichterin und Publizistin Mina Witkojc am 11. November war für Birgit Kaufhold, Petra Koark und Renate Harcke (von links) Anlass, an ihrem Grab auf dem Friedhof in Burg/Spreewald ihrer zu gedenken. Alle drei Frauen sind Mitglieder der Bundesarbeitsgemeinschaft Ethnische Minderheiten der Partei Die Linke wie auch der Domowina-Ortsgruppe Spremberg. An diesem Tag verwies die Bundesarbeitsgemeinschaft gleichzeitig auf die Brüche, die Mina Witkojc als Angehörige des kleinen slawischen Volkes zeitlebens im faschistischen Deutschland, aber auch in den Jahren nach der Befreiung erleben musste.

Foto: Bundesarbeitsgemeinschaft Ethnische Minderheiten

Rat kritisiert Sonderheft

srjeda, 25. nowembera 2020 spisane wot:

Bautzen (SN). Der sächsische Rat für sorbische Angelegenheiten einigte sich bei seiner online durchgeführten Arbeitsberatung Ende Oktober auf mögliche Themen für eine gemeinsame Sitzung mit dem brandenburgischen Rat für Angelegenheiten der Sorben/Wenden, die nach Möglichkeit im Januar 2021 stattfinden soll. Angedacht ist bei dieser Gelegenheit, sich unter anderem über die Erfahrungen mit den hauptamtlichen Beauftragten für sorbische Angelegenheiten in den Landkreisen sowie über die Weiterführung des Wettbewerbs „Sprachenfreundliche Kommune“ auszutauschen.

In einem Schreiben an die Sächsische Staatskanzlei kritisiert der Rat das anlässlich des 30. Jubiläums der Wiedergründung des Freistaates in deren Auftrag herausgegebene Sonderheft des „Mosaik“, in dem sorbische Sprache und Kultur sowie die sorbische Geschichte Sachsens mit keinem Wort erwähnt ­werden. Für die Zukunft spricht sich der Rat dafür aus, die sorbische Thematik als selbstverständlich in die allgemeine ­Öffentlichkeitsarbeit Sachsens einzubeziehen.

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