K(r)ampf an der Braunkohlefront

srjeda, 27. meje 2015 spisane wot:

Bautzen/Schleife (SN/JK). Die Themen Braunkohle, Energiewende, Klimaschutzabgabe und Strukturwandel bewegen die Gemüter in der Lausitz in den letzten Wochen und Monaten wie schon lange nicht mehr.

Dass aber die von vielen nachvollziehbaren Klimaziele recht schwere Nebenwirkungen haben, kommt besonders in der Lausitzer Energie- und Kohleregion zum Ausdruck. Weil eben immer noch nicht entschieden ist, wie und in welcher Höhe alte Kraftwerke mit Sonderabgaben belegt werden, kann sich der Energiekonzern Vattenfall nicht endgültig zum Verkauf seiner Braunkohlesparte in der Lausitz entschließen. An dieser Entscheidung hängen aber viele weitere Entscheidungen.

Uhyst gedenkt Pfarrer Schmutz

srjeda, 27. meje 2015 spisane wot:

Uhyst. „Uhyst schreibt Geschichte“ – mit seiner neuen Ausstellung erinnert der Förderverein Adelspädagogium Dannenberghaus-Uhyst an ein sorbisches Kapitel seiner Geschichte. Anlässlich des 300. Geburtstages des einstigen Uhyster Pfarrers Johann Friedrich Gottfried Schmutz (1715–1798) eröffnete Vereinsvorsitzende Johanna Gruner am 17. Mai eine Sonderausstellung, die dessen besondere Verdienste für die sorbische Sprache in den Fokus nimmt. Unter den fast 60 Gästen konnte sie auch eine stattliche Anzahl von Sorben begrüßen.

An das Schicksal der Zwangsarbeiter zur Zeit des 2. Weltkrieges erinnert in Nebelschütz im Landkreis Bautzen nun das Denkmal „Flammen und Tränen, Hoffnung und Leiden – Nadja“

Neleschütz (SN/MWj). Die vom tschechischen Künstler Robert Alger geschaffene Skulptur hat der Nebelschützer Pfarrer Benno Jakubasch am 10. Mai gesegnet. Den Anstoß zum Denkmal gab vor zwei Jahren der Besuch von Nikolai Tokarsky, dessen Mutter Nadja in der Ukraine verhaftet und in Nebelschütz zur Arbeit gezwungen wurde. Die heute 91-jährige Frau konnte zur Einweihung des Denkmals nicht selbst kommen. Ihr Sohn Nikolai war bei der Einweihung umso ergriffener und schämte sich auch seiner Tränen nicht, dass in der Lausitz an das Schicksal seiner Mutter und aller Zwangsarbeiter erinnert wird. Gerhard Korenk begrüßte Nikolai Tokarsky in dessen Muttersprache.

Ungarische Gäste waren zu Besuch

srjeda, 27. meje 2015 spisane wot:

Radibor (BHR/SN). Die Partnerschaft der Sorbischen Oberschule Radibor „Dr. Maria Grollmuß“ mit der Schule der ungarischen Gemeinde Kakásd im Komitat Tolna trägt gute Früchte.

Jüngstes Beispiel hierfür war der Besuch einer ungarischen Schülerdelegation Anfang Mai in Radibor, dessen Höhepunkt am 10. Mai ein gemeinsames Kulturprogramm mit sorbischen Schülern bildete. Neben Gesangs- und Instrumentalbeiträgen war das Publikum vor allem von den temperamentvollen Tänzen begeistert.

Die Begleiterin der Gäste betonte unter anderem, dass auf die Kultur in der Heimat der Gäste ungarische, deutsche, ukrainische und rumänische Einflüsse wirkten, die sich alle gegenseitig befruchten. Das ist ein schönes Beispiel des Zusammenlebens unterschiedlicher Nationalitäten.

Die Partnerschaft mit Kakásd begann 2008, als der Landkreis Bautzen Kontakte mit dem Komitat Tolna aufnahm. Daraufhin entwickelten sich erst persönliche Kontakte auf Bürgermeisterebene, welche später der Sportverein und auch die Schule übernahmen.

Sagenhafte Nächte in Burg

srjeda, 27. meje 2015 spisane wot:

Burg. Um den sonst beschaulich gelegenen Burger Bismarckturm wurde es an den Pfingsttagen sehr lebendig. Autos aus vielen Regionen Deutschlands, aus Polen und Tschechien füllten die Parkplätze, Hunderte Menschen zogen Abend für Abend, mit Decken und Kissen zur Freilichtbühne vor den Turm. Doch bevor es um Liebe, Leidenschaft und Verrat gehen sollte, unterhielten die Folksamen mit rockigem Niedersorbisch das zahlreich erschienene Publikum. Sie gestalteten das Vorprogramm im Wechsel mit dem Deutsch-Sorbischen Ensemble Cottbus und dem Luckauer Ardanwen-Theater zu Pferde. Moderiert wurde der Abend vom sorbischen Liederpoeten Bernd Pittkunings, der auch mit eigenen Liedern unterhielt.

Krabatmühle wächst weiter

srjeda, 27. meje 2015 spisane wot:
Das Areal an der Schwarzkollmer Krabatmühle wird stetig größer. In Anwesenheit mehrerer Politiker und Vertreter sorbischer Institutionen, unter anderem des sächsischen Staatssekretärs Stefan Brangs (SPD), des Hoyerswerdaer Oberbürgermeisters Ste­fan­ Skora (CDU, 4. und 7. v. l.), wurde dort am 29. April der Grundstein für die neue „Brězan-Scheune“ gelegt. Der Vorsitzende des Vereins Krabatmühle-Schwarzkollm e.V. Tobias Zschieschick (hockend) befüllte die Schatulle u.a. mit einer aktuellen Ausgab­e der sorbischen Tageszeitung Serbske Nowiny. Foto: Ulrike Herzger

Es ist keine Reise in eine andere Welt. Es ist eine Reise in unsere Welt – in diejenige, in der wir leben. Karl Vouk, Architekt und Künstler aus Klagenfurt, führt uns vor Augen, was wir einfach nicht sehen wollen, wovor wir uns fürchten und dessen wir uns schämen. Alle wissen wir vom Verlust unserer Heimat, doch wir wollen es nicht glauben, dass sie uns verlustig geht. Schließlich sichern uns Gesetze unsere Zukunft – schwarz auf weiß. Doch wer genau hinter das schaut, was schwarz auf weiß in den Verfassungen des Landes Brandenburg und des Freistaates Sachsen steht, erschrickt, sobald er dem die Realität entgegensetzt. Und genau das macht der Kärntner Slowene Karl Vouk – er schaut dahinter. Das Sorbische Museum in Bautzen stellt derzeit seine Arbeiten aus, gewidmet der Lausitz, ihrem Gewinn und Verlust. Er ist es, der uns ganz direkt, mit großer Sanftheit zu Gedanken bewegt, die bisher schliefen. Es sind geschlossene Augen, die uns als Betrachter bisher daran hinderten, die Zukunft unserer Heimat wahrzunehmen.

Konzepte, die nichts verändern

srjeda, 27. meje 2015 spisane wot:

Johannes Krahl

Nachdem Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) seinen Plan zur Klimaschutzabgabe für ältere Kohlekraftwerke nach Protesten von Betroffenen und aus den eigenen Reihen gemindert hat, sind zwar die Energiewirtschaftswellen etwas geglättet, für die direkt Betroffenen vor Ort aber hat sich nichts verändert.

Nach wie vor sind längst fällige Entscheidungen zu Fragen der Grubenerweiterungen in Welzow und Nochten und damit für die anstehende Umsiedlung von rund 2 500 Bewohnern offen. Die mangelnde Entschlossenheit der deutschen Politik hat auch die Bemühungen des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall um den Verkauf seiner Lausitzer Braunkohlesparte verunsichert. Damit einhergehen nicht zu realisierende Vorhaben aus den Grundlagenverträgen der Gemeinden Schleife und Trebendorf mit Vattenfall. Wichtige Projekte und Vorhaben zum Erhalt der sorbischen Kultur und Sprache im Schleifer Kirchspiel, vor allem der Neubau des Schulzentrums, geraten ins Stocken oder können nicht realisiert werden.

Telegramm (29.04.15)

srjeda, 29. apryla 2015 spisane wot:

E-Book „Das Ende vom Paradies“

Bautzen. Christian Schneiders Bestseller „Das Ende vom Paradies“ ist im Domowina-Verlag nun auch als E-Book erschienen. Der Schriftsteller ist in Lömischau aufgewachsen und dort handelt auch seine epochale Familiensaga. Christian Schneider widmet sich, ausgehend vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in dessen 80er-Jahre hinein, dem Leben einer sorbischen Familie über drei Generationen. Bewegend schildert er all die Wirren, die die Schusters durchlebt haben.

Erfolgreiche Sorbisch-Olympiade

Seifhennersdorf. 58 Schüler aus der Ober-, Mittel- und Niederlausitz haben sich an der 49. Zenralen Olympiade der sorbischen Sprache in Seifhennersdorf beteiligt. Sie lernen in der 6. Klasse Sorbisch. Unter ihnen waren Gymnasiasten aus Bautzen, Hoyerswerda und Cottbus sowie Oberschüler aus Räckelwitz, Ralbitz, Radibor, Bautzen. Wittichenau und Schleife. Träger der Veranstaltung ist der Sorbische Schulverein.

Bemühungen gescheitert

Kampfum die Kohle

srjeda, 29. apryla 2015 spisane wot:

Berlin (RLc/SN). Das Wochenende 25./ 26. April stand energiepolitisch ganz im Zeichen der Auseinandersetzung um die künftige Rolle der Braunkohle für den Industriestandort Deutschland. An einer 7,5 Kilometer langen Anti-Kohle-Menschenkette in Garzweiler beteiligten sich ca. 6 000 Teilnehmer. Gleichzeitig versammelten sich in Berlin ca. 15 000 Energiearbeiter aus allen deutschen Braunkohlerevieren, um gegen die jüngsten Pläne von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) zu demonstrieren. Unter ihnen befand sich auch eine Gruppe Umsiedlungsbetroffener aus den Schleifer Dörfern. Nach ihrem Motiv befragt sagten sie, dass es ohne die Arbeitsplätze in der Kohleindustrie für die Jugend ihrer Dörfer keine Zukunft gäbe und es ihren Orten dank des Tagebaus gut gehe, selbst wenn man jetzt umsiedeln müsse. Der Strukturwandel in der Region müsse langsamer eingeleitet werden, als es die Gabriel-Pläne vorsehen.

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